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„Hölle Nord“ im kollektiven Wahnsinn

DHB-Pokal: 36:34 – große Krimi-Stunde mit der SG

Tobias Karlsson: Vertragsverlängerung bis 2019

 
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26. Oktober

„Hölle Nord“ im kollektiven Wahnsinn

DHB-Pokal: 36:34 – große Krimi-Stunde mit der SG

Dramatik pur mit Happyend: Die SG Flensburg-Handewitt hat das Viertelfinale um den DHB-Pokal erreicht. Sie schlug am Abend die Füchse Berlin nach Verlängerung mit 36:34 (14:16, 30:30). „Das war in einer außergewöhnlichen Atmosphäre ein außergewöhnliches Spiel, das in die Pokalgeschichte der SG eingehen wird“, strahlte ein sichtlich erleichterter SG Geschäftsführer Dierk Schmäschke. SG Trainer Ljubomir bedankte sich ganz besonders bei den Zuschauern: „Sie haben uns 70 Minuten lang fantastisch unterstützt, ohne sie hätten wir es nicht geschafft.“ Volker Zerbe, sportlicher Leiter der Füchse, staunte: „Verlängerungen gibt es eigentlich nur in Hamburg, aber jetzt schon in der dritten Runde.“ Was für ein Abend! 70 Tore, 70 Minuten und ein kollektiver Wahnsinn in der „Hölle Nord“.

Zum Anfang: „Super, Flensburg-Handewitt!“ Mit Gesängen begrüßten die Fans ihre SG. Und die Mannschaft nahm die Stimmung mit auf das Parkett. Holger Glandorf eilte sofort durch die Füchse-Deckung und entfachte mit dem ersten Treffer auf den Rängen einen kleinen Orkan. Der steigerte sich noch, als der Linkshänder einen Gegenstoß zum 3:1 abschloss. So ging es leider nicht weiter: Berlin bewegte sich voll auf Augenhöhe. Goalgetter Petar Nenadic erwischte einen guten Start, Keeper Silvio Heinevetter nervte vor allem die SG Außen Lasse Svan und Anders Eggert.

Im Rückraum begannen neben Holger Glandorf außerdem Petar Djordjic und Thomas Mogensen. Im Mittelblock agierten Tobias Karlsson und Jacob Heinl. Nach einer Viertelstunde kamen Henrik Toft Hansen und Kentin Mahé. Der Franzose war hellwach, schnappte sich zwei Mal den Ball in der Deckung und markierte mit einem Doppelschlag das 9:8. Es war vorerst die letzte Führung. Die Füchse glänzten mit einer starken Phase und zogen auf 11:14 davon.

Ljubomir Vranjes legte erstmals seine grüne Karte. Die Zuschauer stärkten ihrer SG den Rücken. Stehende Ovationen spendeten die Sitzplatz-Inhaber. Von der Nordtribüne drang: „Auf geht`s Flensburg, kämpfen und siegen!“ Der eingewechselte Johan Jakobsson verkürzte gleich, und Mattias Andersson entschärfte einige Bälle. Vorne schlichen sich allerdings einige Ungenauigkeiten ein, sodass bis zur Halbzeit nur eine leichte Ergebniskosmetik betrieben werden konnte. Unmittelbar vor der Sirene zog Petar Djordjic ab. 14:16! „In der Kabine war ich nicht unzufrieden“, verriet Ljubomir Vranjes. „Es waren nur Kleinigkeiten, die bis dahin gegen uns sprachen – und wir hatten noch Energie.“

Mit Wiederbeginn griff Jim Gottfridsson ein, Kentin Mahé rückte auf den linken Flügel. Für einen erfolgreich verwandelten Siebenmeter kam aber wie gewohnt Anders Eggert. Mattias Andersson hielt gleich die ersten Würfe, Kentin Mahé düste zum 17:16. Grenzenlose Freude über die erste Führung seit Langem. Bogdan Radivojevic und Johan Jakobsson mit ihren Treffern zum 20:17 entfachten das Handball-Fest noch mehr. Thomas Mogensen war voller Adrenalin, lief einen Gegenstoß zum 22:18 und mit seiner innig geliebten Jubelpose zurück. „Einmal Flensburg, immer Flensburg“, sang der SG Anhang. Die Partie war komplett gedreht. „Ich bin mit dem Spiel insgesamt und vor allem mit der ersten Hälfte zufrieden“, bilanzierte Gästecoach Erlingur Richardsson. „Aber Anfang der zweiten Halbzeit waren mir das zu viele einfache Fehler – dann rollen die Gegenstöße der Flensburger.“
Die Füchse versuchten, sich in einem Team-Timeout zu sammeln. Sie waren an-, aber noch nicht ausgezählt. Als es wenig später 24:22 hieß, war die Spannung zurückgekehrt. Aber die „Hölle Nord“ hielt das Feuer am Leben. Die Konter über Bogdan Radivojevic oder Thomas Mogensen mündeten in besonders emotionale Momente. Dennoch waren die Ballwerfer aus der Bundeshauptstadt nicht abzuschütteln. Ein taktischer Winkelzug wirkte: Von elf Positionsangriffen mit sieben Feldspielern saßen neun. „Diese Variante hat mich überrascht, diese habe ich bei den Füchsen noch nie gesehen“, berichtete Ljubomir Vranjes. „So sind sie zurück ins Spiel gekommen.“

