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Grenzenlose Leidenschaft

Jörg Kunze: Ein letzter Auftritt in Flensburg

Es ist wohl wirklich das letzte Mal, dass Jörg Kunze als Spieler in der Campushalle aufschlagen wird. Der ehemalige Linkshänder der SG Flensburg-Handewitt (2001-2003) wollte nach dem Aufstieg des HBW Balingen-Weilstetten in die Bundesliga eigentlich die Handballschuhe an den Nagel hängen. Doch dann ließ er sich vom Klub, von Trainer und von der Mannschaft überreden, vom Rücktritt zurückzutreten. „Das intakte Umfeld und die homogene Team-Struktur hat es mir sehr leicht gemacht“, erzählt Jörg Kunze. „Die Jungs akzeptieren es, dass ich nicht immer beim Training bin.“ Denn neben dem Handball gibt es noch mindestens zwei andere wichtige Dinge im Leben.
So wohnt der 38-Jährige weiterhin an der Bergstraße, zusammen mit seiner zweiten Ehefrau Clivia. In Mörlenbach, rund 220 Kilometer von der Heimat der Schwarzwald-Handballer entfernt. Immer montags und donnerstags fährt Jörg Kunze in den Süden, um an insgesamt drei Trainings-Einheiten teilzunehmen. Das berufliche Standbein steht im unterfränkischen Obernburg. Für ein Sportgeschäft bringt Jörg Kunze seine „Erfahrungswerte“ ein, wenn es um den Einkauf von Schuh und Bällen geht.

Das letzte Bundesliga-Jahr begann unglücklich. Schon am zweiten Spieltag verletzte sich der ehemalige Nationalspieler. Innenbandanriss und Meniskus-Einriss – acht Wochen Pause! Erst seit knapp drei Wochen befindet sich der Routinier wieder im Training, im Pokalspiel gegen Kronau-Östringen machte er erste „Gehversuche“. Jörg Kunze: „Ich gehe davon aus, dass ich in Flensburg dabei bin.“
Den Auftritt in der „Hölle Nord“ bewertet er als „besonderes Spiel“. Aber nicht nur für sich, sondern auch für die ganze Mannschaft. „Eine solch große Kulisse wird vor allem für die jungen Spieler ein Erlebnis“, glaubt Jörg Kunze und schmunzelt. „Ich hoffe, dass es kein bitteres Erlebnis wird und wir uns gut verkaufen können.“ Die SG sieht er klar in der Favoritenrolle: „Hut ab, wie die SG die Lösung mit einem Interims-Coach meistert.“
Sein eigener Vertrag läuft offiziell noch bis zum 31. Dezember, verlängert sich aber automatisch bis zum Saisonende – wenn weder Spieler noch Verein die Option zum Ausstieg nutzt. „Daran denke ich nicht“, erklärt Jörg Kunze. „Ich habe jetzt die Gewissheit, dass dieses Jahr Bundesliga vom Aufwand zu bewältigen ist.“ Danach liebäugelt er mit einer Trainer-Laufbahn. Seinen ersten Schein hat Jörg Kunze bereits bei seinem jetzigen Trainer Dr. Rolf Brack absolviert. „Er versucht, stets sein enormes Fachwissen zu vermitteln“, berichtet Jörg Kunze. „Doch bei der praktischen Umsetzung sind die vielen Informationen manchmal für einige Akteure etwas zu hoch.“