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Grenzenlose Leidenschaft

Punktlandung

21.02.2013 -VELUX EHF Champions League: 29:29 – die SG hat Platz zwei sicher

Die SG Flensburg-Handewitt hat in der Gruppe A der VELUX EHF Champions League zumindest den zweiten Platz sicher. Beim Tabellendritten Chekhovskie Medvedi erreichte sie in letzter Minute ein 29:29 (13:14)-Unentschieden. Damit steht fest, dass die SG im Achtelfinale zunächst auswärts antreten und ihr Heimspiel am 23. oder 24. März bestreiten wird. Das Geheimnis um das „Blind Date" lüftet sich allmählich. Falls der HSV Hamburg am Samstag gegen Montpellier HB verlieren sollte, würde sogar der Gruppensieg winken. „Wohin die Reise dann wirklich gehen wird", sagte ein erleichterter SG-Geschäftsführer Dierk Schmäschke, „warten wir ganz in Ruhe bis zur Auslosung am Dienstag ab."

Die SG hatte in Russland eine Menge zu improvisieren. Lasse Svan Hansen (Grippe), Maik Machulla (Magen-Darm-Virus) und Michael Knudsen (Knie) mussten passen. Die ersten großen Impulse setzte die SG aber im linken Rückraum. Lars Kaufmann startete konsequent, hatte nach sieben Minuten bereits drei Treffer erzielt. Die SG führte mit 2:5. Ebenfalls von Anfang an stark: Mattias Andersson, der die „Bären“ zunächst sichtlich nervte.

Allerdings schlichen sich zunehmend Fehler im Angriff ein. Dem Bundesligisten schmeckte die 5:1-Defensive der Russen nicht wirklich. Nach sechs Minuten ohne Torerfolg war Chekhovskie Medvedi wieder gleichauf. Ein Team-Time-Out von SG-Coach Ljubomir Vranjes stoppte den Trend, die anfängliche Dominanz war aber nicht mehr herstellbar. Es entwickelte sich nun eine Partie auf Augenhöhe.

Ljubomir Vranjes nutzte seine Bank. Morten Dibbert schnupperte einmal mehr internationale Luft, Olafur Gustafsson und Holger Glandorf besetzten nun die Halbpositionen, währen Steffen Weinhold zwischen Rechtsaußen und Rückraum-Mitte pendelte. Die kurioseste Szene beim 10:10: Mattias Andersson trank gerade an der Seitenlinie, als Timur Dibirov der SG-Offensive den Ball stibitzte. Aus der Distanz traf er aber nur den Außenpfosten des verwaisten SG-Gehäuses.

Die Bären-Führung war noch einmal vertagt – aber nicht aufgehoben. Knapp vier Minuten vor der Pause brach Chipurine am Kreis durch. 13:12! Florian von Gruchalla glich kurz darauf per Gegenstoß aus. Ärgerlich die letzten Sequenzen des ersten Durchgangs: Anders Eggert scheiterte mit einem Siebenmeter-Heber an Richard Stochl. Die letzten Sekunden nutzte Timur Dibirov und schlängelte den Ball an Mattias Andersson zum 14:13 vorbei. „Bei uns wechselten sich Licht und Schatten ab", meinte Dierk Schmäschke. „Eine gewisse Müdigkeit war allen anzumerken."

Spannung in Tschechow. Fotos: Chekhovskie Medvedi

Die zweite Hälfte begann nicht gerade glanzvoll für die SG. Der russische Meister lag nun mit zwei Treffern in Front, als Mattias Andersson gegen den bis dahin fehlerlosen Sergiy Shelmenko parierte, registrierten die mitgereisten SG-Fans einen Lichtblick. Anders Eggert hatte ein gutes Händchen und glich zum 17:17 aus. Nach einem kleinen Gerangel zwischen Tobias Karlsson und Mikhail Chipurin und folgenden Hinausstellungen war etwas mehr Platz auf dem Spielfeld. Das nutzten die Hausherren wesentlich besser. Mit dem gewonnenen Mut legten sie einen Zwischenspurt bis zum 23:18 ein.

Ärgerlich legte Ljubomir Vranjes die grüne Karte auf den Kampfrichter-Tisch. Er appellierte an die Einstellung seiner Mannschaft. Mit Erfolg: Die 6:0-Abwehr agierte nun aggressiver, die SG kämpfte sich wieder heran. Acht Minuten vor Schluss rutschte Holger Glandorf aus, schaffte es aber, aus dem Sitzen heraus den Wurf abzuschließen. 26:25 – die SG war wieder dran! Doch eine Zeitstrafe gegen Tobias Karlsson warf die SG erneut zurück.

Die SG zeigte Moral, machte den Drei-Tore-Vorsprung wett. Olafur Gustafsson traf zum 29:28, dann wehrte Mattias Andersson einen Wurf von Daniil Shishkarev ab. Noch eine Minute, Ljubomir Vranjes holte seine Jungs letztmals an die Seitenlinie. „Wir brauchen einen Punkt, um Zweiter zu werden“, rief der Trainer. Jacob Heinl holte tatsächlich einen Siebenmeter heraus, den Anders Eggert verwandelte. Sergei Gorbok setzte mit dem Schlusspfiff den letzten Wurf über das Gehäuse. Das Unentschieden war perfekt. „Das war eine anstrengende Reise", bilanzierte Dierk Schmäschke. „Aber wir können zufrieden sein. Nun schauen wir ganz in Ruhe, was der HSV Hamburg am Samstag macht."

Anders Eggert sorgte per Siebenmeter für das 29:29.

 

Chekhovskie Medvedi – SG Flensburg-Handewitt 29:29 (14:13)
Chekhovskie Medvedi: Grams (10 Paraden; ab 31.), Stochl (4/1 Paraden) – Filippov (5), Aslanyan, Zhitnikov, Chernoivanov, Shelmenko (5), Gorbok (3), Rastvortsev, Shishkarev (4), Chipurin (1), Koksharov (3/3), Dibirov (8), Evdokimov
SG Flensburg-Handewitt: Andersson (16/1 Paraden), Rasmussen (bei einem 7m) – Karlsson, Eggert (5/3), Glandorf (3), Mogensen (2), Weinhold (2), Dibbert, Heinl (3), Gustafsson (2), von Gruchalla (5), Kaufmann (7)
Schiedsrichter: Kleven/Ramberg (Norwegen); Zeitstrafen: 8:6 Minuten (Evdokimov
2, Chipurin 2, Gorbok 2, Chernoivanov 2 – Karlsson 4, Heinl 2); Siebenmeter: 5/3:4/3 (Dibirov scheitert an Andersson, Filippov an den Pfosten – Stochl hält gegen Eggert); Zuschauer: 2500
Spielverlauf: 0:3 (4.), 1:4 (6.), 2:5 (7.), 5:5 (13.), 5:7 (15.), 7:7 (18.), 8:9 (20.), 10:10 (22.), 11:12 (25.), 13:12 (27.), 13:13 (29.) – 15:13 (31.), 16:15 (33.), 17:17 (36.), 19:17 (38.), 23:18 (43.), 24:19 (46.), 24:21 (48.), 25:23 (49.), 26:25 (52.), 28:25 (55.), 28:27 (56.), 29:27 (57.)

Von: ki