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Karlsson
Grenzenlose Leidenschaft

HC Croatia Osiguranje Zagreb

Spiele zwischen dem HC Croatia Osiguranje Zagreb – der Namenspatron ist eine Versicherung – und der SG Flensburg-Handewitt gehören längst zu den Klassikern in der Champions League. Im März 2008, just an dem Tag als die SG mit Lasse Boesen, Oscar und Per Carlén drei Verpflichtungen für die Zukunft präsentierte, gastierten die Kroaten letztmals in der Campushalle. So lange ist es also noch gar nicht her; doch das Gesicht der Mannschaft hat sich seitdem rasant verändert. Nur der baumlange Linkshänder Marko Kopljar sowie die beiden Flügelspieler Zlatko Horvat und Ljubo Vukic stehen noch immer im Aufgebot.

Ivano Balic: Magier am Ball

Das Vorhaben, in Zagreb die besten Handballer Kroatiens zu bündeln und so die absolute Spitze im internationalen Vereinshandball anzugreifen, muss inzwischen als gescheitert gelten. Die Finanzen haben nicht mitgespielt. Im Sommer 2009 wechselten Igor Vori und Domagoj Duvnjak nach zähen Verhandlungen von der kroatischen Hauptstadt nach Hamburg. Diesmal schlossen sich drei weitere kroatische Größen konkurrierenden Klubs im Ausland an, nämlich Denis Spoljaric (Berlin), Mirza Dzomba (Vive Kielce) und Josip Valcic (Gummersbach). Außerdem konnte Ciudad Real den mazedonischen Linkshänder Kiril Lazarov loseisen.
Trotz des Aderlasses: Die Aufstellung ist noch immer eines Renommierklubs würdig. Den klangvollsten Namen trägt nach wie vor Spielmacher Ivano Balic. Seit der gewonnenen Weltmeisterschaft 2003 schwärmt die Fachwelt vom fast perfekten Auge und den No-Look-Pässen des Kroaten. „Ich habe noch einen Vertrag für zwei Jahre, werde in Zagreb hervorragend behandelt, und der Klub kam bislang allen Pflichten nach", sagt der 31-Jährige. Im slowenischen Internationalen David Spiler (von Cimos Koper) hat er für diese Serie ein neues Back-Up erhalten. Der Halblinke Tonci Valcic steht ebenso im Aufgebot des kroatischen Nationalteams wie die Flügel-Spezialisten Manuel Strlek und Zlatko Horvat. Im Tor stehen die vielfach Champions League geprüften Ivan Pesic und Gorazd Skof, am Kreis rackert der Ungar Gyula Gal.

Gorazd Skof: Rückhalt im Tor.

Um das Spieler-Kollektiv herum hat sich ein neues Team gebildet. Oder besser gesagt: Es wurde fast über Nacht installiert. Im März 2010 entließ die Klubführung – zu diesem Zeitpunkt völlig unerwartet – das Trainer-Duo Senjanin Maglajlija und Mirko Basic sowie Sportdirektor Bozidar Jovic. Dafür trat Nenad Kljaic, Olympiasieger von 1996, zum zweiten Mal nach der Serie 2006/7 die Aufgabe als Zagrebs Coach an und brachte Vladimir Jelcic als Assistenten mit. Vlado Sola, die kroatische Torhüter-Legende, stieg vom Betreuer der Keeper zum Team-Manager auf. „Wir kassieren zu viele Gegentore, und in der Offensive müssen wir mehr auf die Qualitäten eines Ivano Balic setzen", sagte Nenad Kljaic in einer ersten Bestandsaufnahme.
Wunderdinge konnte er allerdings nicht bewirken. Bei seiner Feuertaufe vor 13000 Zuschauer in der Zagreb Arena war sein Team beim 26:33 gegen den FC Barcelona chancenlos und büßte damit bereits nach dem Hinspiel alle Chancen auf das Viertelfinale in der Champions League ein. In der kroatischen Liga lief aber einmal mehr alles nach Plan. Ende Mai, nach einem 44:28-Erfolg in Dubrava war der 20. Titel in Reihe perfekt.

HC Croatia Osiguranje Zagreb