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Rasmus Lauge
Grenzenlose Leidenschaft

„Linie der Schiedsrichter insgesamt okay“

21.12.2016 -Flensburger Tageblatt: SG verärgert über Füchse Berlin

Zunächst hatten die Verantwortlichen bei der SG Flensburg-Handewitt ihren Ärger  geschluckt und sich über den 27:26-Sieg gegen die Füchse Berlin in der Handball-Bundesliga gefreut. Nach reiflicher Überlegung und intensiver Nachsichtung der Partie per Video sahen sich Geschäftsführer Dierk Schmäschke und Trainer Ljubomir Vranjes gestern aber doch veranlasst, auf die Berliner Vorwürfe gegen die Schiedsrichter Hans-Peter Brodbeck und Simon Reich aus Metzingen zu reagieren. Füchse-Trainer Velimir Petkovic und  Torhüter Silvio Heinevetter hatten die Unparteiischen für ihre Niederlage verantwortlich gemacht, Heinevetter gar behauptet: „Schiedsrichter machen Fehler, aber in Flensburg immer häufiger.“ Füchse-Sportkoordinator Volker Zerbe sprach von „teils einseitiger Spielauslegung“.

Davon könne keine Rede sein, so Schmäschke: „Es gab Fehlentscheidungen, aber die Linie der Schiedsrichter war insgesamt okay. Keiner kann sich beschweren. Hier wird versucht, eine Tendenz zu erzeugen und Einfluss auf künftige Spiele zu nehmen.“ Vranjes nannte das Verhalten der Berliner unprofessionell: „Es hört sich an, als wenn nur gegen Berlin gepfiffen wurde. Die Schiedsrichter hatten keinen guten Tag, aber es gab Fehler auf beiden Seiten – das ist menschlich.“ Insbesondere die Dramatisierung des Geschehens durch Petkovic („Meine Spieler haben geweint“) und Heinevetter („Schiedsrichter müssen in Flensburg einen Arsch in der Hose haben“) verärgert Vranjes. „Was ist das für ein Spiel? Was ist das für ein Quatsch? Ich verstehe, dass man enttäuscht ist, wenn  man verliert. Aber hier wird eine Stimmung erzeugt, die nicht der Wahrheit entspricht. Das können wir so nicht stehen lassen.“ Heinevetter hatte schon im Spiel versucht, die Schiedsrichter zu beeinflussen und ab der ersten Minute bis zum Ende unentwegt auf Brodbeck/Reich eingeredet, keinen Pfiff gegen Berlin unkommentiert gelassen – erstaunlicherweise ohne Konsequenzen.

Der Sender Sport1 schlägt sich auf die Seite der Füchse und betitelt ein Video in seiner Internet-Mediathek mit „Umstrittene Rote Karte bringt Flensburg zum Sieg“. Tatsächlich ist dort zu besichtigen, dass der ungelenke Griff des Berliners Mattias Zachrisson an den Hals von Kentin Mahé unbedingt zu bestrafen war. Dass zur Zeitstrafe noch die diskutable Rote Karte kam, war unerheblich – es waren ohnehin nur noch 90 Sekunden zu spielen.

Von: Jan Wrege