Beim 27:25 trommelte der SG Coach seine Jungs noch einmal zusammen. „Einmal Flensburg, immer Flensburg“, schallte es aus dem Publikum. Bis zum Schlusspfiff begleiteten stehende Ovationen die Aktionen der SG. Johan Jakobsson und Jim Gottfridsson ließen mit ihren Treffern etwas Druck aus dem Ventil. Mehr aber auch nicht. Berlin war nun voll in der Spur. Fabian Wiede glich zum 30:30 aus. Zwölf Sekunden vor Ende pfiffen die Referees ein Stürmerfoul gegen Johan Jakobsson. Die Füchse operierten weiterhin mit sieben Feldspielern, verloren den Ball. Der zwei Minuten vorher eingewechselte Kevin Møller hatte urplötzlich die Chance, mit einem Distanzwurf alles klar zu machen. Der Ball flog leider über das Tor. Verlängerung!

Die Zusatzzeit begann nicht vielversprechend. Thomas Mogensen blieb an der Berliner Deckung hängen, Fabian Wiede brachte die Füchse in Front. Doch dann baute sich Kevin Møller zum großen Rückhalt auf, entschärfte in den nächsten vier Minuten vier Würfe. „Zum ersten Mal überhaupt in meiner Trainer-Karriere habe ich nach 58 Minuten die Torhüter gewechselt, Kevin hat dann seine Sache sehr gut gemacht“, erzählte Ljubomir Vranjes. „Ich hatte nicht mehr damit gerechnet, dass ich noch spielen würde“, sagte der Keeper. „Aber ich bin immer bereit und freue mich über das von Ljubo gezeigte Vertrauen.“

Dir SG ging auf die Überholspur, und Henrik Toft Hansen markierte exakt mit der Sirene das 34:31. Riesen-Jubel im Rund – war das bereits die Entscheidung? Nein, die Berliner zeigten in den letzten fünf Minuten große Moral. 80 Sekunden vor Schluss hieß es durch Jakov Gojun nur noch 35:34. Der letzte Angriff der SG: Kentin Mahé hatte Platz auf Linksaußen und bewies Nervenstärke: Tor und Sieg! Die „Hölle Nord“ stand Kopf. „Oh, wie ist das schön!“ Dann der Bonus: Per Video wurde bekanntgegeben, dass Tobias Karlsson bis 2019 verlängert hat. Die Party erreichte ihren Siedepunkt mit dem Kapitän als spontanen Zeremonienmeister.

 

SG Flensburg-Handewitt – Füchse Berlin 36:34 (14:16, 30:30)

SG Flensburg-Handewitt: Andersson (12 Paraden), Møller (5 Paraden, ab 58.) – Karlsson, Eggert (2/2), Glandorf (2), Mogensen (7), Svan, Djordjic (4), Jakobsson (6), Heinl (1), Toft Hansen (1), Gottfridsson (4), Mahé (5), Radivojevic (4)
Füchse Berlin: Heinevetter (5 Paraden) – Wiede (5), Nenadic (8/2), Elisson (3), Jimenez (2), Vukovic, Gojun (3), Lindberg (1), Zachrisson (5), Fäth, Kozina (2), Drux (5)
Schiedsrichter: Schulze/Tönnies (Magdeburg/Dodendorf); Zeitstrafen: 10:6 Minuten (Heinl 4, Karlsson 2, Eggert 2, Mogensen 2 – Gojun 2, Jimenez 2, Drux 2); Siebenmeter: 2/2:2/2; Zuschauer: 5687
Spielverlauf: 1:0 (2.), 3:1 (6.), 3:3 (8.), 4:5 (11.), 7:5 (13.), 7:8 (16.), 9:8 (18.), 9:10 (20.), 9:12 (21.), 11:12 (22.), 11:14 (23.), 12:15 (25.), 13:16 (30.) – 17:16 (34.), 17:17 (35.), 20:17 (37.), 20:18 (38.), 23:18 (42.), 23:21 (44.), 24:22 (45.), 26:22 (47.), 27:23 (50.), 27:25 (52.), 29:26 (54.), 29:28 (56.), 30:30 (58.) – 30:31 (62.), 34:31 (65.), 34:33 (67.), 35:34 (69.) 

 

SG Kapitän Tobias Karlsson: Vertragsverlängerung bis 2019

Innerhalb von drei Wochen gibt die SG Flensburg-Handewitt nach Lasse Svan, Holger Glandorf nun bereits die dritte Vertragsverlängerung bekannt. Nach dem erfolgreichen Heimspiel im DHB-Pokal gegen die Füchse Berlin präsentierte die SG per Videobotschaft den nächsten Coup. Die Botschaft von SG Geschäftsführer Dierk Schmäschke: Tobias Karlsson verlängert seinen bestehenden Vertrag und hält somit noch mindestens zwei weitere Jahre die SG Abwehr auf Weltklasse-Niveau beisammen.

