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Rasmus Lauge
Grenzenlose Leidenschaft

21.05.2010 -TOYOTA Bundesliga: 40:22 – fast in der Champions League

Die SG Flensburg-Handewitt ist der Champions League einen weiteren Schritt näher gekommen. Am 32. Spieltag der TOYOTA Bundesliga gewann der Tabellendritte mit 40:22 (22:9) beim stark abstiegsgefährdeten TSV GWD Minden. Aus den letzen beiden Saisonspielen gegen den TBV Lemgo (2. Juni, Campushalle) und auswärts beim TSV Hannover-Burgdorf (5. Juni) benötigt die Mannschaft von Trainer Per Carlén somit lediglich zwei Punkte, um nach einem Jahr Abstinenz wieder in die "Königsklasse" einzuziehen. "Was für ein Kantersieg", sagte SG-Kapitän Lars Christiansen nach dem Spiel. "Wir wollten den dritten Platz unbedingt verteidigen und es war allen anzumerken, dass sie in der nächsten Saison in der Champions League spielen wollen. Mit diesen beiden wichtigen Punkten sind wir auf einem guten Weg." Ein erfreuter SG-Spielmacher Patrik Fahlgren fügte hinzu: "Wir haben heute wieder sehr gut in der Abwehr gestanden und sind so zu vielen einfachen Toren gekommen." 
Die Gäste ließen in der altehrwürdigen Kampa-Halle von Beginn an keine Zweifel aufkommen, wer diese Partie gewinnen würde. Wie von Coach Per Carlén gefordert, lieferten die Norddeutschen eine hochkonzentrierte Leistung ab und gingen schnell mit 7:3 (10.) in Führung. Bundesliga-Gründungsmitglied GWD Minden konnte einem teilweise leid tun. Arg ersatzgeschwächt bekam die Mannschaft von Cheftrainer Ulf Schefvert kein Bein auf den eigenen Hallenboden. Gestützt auf Johan Sjöstrand im Tor und eine erneut bärenstarke Abwehr um Cheforganisator Tobias Karlsson, überrannte die SG den Gegner im Eiltempo.
Dabei machte sich nicht einmal der kurzfristige Ausfall von Rechtsaußen Lasse Svan Hansen (muskuläre Probleme im Wurfarm) bemerkbar. Alexander Petersson vertrat den Dänen sowohl in Abwehr als auch im Angriff glänzend. Per Carlén konnte sich wie erhofft bereits nach 20 Minuten den Luxus erlauben und einigen Stammkräften eine Pause gönnen. Während Dan Beutler gar nicht mitwirkte, kam Lasse Boesen (22.) auf die halbrechte Position für Oscar Carlén. Wenig später (24.) durfte Petar Djordjic auf Halblinks ran. In der Mitte zog Patrik Fahlgren die Fäden. Thomas Mogensen konnte von der Bank aus miterleben, wie die SG auf 20:8 (26.) erhöhte. "Auswärtssieg, Auswärtssieg", skandierten die zahlreich mitgereisten SG-Fans bereits wenige Sekunden vor dem Pausenpfiff.
Sie sollten Recht behalten, denn die 22:9-Pausenführung war gleichzeitig die Vorentscheidung. "Vor der Leistung der Flensburger kann man nur den Hut ziehen. Wir hätten allerdings mehr gegenhalten müssen, dann wäre es nicht zu so einem Schaulaufen für die SG geworden", sagte TSV-Akteur Stephan Just, der die Partie verletzungsbedingt von der Tribüne aus beobachten musste. "Wir hatten eigentlich auch mit mehr Gegenwehr gerechnet", sagte Patrik Fahlgren etwas verwundert. "Der Unterschied war jedoch einfach zu groß. Als wir nach knapp 20 mit zehn Toren vorne waren, hatte Minden anscheinend keine Lust mehr."
Im zweiten Spielabschnitt konnten die Hausherren, bei denen jetzt Nationaltorwart Nikolas Katsigiannis im Tor stand, dass Ergebnis immerhin etwas erträglicher gestalten. Der haushohe Gäste-Sieg war jedoch nicht zu verhindern. Daran hatte vor allem Petar Djordjic schuld. Der Serbe präsentierte sich in Torlaune und gehörte mit insgesamt sechs Treffern zu den besten Torschützen seiner Farben. Zudem feierte Brijan Schmidt in der 46. Minute sein Bundesliga-Debüt. Neun Sekunden vor Spielende gelang ihm sogar sein erstes Tor – der 40. SG-Treffer an diesem Tag.

Brijan Schmidt feierte sein Bundesliga-Debüt. Fotos: Beate Haar. 

 

TSV GWD Minden – SG Flensburg-Handewitt 22:40 (9:22)
TSVGWD Minden: Medhus, Katsigiannis – Skusa (1), Henriksson (4), Oevermann, Gylfason, Helmdach, Schäpsmeier (6), Madsen (2), Südmeier (2), Schmidt (5), Putics (2)
SG Flensburg-Handewitt: Sjöstrand – Karlsson (2), Carlén (7), Eggert (6/5), Fahlgren (2), Mogensen (5), Schmidt (1), Djordjic (6), Heinl (3), Petersson (5), Christiansen (2), Boesen (1)
Schiedsrichter: Harms/Mahlich (Magdeburg/Stendal); Zeitstrafen: 10:8 Minuten (Henriksson 4, Skusa 4, Gylfason 2 – Karlsson 6, Heinl 2); Rote Karte: Karlsson (42., dritte Hinausstellung); Siebenmeter: 5/4:7/5 (Schmidt vergibt gegen Sjöstrand – Christiansen scheitert an Medhus, Eggert an Katsigiannis); Zuschauer: 2067
Spielverlauf: 0:1 (2.), 2:3 (5.), 3:7 (10.), 5:11 (15.), 6:16 (20.), 8:19 (25.), 9:20 (30.) – 11:26 (35.), 14:30 (40.), 17:32 (46.), 20:33 (50.), 21:37 (55.), 22:40 (60.)


Weitere Berichte
20.5.2010 – Heißer Freitag in Minden? (Homepage, Vorschau)

Von: rm