Die SG Flensburg-Handewitt verlor das Spitzenspiel äußerst unglücklich. Nach dem 30:31 (13:13) beim SC Magdeburg büßte sie den zweiten Tabellenplatz der DAIKIN HBL ein. Die besten Torschützen der SG waren Simon Pytlick (8), Niclas Kirkeløkke (6) und Emil Jakobsen (6/4).
Im Spitzenspiel der beiden Tormaschinen der letzten beiden Wochen dauerte es fast drei Minuten, bis der Ball das erste Mal im Netz landete. Auch danach lahmte die Effizienz etwas, und die Abwehrreihen hatten etliche Erfolgserlebnissen. Allen voran Benjamin Burić, der binnen Kürze zwei Siebenmeter und einen Gegenstoß spektakulär parierte. Zunächst allerdings konnte die SG diese Glanzparaden nur bedingt nutzen. Aber Benjamin Burić erwies sich weiterhin als wertvoller Rückhalt. So allmählich konnten sich die Gäste absetzen. Emil Jakobsen verwandelte einen Siebenmeter zum 5:3. Simon Pytlick schloss mit Dynamik aus dem Rückraum ab und erhöhte auf 9:6. Die 6:0-Deckung ergatterte den nächsten Ball, und Marko Grgić rannte auf das SCM-Gehäuse zu. Plötzlich war der Vorsprung auf vier Treffer angewachsen. Zwei Pfostentreffer, Pech mit den Schiedsrichter-Pfiffen und eigene Fehler ließen das Polster schnell schrumpfen. Drei Minuten vor der Halbzeit führte Magdeburg das erste Mal. Die SG antworte mit Lasse Møller, der seine Farben mit 13:12 nochmals in Front brachte. In die Kabine ging es mit einem Unentschieden.
Fehlendes Glück in der Crunch-Time
Im Spitzenspiel war nach 30 Minuten alles offen. Bekannt war da schon, dass in Berlin die Füchse nicht über ein 30:30-Remis gegen die TSV Hannover-Burgdorf hinausgekommen waren. In den zweiten Durchgang startete die SG mit dem nächsten Torhüter-Coup. Kevin Møller kam für einen Strafwurf – und blieb auch Sieger. Wenige Minuten später wiederholte sich dieser Streich. Auch die Magdeburger konnten sich auf eine gute Keeper-Leistung verlassen, sahen sich nun aber wieder mit einem Rückstand konfrontiert. Johannes Golla entwischte am Kreis und drückte den Ball zum 19:17 in die Maschen. Die Hausherren glichen schnell wieder aus. Es entwickelte sich nun ein packendes Offensiv-Feuerwerk. Unglaublich, aber wahr: Kevin Møller hielt auch seinen dritten Siebenmeter. Im Gegenzug düste Niclas Kirkelökke durch eine Lücke und markierte das 26:24 für die SG. Die Gäste hatten nun Oberwasser, zumal Kevin Møller auch aus anderen Positionen nicht zu bezwingen war. Marko Grgić erhöhte sieben Minuten vor dem Ende auf 28:25. In der GETEC Arena saß niemand mehr. Der SCM kämpfte sich zurück. Es stand 30:30, als die letzten 60 Sekunden begannen. Marko Grgić hatte großes Pech mit einem Wurf. Der Torwart-Abpraller entwickelte sich zu einem ungeplanten Pass für einen Gegenstoß. Doch Kevin Møller hielt überragend. Die SG hatte wieder den Ball, konnte aber nicht zu einem gefährlichen Wurf ansetzen. Im Gegenteil: Vier Sekunden vor Schluss startete der SCM zu einem weiteren Konter. Der Sirene ertönte offenbar einen Tick zu spät aus Sicht der SG. Das Tor zählte, die Magdeburger feierten die Meisterschaft.
