Die SG Flensburg-Handewitt geht in die letzten neun Spieltage der DAIKIN HBL als Tabellendritter. Eine Position, die wahrscheinlich den Einzug in die EHF Champions League bedeuten würde. Umso wichtiger ist es, gegen GWD Minden zwei weitere Zähler einzufahren. Anwurf ist am Freitag um 20 Uhr.
Das war eine strapaziöse Zeit: Drei Jahre lang pendelten Handballer und Fans von GWD Minden regelmäßig rund 20 Kilometer zur Spielstätte des TuS N-Lübbecke. Ausgerechnet beim Erzrivalen mussten die Heimspiele ausgetragen werden, da die Kampa-Halle wegen einer aufwändigen Sanierung gesperrt war. Am 14. Februar schließlich das Comeback: Gegen die Rhein-Neckar Löwen waren alle 3700 Tickets vergriffen. Die Grün-Weißen sind im Sommer nach zweijähriger Abstinenz in die DAIKIN HBL zurückgekehrt. Trotz Verletzungspech zum Saisonstart punkteten sie so regelmäßig, dass sie sich in dieser Saison bislang oberhalb der Abstiegszone bewegten.
Ein ehemaliger SG Spieler als Trainer
Durch die Heimniederlage gegen den Vorletzten HSG Wetzlar schrumpfte das Polster allerdings. „Wir haben uns dennoch eine ganz gute Ausgangsbasis erarbeitet, obwohl uns fast alle zum Absteiger Nummer eins erklärten und in uns schon ein neues Potsdam gesehen haben“, sagt Aaron Ziercke. Er ist seit rund zwei Jahren Trainer von GWD Minden. Einst absolvierte er 34 Spiele für die SG Flensburg-Handewitt und warf dabei 46 Tore. Seine Erwartungen für das Auswärtsspiel bei der SG? „Wir kommen nicht nach Flensburg, um die weiße Fahne zu hissen“, sagt Aaron Ziercke. „Aber wenn wir mit unserer recht unerfahrenen Mannschaft gegen einen solchen Gegner bestehen wollen, muss es bei uns übermäßig gut laufen und beim Gegner übermäßig schlecht.“ Wo die Mindener in jedem Fall gut aufgestellt sind, ist die Torhüter-Position. Malte Semisch und Tibor Ivaniševic gehören zu den erfahrenen Vertretern ihrer Zunft und sollen auch in der kommenden Saison das Gespann zwischen den Pfosten bilden. Eine besondere Vereinstreue zeichnet die beiden Linksaußen aus. Florian Kranzmann ist in dieser Serie der zweitbeste Schütze der Mindener. Positionskollege Mats Korte hat für GWD bereits über 300 Profispiele bestritten. Im Rückraum gelten Ian Weber, Philipp Vorlicek und der Litauer Karolis Antanavičius als erste Besetzung, am Kreis ist es Tom Bergner.

