Beim offiziellen Akt wurden Erinnerungen wach und Zäsuren benannt: eine solche bildet der 17. Mai 1975 in Handewitt. An jenem Tag wurde das Sportzentrum, das heute den Namen „Wikinghalle“ trägt, eingeweiht. Von 1984 bis 1995 spielte die Handball-Bundesliga, kurzfristig boxte Wladimir Kitschko, und es gab auch etliche Konzerte – von Udo Jürgens über die Backstreet Boys bis zu „Die Ärzte“. Glaubt man den Zeitzeugen war die Wikinghalle ein „Schnäppchen“: 1,85 Millionen D-Mark, umgerechnet nicht ganz eine Million Euro. Und sie ist vergleichsweise groß: 27 Meter breit, 45 Meter lang und acht Meter hoch. „Ein Produkt der Gemeinzusammenlegung 1974“, weiß Handewitts Ehrenbürgermeister Horst Andresen dar. Zudem war Handewitt in jener Zeit Standort von Grund- und Hauptschule sowie Sonderschule. Von den Dimensionen profitierte auch der Handewitter SV. „Binnen weniger Monate stieg die Mitgliederzahl von 400 auf 1000“, hat der HSV-Vorsitzende Horst Fleischmann herausgefunden.
Bundesliga-Spannung und ein offizielles Länderspiel
1980 erlebte Handewitt sogar ein offizielles Länderspiel zwischen der Sowjetunion und Polen – und das kurz nach dem sowjetrussischen Einmarsch in Afghanistan. Das Handball-Flaggschiff der alten „Hölle Nord“ war die SG Weiche-Handewitt. Die Siege wurden im „Wikinger“ gefeiert, wo nun die Feierstunde begangen wurde und sonst die Schulmensa prosperiert. „Nicht nur einmal wurden wir vom Eingang bis zum Tresen über die Köpfe der vielen Menschen getragen, um unser Bier zu bekommen“, kann SG Präsident Dierk Schmäschke, Mitglied der 1984er Aufstiegsmannschaft, erzählen. Er und mehrere Mitstreiter trugen sich ins Goldene Buch der Gemeinde Handewitt ein. Am 6. August gibt es eine Fortsetzung unter dem Motto „50 Jahre Wikinghalle“: Dann spielt die SG gegen den DHK Flensborg.

