Die Saison nähert sich allmählich dem Ende. Das zeigt sich auch daran, dass die SG Flensburg-Handewitt am Samstag ihr vorletztes Heimspiel bestreitet. Gegen den TBV Lemgo Lippe geht es um wichtige Punkte für den zweiten Platz in der DAIKIN HBL. Anwurf in der GP JOULE Arena ist um 19 Uhr.
Den Saison-Höhepunkt hat der TBV Lemgo Lippe hinter sich. Die Westfalen gehörten zu den vier Klubs, die in Köln ein denkwürdiges Lidl Final4 erlebten. Sie ärgerten im Halbfinale den späteren Sieger Füchse Berlin und holten sich dann gegen den designierten deutschen Meister SC Magdeburg den dritten Rang. „Wir haben uns in Handball-Deutschland positiv präsentiert“, bilanzierte Niels Versteijnen. Der niederländische Linkshänder gehört neben Linksaußen Leve Carstensen zu den beiden TBV-Akteuren, die eine Vergangenheit im SG Nachwuchs haben und 2019 die Meisterschaft der A-Jugend gewannen. Jetzt bekommen sie hautnah mit, wie der Handball am Traditionsstandort Lemgo boomt wie seit Langem nicht mehr. Die Phoenix Contact Arena ist so gut wie immer ausverkauft, die Mannschaft schwang sich vor allem in der Hinrunde in ungeahnte Höhen auf. Jetzt dürfte nur noch Rang sechs drin sein. Eine Platzierung, mit der man normalerweise internationale Ansprüche erheben kann. Dieses Mal wird es aber wohl nichts mit der Qualifikation für die EHF European League.
Der TBV-Kader
Als Gesicht einer konstanten Entwicklung gilt Florian Kehrmann. Er kam 1999 als Spieler und setzte sich 2014 als Trainer auf die Bank. „Wenn man so lange in einem Verein ist, ist das wichtigste gegenseitiges Vertrauen und Wertschätzung“, sagt der 48-Jährige. „Beides ist beim TBV uneingeschränkt vorhanden.“ Als der ehemalige Weltklasse-Rechtsaußen in seine zweite Handball-Karriere startete, spuckte im Lipperland das Abstiegsgespenst. Nun ist der Klub ein Anwärter auf das obere Drittel. Die Mannschaft ist gewachsen. Der beste Torschütze in dieser Saison ist Niels Versteijnen. Der erfahrene Tim Suton und der zuletzt verletzte Lukas Hutecek kurbeln den Angriff an. Hendrik Wagner und Frederik Simak sind Alternativen im Rückraum und Optionen in der Abwehr. Zu den Torgaranten zählt auch Linksaußen Samuel Zehnder, der aus der Schweiz stammt. Ein Landsmann ist der neue Kreisläufer Joel Willecke. Im Tor bilden der Österreicher Constantin Möstl und Urh Kastelic ein Gespann. Der Slowene wird im Sommer nach Zagreb wechseln und durch den italienischen Nationalkeeper Domenico Ebner ersetzt. Für die nächste Serie wird der Kern des Teams zusammenbleiben. Frederik Simak (Füchse Berlin) und Jarnes Faust (THW Kiel) werden zu ihren ehemaligen Klubs zurückkehren. Dafür werden sich der Lette Jānis Pavels Valkovskis (HSC 2000 Coburg) und der Schweizer Levin Wanner (BSV Bern) dem TBV Lemgo Lippe anschließen.

