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Blütenweiße Weste beschmutzt

DKB Handball-Bundesliga: 32:33 – Rückschlag für die SG

SG Flensburg-Handewitt – MT Melsungen 32:33 (15:14)

 
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12. September

Blütenweiße Weste beschmutzt

DKB Handball-Bundesliga: 32:33 – Rückschlag für die SG

Mit einem breiten Kader kann man rotieren. Deshalb nahm Ljubomir Vranjes abermals einige Änderungen an seiner Startaufstellung vor. Petar Djordjic fing diesmal an und erzielte schnell seinen ersten Treffer. Thomas Mogensen spielte zunächst nicht nur Offensiv-Chef, sondern auch in der Deckung. In der operierte zunächst Bogdan Radivojevic als vorgezogene Spitze und deckte Philipp Müller kurz. Im Tor das gewohnte Bild: Mattias Andersson startete mit einigen guten Paraden, darunter einen Siebenmeter. Da allerdings die 5:1-Abwehr der Gäste anfangs einige Bälle abfing, kam Melsungen ebenfalls gut in die Partie.

Die erste Viertelstunde war ein offener Schlagabtausch, bei dem die SG etwas Oberwasser gewann. Holger Glandorf erzielte mit einem Doppelschlag das 7:5. Die MT-Bank nahm das erste Team-Timeout. Danach verteidigten die Nordhessen defensiver. Zwar ließen sie sich von einer schnellen Mitte der SG, die über Bogdan Radivojevic abgeschlossen wurde, zum 9:7 überrumpeln, doch dann ließ der Elan der Hausherren nach. In den nächsten zwölf Minuten gab es nur zwei SG Treffer. Die Konsequenz: Melsungen zog vorbei. Nach 25 Minuten hieß es 12:14.

Zwei, drei Pässe – dann unterbrach Ljubomir Vranjes den Angriff mit einer grünen Karte. Der Coach zog offenbar an den Stellschrauben, denn die letzten fünf Minuten waren seine Jungs bestens fokussiert. Die 6:0-Abwehr zeigte nun keine Lücken, vorne mischte Rasmus Lauge mit. Das Heft nahm der Offensiv-Chef aber selbst in die Hand. Thomas Mogensen war per Konter und aus der zweiten Reihe zur Stelle. Und als der letzte Freiwurf-Versuch von Philipp Müller in der Mauer hängengeblieben war, durfte die SG mit einer Führung zum Pausentee schreiten.

Die 15-minütige Unterbrechung bekam Melsungen gut. Johannes Sellin und Timm Schneider trafen, und als Anders Eggert einen Siebenmeter ausließ, war Momir Rnic sogar das 17:18 vergönnt. Geschockt war die SG aber keineswegs. Der eingewechselte Johann Jakobsson zog eiskalt aus dem Rückraum ab, dann konterten er und seine Kameraden. Ehe sich der Gast versah, stand es 22:19. Team-Timeout für Melsungen! Danach wieder ein anderes Bild: Die Gäste diktierten urplötzlich das Geschehen, während die SG die Bälle verlor. „Wenn man in Flensburg mit drei Toren in Rückstand gerät, ist ein Spiel normaler Weise entschieden“, sagte Michael Roth später. „Aber meine Mannschaft hat die Nahtstellen getroffen und die Flensburger Torwart-Leistung in Grenzen gehalten.“

Beim 23:24 griff Ljubomir Vranjes ein. Die Ränge skandierten: „Steht auf, wenn ihr Flensburg seid!“ Unter stehenden Ovationen und mit Jim Gottfridsson kehrte die Mannschaft zurück. Doch es rollten die nächsten Gegenstöße, deren Abschluss der kurzfristig eingewechselte Keeper Kevin Møller nicht verhindern konnte. 23:26 – das sah nicht gut aus. Die „Hölle Nord“ peitschte ihre SG nach vorne, aber zehn Minuten vor Schluss hatte sich an der Ausgangslage nichts geändert: 26:29! „Insgesamt fehlte mir die Attitüde in der Körpersprache“, klagte Ljubomir Vranjes. „Handball ist nicht nur auf dem Spielfeld herumlaufen, unser Sport erfordert jedes Mal Herz und Leidenschaft.“

Aufgeben gehört nicht zu den Tugenden der SG, und so wurde es noch einmal packend. Thomas Mogensen brachte seine Farben auf 30:31 heran, dann brachten ein Fehlversuch von Holger Glandorf, eine Zeitstrafe gegen Tobias Karlsson und ein Gegentreffer von Timm Schneider die SG wieder in Rücklage. Doch als Thomas Mogensen zum 31:32 traf und der nächste Angriff der Hessen am Abwehrbollwerk abprallte, war die Hoffnung wieder groß. Doch Thomas Mogensen scheiterte bedrängt, 55 Sekunden vor Schluss hatte Melsungen den Ball. Dann ein Siebenmeter-Pfiff: Momir Rnic verwandelte und die Partie war entschieden. „Das war ein kleiner Rückschlag, denn zu Hause wollten wir kein Spiel verlieren“, bilanzierte SG Geschäftsführer Dierk Schmäschke. „Melsungen hat gewiss keine schlechte Mannschaft, aber unserer fehlte heute mental etwas die Einstellung.“

SG Flensburg-Handewitt – MT Melsungen 32:33 (15:14)

SG Flensburg-Handewitt: Andersson (13/1 Paraden), Møller (43.-47.) – Karlsson, Eggert (8/5), Glandorf (5), Mogensen (8), Djordjic (2), Jakobsson (2), Zachariassen, Toft Hansen (1), Gottfridsson (1), Lauge, Radivojevic (5)
MT Melsungen: Sjöstrand (16/2 Paraden), Villadsen (bei zwei 7m) – Maric (9), Rnic (4/1), Sellin (5), Forstbauer (2), Hildebrand, P. Müller (1), M. Müller (4), Schneider (4), Danner, Boomhouwer (4)
Schiedsrichter: Thöne/Zupanovic (Berlin); Zeitstrafen: 6:6 Minuten (Karlsson 2, Zachariassen 2, Jakobsson 2 – Schneider 4, Maric 2); Siebenmeter: 7/5:2/1 (Eggert scheitert zwei Mal an Sjöstrand, trifft aber einmal im Nachwurf – Boomhouwer scheitert an Andersson); Zuschauer: 5817
Spielverlauf: 0:1 (1.), 2:1 (2.), 2:3 (4.), 3:4 (5.), 4:5 (8.), 7:5 (11.), 9:7 (12.), 9:9 (14.), 10:9 (17.), 10:11 (19.), 12:12 (24.), 12:14 (25.) – 15:15 (31.), 17:16 (33.), 17:18 (35.), 20:18 (36.), 22:19 (38.), 23:21 (40.), 23:26 (45.), 25:26 (46.), 26:27 (47.), 26:29 (49.), 28:29 (52.), 29:31 (53.), 30:32 (56.), 31:32 (58.), 31:33 (60.)

 
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18.06.2019 bis 16.07.2019

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