Der 1981 im schwedischen Karlskrona geborene Tobias Karlsson kam im Juli 2009 zur SG Flensburg-Handewitt und hielt fortan die Deckungsreihen als Abwehrchef zusammen. In den vergangenen sieben Jahren kam Tobias Karlsson bisher auf 368 Pflichtspieleinsätze im SG Trikot mit der Rückennummer 3 und erzielte dabei 111 Tore. Seit 2010 bekleidet der 1,96 Meter große und 102 Kilogramm schwere „Tobbe", wie er von seinen Teamkollegen und Fans nur genannt wird, das Amt des SG Mannschaftskapitäns. Die Kapitänsbinde trug er ebenfalls für sechs Jahre bei der schwedischen Nationalmannschaft, dessen Zugehörigkeit er nach den diesjährigen Olympischen Spielen in Rio nach eigener Entscheidung beendete.

Zu feiern gab es für den Modelathleten und Familienvater Karlsson bereits so einige Titel. Mit Hammarby IF wurde er in den Jahren 2006 bis 2008 dreimal in Folge schwedischer Meister. Bei einer kurzen Stippvisite beim THW Kiel wurde ihm ebenso die Deutsche Meisterschaft 2007 offiziell angerechnet. Als SG Kapitän durfte er in den darauffolgenden Jahren auch so manche Pokale als Erster in die Höhe strecken. Alles begann mit dem Sieg im Europapokal der Pokalsieger 2012. Es folgten Super Cup 2013, die VELUX EHF Champions League 2014 und zuletzt der DHB-Pokal 2015.

SG Geschäftsführer Dierk Schmäschke: „Ich freue mich mit Tobias den nächsten wichtigen Grundstein unserer Kaderplanung präsentieren zu können. Ich danke ihm für die tollen und offenen Gespräche in den letzten Wochen. Er ist in unserer Mannschaft seit Jahren eine große tragende Säule in der Abwehr und auch neben dem Feld eine ausgesprochen gute Führungspersönlichkeit. Durch seinen Rücktritt aus der schwedischen Nationalmannschaft hat Tobias gezeigt, dass er sich auch zukünftig weiter zu 100 Prozent auf unsere SG konzentrieren wird und seinem Körper in den entsprechenden Phasen nun auch die nötige Regeneration gönnen kann. Ich bin mir unter diesen Umständen sicher, dass Tobbe somit mindestens noch zwei weitere Jahre der bester Abwehrspieler der Welt sein wird.“

SG Trainer Ljubomir Vranjes: „Tobias Karlsson ist für mich als Trainer ein ganz wichtiger Bestandteil unserer Mannschaft. Ich freue mich, über diese Saison hinaus weiter mit ihm arbeiten zu können. Auf dem Feld und auch neben dem Feld führt er die Mannschaft mit viel Erfahrung und geht immer in allen Belangen als Vorbild voran. Er ist ein echter Führungsspieler in unserem Team. Als Trainer wünscht man sich einen Spieler wie Tobias Karlsson als Kapitän und Abwehrchef. Sportlich gesehen hat Tobias einen Bärenanteil an der sehr hohen Stabilität und damit auch mit dem Erfolg unseres Abwehrspiels.“ 

SG Kapitän Tobias Karlsson: „Diese Vertragsverlängerung ist für mich eine Herzensangelegenheit. Ich freue mich, dass ich mich mit dem Verein so schnell einigen konnte. Meine Familie und ich fühlen uns hier sehr wohl. Ich selbst bin am Wasser aufgewachsen, und die Nähe zur Förde mit ihren tollen Stränden hat für uns eine große Bedeutung. Ich fühle mich körperlich und auch mental fit und bin bereit weitere Aufgaben zusammen mit unserer Mannschaft zu erfüllen und auch in den kommenden Jahren um Titel mitzuspielen. Für die SG, diesen Verein, diese Mannschaft und all die Fans in unserem Rücken schlägt einfach mein Herz!“ Holger Glandorf: „Die SG und diese Region sind derzeit unser Zuhause!“

 
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26.05.2019 bis 23.06.2019

DIE TERMINE

Mi. 29.05.19 18:30 UhrSG Flensburg-Handewitt vs. Füchse Berlin
So. 09.06.19 15:00 UhrBergischer HC vs. SG Flensburg-Handewitt
 
Jacob Cement Baustoffe
Mehr Informationen erhalten Sie unter
http://www.sg-flensburg-handewitt.de oder www.facebook.com/SGFleHa

SG Flensburg-Handewitt Handball-Bundesliga GmbH & Co. KG

Schiffbrücke 66 │ 24939 Flensburg │ Germany

phone +49 (0)461 160 96 -0 | fax +49 (0)461 160 96 -22
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