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Karlsson
Grenzenlose Leidenschaft

Tolle Torhüter-Leistungen

28.11.2018 -VELUX EHF Champions League: 27:25 – wichtiger Sieg gegen Szeged

10:10 Punkte – so lautet die Bilanz in der VELUX EHF Champions League für die nächsten zwei Monate. Die SG Flensburg-Handewitt schlug am Abend das Top-Team von MOL-Pick Szeged mit 27:25 (14:14). „Wir haben die ganze Zeit an den Sieg geglaubt, der uns nun alle Türen öffnet für die nächste Runde“, freute sich SG Trainer Maik Machulla. Sein Kollege Juan Carlos Pastor äußerte sich naturgemäß nüchterner: „So ist Handball: Vor drei Tagen feierten wir noch einen tollen Sieg, jetzt sind wir über unsere Angriffsleistung enttäuscht.“

Tobias Karlsson (Kopftreffer in Skjern) war recht kurzfristig ausgefallen. Die Alternative in der Deckung war naheliegend: Rasmus Lauge agierte abermals als Spitze einer 5:1-Formation. Hinter ihm stand Simon Hald im Zentrum. In der raschen Torfolge der Anfangsphase sah die Abwehr nicht immer glücklich aus. Als die Zuschauer schon etwas unruhig wurden, begeisterte Torbjørn Bergerud in kurzer Folge mit drei Paraden. Magnus Jøndal verwandelte vom linken Flügel zum 8:8. Einmal „griff“ sogar Maik Machulla direkt ins Spielgeschehen ein: Ein Ball landete im Seitenaus, der Coach reichte ihn weiter an Rasmus Lauge, der per Einwurf den davoneilenden Magnus Jøndal bediente. Der Norweger wurde siebenmeterreif gefoult, was er nicht ungenutzt ließ. 10:9!

Taktisch war einiges zu besprechen. Fotos: Benjamin Nolte

Mit Gleichstand in die Pause
Bei Szeged steuerte nun Jean Bombac die Offensive. Das Blatt drehte sich wieder. Ein Team-Timeout und eine Glanztat von Torbjørn Bergerud, der einen Kempa-Trick des ungarischen Meisters gerochen hatte, verhinderten einen höheren Rückstand als das 12:14 nach 27 Minuten. Stehende Ovationen peitschten die SG Jungs nach vorne. Rasmus Lauge zog erfolgreich ab. Einen Gegenstoß schloss Magnus Jøndal ab – das Gehäuse war wegen einer Unterzahl des Gastes verwaist. Da kann noch mehr gehen, dachten sich die Zuschauer, die sich für die letzten 30 Sekunden allesamt erhoben. Es blieb allerdings beim Remis zum Pausentee.

Torbjørn Bergerud vernagelte sein Tor
Mit Wiederbeginn kam Gøran Johannessen. „Zum einen wollte ich Rasmus Lauge für den Endspurt schonen“, erklärte Maik Machulla, „zum anderen hielt ich gegen Dean Bombac ein 6:0-System für angebrachter.“ Torbjørn Bergerud vernagelte sein Tor trotzdem immer wieder. Seine Vorderleute konnten diese mentale Vorlage allerdings nicht nutzen. Auch Szeged hatte in Mirko Alilovic einen bärenstarken Keeper, der sich mehrfach auszeichnen konnte. Plötzlich führte wieder der Gast. Der Rückraum riss das Zepter an sich: Jim Gottfridsson und Holger Glandorf warfen ein 19:18 heraus. Gøran Johannessen im Nachsetzen, Johannes Golla mit einem Dreher, Jim Gottfridsson mit Entschlossenheit – die SG blieb nun zumindest vorne, musste aber immer wieder den Ausgleich einstecken. Dann wieder eine Parade von Torbjørn Bergerud. Im Gegenzug behielt Magnus Jøndal die Nerven und verwandelte einen selbst herausgeholten Siebenmeter zum 23:21.

Jim Gottfridsson: schwerer Stand gegen kompakte Abwehr.

Das nötige Glück
Die „Hölle Nord“ tobte. Der Drops war aber längst noch nicht gelutscht. Szeged glich wieder aus und hatte in Überzahl beste Chancen. Pfosten, Latte und kurz darauf ein Distanzwurf, der zwischen dem Torgestänge hin- und hersprang, die Linie aber nicht überschreiten wollte. „Wir hatten auch das Glück, das man braucht, um ein solches Top-Team zu schlagen“, gab Maik Machulla zu. Marius Steinhäuser düste auf das Szeged-Gehäuse zu und erzielte das 25:23. Juan Carlos Pastor zuckte die grüne Karte, doch die nächste Chance vereitelte einmal mehr Torbjørn Bergerud. Schließlich traf Jim Gottfridsson mit einem Durchbruch ins Glück. Die Siegesfeier konnte beginnen. „Das war ein wichtiger Sieg in dieser kompakten Gruppe“, freute sich Magnus Jøndal. „Besonders in der zweiten Hälfte funktionierte unsere Abwehr sehr gut.“

Magnus Jøndal erreichte wieder eine Top-Quote.

 

SG Flensburg-Handewitt – MOL-Pick Szeged  27:25 (14:14)
SG Flensburg-Handewitt: Bergerud (17 Paraden) – Golla (5), Hald, Glandorf (1), Svan, Jøndal (8/4), Steinhauser (1), Johannessen (2), Gottfridsson (5), Lauge (4), Rød (1)
MOL-PICK Szeged: Alilovic (17 Paraden), Sego (bei einem 7m) – Sostaric, Maqueda (4), Canellas (3), Bánhidi (4), Zhitnikov, Blazevic (2), Sigurmannsson (3/1), Gaber (1), Bombac (1), Bodó (5), Balogh (1), Rodriguez (1), Henigman
Schiedsrichter: Mazeika/Gatelis (Litauen); Zeitstrafen: 6:8 Minuten (Golla 2, Hald 2, Johannessen 2 – Banhidi 4, Maqueda 2, Zhitnikov 2); Siebenmeter: 4/4:1/1; Zuschauer: 4304
Spielverlauf: 0:1 (2.), 2:1 (4.), 3:2 (5.), 3:5 (8.), 5:6 (9.), 6:8 (10.), 8:8 (14.), 10:9 (17.), 11:10 (18.), 12:11 (20.), 12:14 (27.) – 15:14 (33.), 16:15 (37.), 17:16 (38.), 17:18 (39.), 19:18 (43.), 20:20 (47.), 21:21 (48.), 23:21 (50.), 23:23 (52.), 26:23 (58.), 27:24 (59.)

Von: ki