Vor einem Jahr spielte die DHB-Auswahl die Weltmeisterschaft zunächst in Herning und musste für das weniger erfolgreiche Viertelfinale nach Oslo umziehen. Bei der diesjährigen EHF EURO kann die deutsche Mannschaft durchgängig in Herning bleiben. Ob das für die Medaillenträume förderlich ist? Johannes Golla und Marko Grgić, die beiden deutschen Nationalspieler der SG Flensburg-Handewitt, hoffen darauf.
Für das Drumherum ist es sicherlich von Vorteil, dass sich die DHB-Auswahl für das gesamte Turnier – egal, was auch passiert – in Silkeborg einquartieren kann und die Spiele stets in Herning stattfinden werden. Eine organisatorische Konstellation, die schon vor zwölf Monaten bei der Weltmeisterschaft in Vor- und Hauptrunde erprobt worden ist. „Ein Heimspiel wird es nicht“, schmunzelt DHB-Kapitän Johannes Golla. „Wir können uns aber auf eine tolle Handball-Atmosphäre in einer schönen Halle freuen.“ Sportlich dürfte es gleich knackig werden. In der Vorrunde geht es gegen Österreich (Donnerstag, 20.30 Uhr, ARD), Serbien (Samstag, 20.30 Uhr, ARD) und Spanien (Montag, 20.30 Uhr, ARD). Nur die beiden Bestplatzierten kommen weiter. „Es ist ja fast schon eine gewohnte Situation bei einer Europameisterschaft, dass man durch den Modus nur auf starke Gegner trifft“, meint Johannes Golla. „Wir werden von Anfang an gefordert sein, denn es gibt keinen leichten Gegner.“ Der Kapitän gilt als Bank im DHB-Team, ebenso SG Vereinskollege Marko Grgić. Luca Witzke, der dritte deutsche Nationalspieler im SG Trikot, fehlte schon beim November-Lehrgang und taucht aufgrund seiner schwerwiegenden Schulter-Blessur überhaupt nicht im deutschen 35er Kader auf. Daraus schnitzte Bundestrainer Alfred Gislason ein 18er Aufgebot, mit dem er in die Vorbereitung einstieg.
Vorbereitung und weiteres Programm
Die besten deutschen Handballer trafen sich kurz nach Neujahr in Hannover und gewannen gleich zwei Mal gegen den WM-Zweiten Kroatien (32:29, 33:27). „Wir brauchen bei der Europameisterschaft ab dem ersten Spiel absolutes Top-Niveau", meint Alfred Gislason. „Um uns darauf einzustimmen, passte Kroatien perfekt.“ Der Umzug nach Dänemark erfolgt am heutigen Mittwoch. Nach der schweren Vorrunde würde es am 22. Januar mit einer noch schwereren Hauptrunde weitergehen. Dort würden voraussichtlich Dänemark Frankreich, Norwegen und auch Portugal warten. Die Portugiesen waren vor zwölf Monaten im WM-Viertelfinale die Endstation. „Damals waren wir nicht an unser Leistungsoptimum gekommen“, meint Johannes Golla und hofft auf ein besseres Turnier: „Viele unserer Spieler waren zuletzt gut drauf, und wir spielen nun ein Jahr länger zusammen.“
