Im Kampf um einen Platz in der kommenden EHF Champions League zählt für die SG Flensburg-Handewitt jeder Punkt. Gegen die MT Melsungen geht es am Freitag darum, mit einem weiteren Heimsieg den zweiten Platz in der DAIKIN HBL zu verteidigen. Anwurf ist in der GP JOULE Arena um 20 Uhr.
Die Saison kann für die MT Melsungen noch zu einem guten Ende kommen. Hatten die Nordhessen die letzte Saison der DAIKIN HBL mit einem nie zuvor erreichten dritten Platz abgeschlossen, verlief die aktuelle Spielzeit lange sehr ernüchternd. Inzwischen sieht es besser aus. Als Siebter liegt die MT nur noch einen Zähler hinter dem TBV Lemgo Lippe und den Plätzen, die die Teilnahme an den europäischen Wettbewerben versprechen. In der EHF European League wäre man in den Playoffs fast an Fredericia gescheitert, nun bietet sich aber die Chance, sich im Viertelfinale gegen den FC Porto zum zweiten Mal in Folge für die EHF Finals in Hamburg zu qualifizieren. Die Melsunger hatten viel mit Verletzungspech zu kämpfen. So fiel Stammkeeper Nebojsa Simic bis in die Rückrunde hinein wegen eines Kreuzbandrisses aus. Fast zeitgleich meldete sich Aaron Mensing nach einem Achillessehnenriss zurück. „Es waren 369 Tage, seit ich das letzte Mal auf der Platte stand“, sagte der 28-jährige Rückraumakteur, der von 2021 bis 2023 für die SG Flensburg-Handewitt aufgelaufen war.
Verletzungspech und Veränderungen
Keine Frage: Trainer Roberto Garcia Parrondo musste viel improvisieren. Schon im September hatten nur noch drei Optionen für den Rückraum zu Verfügung gestanden – plus Co-Trainer Isaias Guardiola. Zwei Kurzzeit-Transfers fütterten die Personaldecke. Dennoch musste man sich in Nordhessen mit dem Mittelfeld anfreunden. „Mit Blick auf das Verletzungspech sind wir definitiv nicht unzufrieden“, sagte MT-Vorstandssprecher Andreas Mohr. In der Führungsriege hatte es bereits im Oktober eine entscheidende Veränderung gegeben: Die MT trennte sich von Sportvorstand Michael Allendorf. Ein Nachfolger ist gefunden: Jesper Larsson. Der 52 Jahre alte Schwede, einst Bundesliga-Torwart, erhielt einen Drei-Jahres-Vertrag. Zur nächsten Saison muss aus finanziellen Gründen etwas kürzergetreten werden. Bereits fünf Spieler stehen als Abgang fest. Im Gegenzug wurden bislang vier neue Akteure verpflichtet. Seit über einem Jahr steht fest, dass SG Kapitän Johannes Golla ab Sommer seine Heimspiele in Kassel bestreiten wird. Für Aufsehen sorgte auch der verkündete Transfer vom spanischen Rückraumspieler Daniel Dujshebaev, der aktuell noch beim polnischen Top-Klub KS Kielce spielt.

