Die Saison der DAIKIN HBL beginnt mit einer englischen Woche. Die SG Flensburg-Handewitt freut sich auf das erste Heimspiel in der GP JOULE Arena. Premieren-Gast ist der TVB Stuttgart. Anwurf ist am Donnerstag um 20 Uhr.
Alles wie immer beim TVB Stuttgart? Seitdem der TV Bittenfeld 2015 ins Handball-Oberhaus aufgestiegen ist und den Namen der benachbarten Württemberg-Metropole in seinen Vereinsnamen aufnahm, stehen die Süddeutschen für eine tabellarische Konstanz, die sich zwischen Rang elf und 16 beziffern lässt. Platz 16 war es ausgerechnet im Juni, als der TVB erst in der Schlussphase des letzten Spieltags im Fernduell mit dem HC Erlangen und dem Nachbarn SG BBM Bietigheim den Klassenerhalt sicherstellte. Ein solche enge Kiste wollen die Verantwortlichen nicht wieder erleben. Deshalb haben sie die einleitende Frage mit einem entschiedenen Nein beantwortet. Diese grundsätzliche Ausrichtung zeigt sich vor allem in der Personalpolitik. Die Stuttgarter verabschiedeten sich von nicht weniger als neun Akteuren und verpflichteten immerhin sieben neue Kräfte. Dazu kommen neue Köpfe auf der Bank. Der Schweizer Misha Kaufmann wurde vom ThSV Eisenach losgeeist.
Neuer Trainer, neue Taktik?
Misha Kaufmann verblüffte an seiner alten Wirkungsstätte immer wieder mit unorthodoxen Taktik-Elementen: Eisenach deckte extrem offensiv und griff häufig mit vier statt nur drei Rückraumspielern an. Wird der Coach dieses Spielsystem zumindest in Teilen auf seinen neuen Klub übertragen? Es sieht so aus. Ein Indiz: Der TVB Stuttgart hat mit Gianfranco Pribetic und Samuel Röthlisberger nur zwei Kreisläufer im Kader, nachdem sich Lukas Laube kurzfristig dem THW Kiel angeschlossen hat. Außerdem hatte Misha Kaufmann zwei vertraute Schützlinge aus gemeinsamen Eisenacher Zeiten im Schlepptau: den italienischen Spielmacher Simone Mengon und den defensivstarken, kroatischen Linksaußen Ivan Snajder. Ein wichtiger Mosaikstein für die Deckung ist der Spanier Antonio Serradilla Cuenca, der zuletzt mit dem SC Magdeburg die EHF Champions League gewann. „Die Automatismen sind schon da und erkennbar, Kommunikation und Wille sind überragend“, beobachtete Misha Kaufmann. Seine weiteren Neuzugänge sind der erfahrene Keeper Daniel Rebmann, das niederländische Torwart-Talent Jorick Pol sowie die beiden jungen Rechtsaußen Jakob Nigg und Kasper Thorsen Lien. Bei allen Neuerungen: Es gibt auch eine personifizierte Konstanz – und die heißt Kai Häfner. Der 36-jährige Linkshänder ist exakt sein halbes Leben erstklassig. 2007 startete er bei Frisch Auf Göppingen und landete nach Stationen in Balingen, Melsungen und Hannover im Sommer 2023 beim TVB Stuttgart.

