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Karlsson
Grenzenlose Leidenschaft

10.09.2007 -Das „Rote Sofa“: Handball-Stars plaudern über Persönliches

Das „Rote Sofa“ ist eine neue Rubrik im Hallen-Magazin KONTER.
Spieler der SG Flensburg-Handewitt zeigen den Lesern Ausgabe für Ausgabe ihre Flensburger Lieblingsplätze und plaudern mit Zita Newerla über Persönliches. Die Handball-Stars verraten, was sie außerhalb des Spielfeldes beschäftigt, bewegt, motiviert, nervt, zum Weinen oder zum Lachen bringt.
  

 

Folge 1: Lars Christiansen
Du wolltest, dass wir das Sofa hier hinstellen. Warum ist das hier dein Lieblinsplatz? 
Lars Christiansen: Ich bin seit 1996 in Flensburg. Seit fast einem Jahr wohne und lebe ich hier in der Neustadt. Und das sehr gerne. Aus meiner Wohnung kann ich die ganze Stadt und sogar eine Ecke Dänemarks sehen. Aber das Schönste ist die Förde, Wasser ist unheimlich wichtig für mich.

Du lebst zwar lange hier, aber gibt es irgendwas, was du aus Dänemark vermisst?
Lars Christiansen: Nein. Ich weiß nicht, wie es wäre, wenn ich in einer anderen deutschen Stadt leben würde, aber Flensburg ist super. Vielleicht hat das mit der Geschichte der Stadt zu tun. Die Leute, die hier leben sind auch sehr „dänisch“. Die Flensburger sind offen, freundlich und flexibel. Ich fühle mich hier sehr wohl.

Wer sind die wichtigsten Personen in deinem Leben?
Lars Christiansen: Meine ganze Familie! Meine Frau, mein Sohn, meine Eltern und alle die zu meiner Familie gehören. Zusammenhalt wurde bei uns immer groß geschrieben. Der Kreis der wichtigsten Menschen ist bei mir vielleicht deswegen größer als bei vielen anderen.

Und was ist „das Wichtigste“?
Lars Christiansen: Ehrlichkeit. Das schätze ich am meisten. Für mich beinhaltet Ehrlichkeit auch Treue, Gradlinigkeit und andere Werte. Sie ist auch im Mannschaftssport wichtig.

Für welche Werte stehst Du innerhalb der Mannschaft? Was meinst du, zeichnet dich innerhalb dieser Gemeinschaft aus?
Lars Christiansen: Ich bin sozial und zuverlässig. Und ehrlich natürlich.

Dein Vertrag läuft Ende der Saison aus. Kannst du dir vorstellen weiterzuspielen?
Lars Christiansen: Klar. Ich bin jetzt 35, das ist doch kein Alter (lacht). Solange Handball Spaß macht und ich die Leistung bringen kann, will ich unbedingt weitermachen. Noch passt das alles.  

Wie verbringst du die Zeit außerhalb des Handballs?
Lars Christiansen: Mit meiner Familie oder mit Golf.

So viele Trainer und Spieler nennen als Hobby Golf. Warum gerade dieser Sport?
Lars Christiansen: Als Handballer spielst du im Team. Wenn das Spiel nicht so gut läuft, haben das alle „verbockt“. Rein theoretisch hat man eine Ausrede. Beim Golf kannst du dich nicht hinter dem Kollektiv verstecken, du siehst allein deine eigene Leistung. Ich glaube, dass das der Hauptgrund dafür ist, dass so viele Handballer Golf spielen. Und du bist draußen an der frischen Luft. Das gibt einem das Gefühl von Freiheit. Ein weiterer Aspekt ist, dass man sich konzentrieren muss, während man die Bälle schlägt. So kriegt man den Kopf völlig frei.

Fotos: Brian Bojsen

Scheinbar wollen Mannschaftssportler auch mal „ihr eigener Herr“ sein. Ist das der Grund für deine neuen beruflichen Pläne? Du hast am 30. August dein eigenes Hummel Geschäft in Hamburg aufgemacht.
Lars Christiansen: Ja, auch. Klar will man sich ausprobieren. Aber es muss auch passen. Und ich habe das Gefühl, dass Hummel und ich sehr gut zusammen passen. Wir arbeiten seit Jahren zusammen. Ich trage nicht nur die Klamotten von Hummel gerne, ich habe auch gerne mit den „Hummel-Leuten“ zu tun. Also mit den Menschen, die da arbeiten. Und das Unternehmen finde ich auch persönlich toll. Sie reagieren nicht nur, sie agieren in Sachen Mode. Sie setzten Trends und entwickeln sich in die richtige Richtung. Sie sind schnell und flexibel. Diese Eigenschaften sind nicht nur im Handball wichtig. Hummel ist eine gute Mischung zwischen dänischen Werten und norddeutscher Tradition. Und irgendwie reizt mich die Idee, eine Marke dahin zurück zu bringen, wo sie entstand – nach Hamburg.

Hat noch Handball in deinem Leben Priorität?
Lars Christiansen: Natürlich! So lange ich für die SG spiele, hat Handball eindeutig Vorrang! Aber wir wollen uns alle auch in anderen Bereichen ausprobieren. Du kannst nicht mit 50 Leistungssportler sein. Und das will man auch nicht. Es ist optimal, wenn man etwas neben der aktiven Karriere schon anfangen kann.

Du spielst hier in der zwölften Saison. Diese Vereinstreue ist heutzutage sehr selten. Was macht die SG Flensburg-Handewitt so besonders?
Lars Christiansen: Die SG ist und war immer optimal für mich. Der Verein hat alles, was ich suche. Die Art der sportlichen Herausforderung hier, die Entwicklung der letzten Jahre, die Einkaufspolitik von Spielern passt für mich perfekt. Die SG hat „handballmäßig“ alles, was ich suche. Man sagt, als Witz, dass wir die beste dänische Mannschaft sind. Aber irgendwie stimmt das schon. Hier spielen viele dänische Nationalspieler, und die dänischen Klubs schlagen wir immer.

Was ist dein sportliches Ziel für die Saison?
Lars Christiansen: Insgesamt wollen wir drei Titel. Zwei haben wir schon. Den Hummel-Charity- Cup und den Jacob-Cement-Cup haben wir gewonnen! Also fehlt uns noch einer (lacht). Welche der begehrtesten Trophäen wir schaffen, werden wir sehen.

 

Vorschau

In der nächsten Ausgabe des KONTER erzählt Ljubomir Vranjes unter anderem über seine „Serbische Seele“, wie seine erste Amtshandlung als Mannschaftskapitän aussah und was die Abendsonne an der Förde an sich hat.

Von: Zita Newerla