Es war der 31. Mai 2014: Im zweiten Halbfinale von Köln spulte der FC Barcelona all seine Routine ab und wähnte sich acht Minuten vor Schluss bereits auf der Siegerstraße. Beim 32:26 sprach nichts mehr für die SG Flensburg-Handewitt. Es half nur noch eine Alles-oder-nichts-Taktik. Der Underdog warf die Rotation an, Søren Rasmussen ging ins Tor, die Flügel besetzten nun die Youngsters Hampus Wanne und Bogdan Radivojevic. Zugleich ließ Coach Ljubomir Vranjes immer offensiver decken – und hatte damit Erfolg. Barcelona verlor den Kopf. Die SG rückte Tor um Tor heran. „Es war eine unglaubliche Aufholjagd“, erinnert sich Holger Glandorf, als ob es gestern gewesen wäre. Er war im Angriff nun neben Steffen Weinhold als zweiter Linkshänder aktiv, kam wenige Sekunden vor dem Abpfiff für Abwehrchef Tobias Karlsson erneut ins Spiel. „Davon weiß ich nichts mehr”, sagt der heutige SG Geschäftsführer. „Ich war im Film, habe einfach nur funktioniert.” Sein letzter Wurf zappelte im Netz, mit dem Schlusspfiff stand es 32:32.
Entscheidung im Siebenmeterwerfen
Auch die Verlängerung brachte keinen Sieger hervor. Ein Siebenmeterwerfen musste entscheiden. Hampus Wanne trat zum letzten Siebenmeter an. „Ich hatte einen klaren Vorteil: Torwart Danijel Saric kannte mich nicht, aber ich ihn aus vielen Videos”, erzählte der Schwede später. „Deshalb konnte ich nur gewinnen.“ Er entschied sich für einen coolen Leger. Der 20-Jährige sank kurz auf die Knie, breitete die Arme aus und wurde dann von seinen heranstürzenden Mannschaftskollegen auf Händen getragen. Zehn Jahre später erreichte Hampus Wanne ausgerechnet mit Barcelona das Endspiel und holte sich wieder den Titel.


