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Grenzenlose Leidenschaft

04.07.2010 -Das "Rote Sofa": Handball-Stars plaudern über Persönliches

Das „Rote Sofa“ ist eine Rubrik im Hallen-Magazin KONTER. Handball-Stars verraten Zita Newerla, was sie auf und außerhalb des Spielfeldes beschäftigt, bewegt, motiviert, nervt, zum Weinen oder zum Lachen bringt.  
(Ein Gespräch aus der Rückrunde)


Folge 47: Alexander Petersson
In einigen Tagen ziehst du mit der Familie nach Berlin. Was weißt du über diese Stadt?
Alexander Petersson: Über die Stadt weiß ich noch gar nichts. Was ich bis jetzt gesehen habe, finde ich schön. Ich denke, meine Familie und ich werden dort auch viel Spaß haben.

Eine Wohnung habt ihr bereits. Nach welchen Kriterien hast du in einer Stadt, die du nicht kennst, eine Bleibe ausgesucht?
Alexander Petersson: In erster Linie hat meine Frau gesucht. Gut, sie kannte die Hauptstadt auch noch nicht. (lacht) Wichtig war uns, dass die Trainingshalle für mich und die Schule für meinen älteren Sohn in der Nähe sind. Wichtig  finde ich auch, dass man nicht weit vom Stadtkern wohnt. Es sollten S- und – wie heißt sie? – U-Bahn in der Nähe sein.

S- und U-Bahn, ja. Kennst du den Unterschied?
Alexander Petersson: (lacht) Klar, U-Bahn fährt unten. Außerdem sollte unsere Wohnung gerne ruhig liegen. Wir haben nach etwas gesucht, wie unser Haus in Handewitt. Und auch gefunden!

Glückwunsch! Das ist nicht so einfach in der Hauptstadt. Hat dich in deiner Entscheidung auch beeinflusst, dass der Trainer der Füchse ein Isländer ist?
Alexander Petersson: Natürlich. Er ist sehr gut mit meiner Frau befreundet, sie haben früher in einem Klub gespielt. Lustig war, dass er sich fast ausschließlich bei meiner Frau meldete. Er hat Eivor in einem Monat bestimmt mindestens 20 Mal angerufen, wie ich mich denn entscheide, und sie fragte mich dann, ob ja oder nein. Der Trainer und ich sprachen kaum.

Und wer hat die Entscheidung getroffen?
Alexander Petersson: Ich natürlich! Ich freue mich wirklich auf diese neue Aufgabe bei den Füchsen.

Deine neue Mannschaft spielt traditionell in  gelben Trikots. Gelb steht niemandem. Höchstens Homer Simpson...
Alexander Petersson: Gelb wird mir gut stehen! (lacht)

Vielleicht. In der Hauptstadt hat man dich bereits als „Mr. Sexy“ angekündigt.
Alexander Petersson: Hey, du hast das losgetreten! Als ich das erste Mal auf dem „Roten Sofa“ saß, habe ich die Geschichte erzählen müssen...

Ja, ich bin schuld. Aber die Berliner freuen sich! Apropos „Mr. Sixpack“: Wen siehst du bei der SG als dein Nachfolger?
Alexander Petersson: Jacob oder Oscar könnten das sein. Aber auch Tobias ist super in Form. Die drei werden es unter sich ausmachen, denke ich. (lacht)

Wirst du irgendetwas aus Flensburg vermissen?
Alexander Petersson: Alles, was ich hier hatte! Die SG ist eine super Mannschaft, wir sind eine große Familie. Das Team fühlt sich an, als wären wir 14 Brüder, die alles immer zusammen machen. Dieses Mannschaftsgefühl ist wirklich einmalig, das habe ich bisher nur hier erlebt. Und auch die Fans sind klasse!


Als du nach Flensburg kamst, hast du erst einmal ein halbes Jahr gar nichts gesagt. Inzwischen bist du ein sehr wichtiger Bestandteil des Teams, der in jeder Situation sehr sicher ist. Hat dieses Selbstbewusstsein mit Olympiasilber und EM-Bronze zu tun? 
Alexander Petersson:
Man braucht nicht Titel, um sicher zu sein, denke ich. Vielmehr hat das mit Erfahrung zu tun. In den letzten drei Jahren, zwischen 27 und 30, bin ich hier zu einem fertigen Spieler gereift.


Düsseldorf, Großwallstadt, Flensburg waren bis heute deine Stationen in Deutschland. Euer erster Sohn Lukas ist in Düsseldorf geboren, euer zweiter Sohn Tomas kam in Flensburg auf die Welt. Plant ihr noch einen Berliner?
Alexander Petersson:
Das weiß keiner so genau. Wir könnten uns noch ein Kind vorstellen, aber es muss natürlich auch alles passen. Wir werden sehen. Lukas wird übrigens öfter gefragt, welche Nationalität er hat. Dann erzählt er, er fühlt sich gleichzeitig isländisch, lettisch und deutsch. Oder er beantwortet die Frage ganz einfach, in dem er sagt, er ist ein Düsseldorfer. Es ist schon ganz lustig, mit welcher Inbrunst er auf sein „Düsseldorferdasein“ besteht!

Was nimmst du aus Flensburg mit?
Alexander Petersson: Aus jeder Stadt, wo ich gelebt hatte, habe ich etwas Wichtiges mitgenommen. Aus Flensburg nehme ich neben vielen schönen Erinnerungen diesen einmaligen Mannschaftsgeist und den Zusammenhalt mit.

Bei deiner Ankunft hier vor drei Jahren hattest du mit dem Wetter Schwierigkeiten. Du sagtest, überall in Deutschland wäre es wärmer...
Alexander Petersson: Oh ja. Daran kann man sich nicht gewöhnen. (lacht) Das Wetter ist das einzige, was ich bestimmt nicht vermissen werde!
 

 

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Von: Zita Newerla