Am Freitag hatten etliche Spieler der SG Flensburg-Handewitt ihre Medaillen mit zum ersten Mannschaftstraining des Jahres. Nun rückt die Europameisterschaft in den Hintergrund. Der Vereinshandball meldet sich zurück. Die SG ist am Dienstag in der DAIKIN HBL beim VfL Gummersbach gefordert. Anwurf ist um 20 Uhr.
Das war ein schöner Anblick, als sich am Freitag für ein offizielles Foto ein Tor mit allen EM-Teilnehmern füllte und fast alle Spieler ihr Edelmetall in die Kameras halten konnten. Mit sechs Mal Gold und zwei Mal Silber war die SG so erfolgreich wie kein anderer Verein. Fürs Genießen ist allerdings keine Zeit. „Jetzt sollten alle ihre Medaillen zur Seite legen und von der EM auf den Verein umschalten“, fordert SG Coach Aleš Pajović. „Im Vergleich zu anderen Ligen hatten wir zwar ein paar Tage mehr frei. Aber wir hatten immerhin sieben Spieler im Finale, denen ich eine längere Pause gegönnt hätte.“ Aus Spielerkreisen sind ähnliche Worte zu vernehmen. „Ich hoffe, dass unsere Medaillengewinner mit Rückenwind zurückkommen“, sagt Rechtsaußen Domen Novak. „Die nächsten Wochen werden aber für Kopf und Körper sehr schwer.“
Interessante Konstellationen
Der Kader ist nicht komplett: Luca Witzke (Schulter) und Lukas Jørgensen (Kreuzbandriss) werden den Rest der Saison fehlen. Auch Kent Robin Tønnesen (Oberschenkel) kann vorerst nicht mitwirken, soll sich aber noch im Februar einen Einsatz-Check unterziehen. Lasse Møller musste die letzten Tage gesundheitlich etwas zurückstecken, mischte beim Abschlusstraining wieder mit. Besonders im Fokus stand Neuzugang Adin Faljić, der Johannes Golla und Blaž Blagotinšek in der Abwehr und am Kreis unterstützen soll. „Für uns ist er wichtig“, erklärt Aleš Pajović. „Für ihn ist es eine gute Chance zu zeigen, was er kann.“ Der VfL Gummersbach verpflichtete im Januar den bisherigen Göppinger Spielmacher Ludvig Hallbäck und ließ Ole Pregler in die Gegenrichtung ziehen. Der Tabellensechste errang in der Hinrunde einen Zähler in der „Hölle Nord“ und dürfte es der SG wieder sehr schwer machen. Zwei interessante Konstellationen: Die Oberbergischen haben vier ehemalige SG Spieler im Aufgebot und stellten bei der Europameisterschaft vier deutsche Nationalspieler.
