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Rasmus Lauge
Grenzenlose Leidenschaft

19.12.2009 -TOYOTA Bundesliga: 35:21 – Einstimmung aufs Weihnachtsfest

Mit einem 35:21 (15:11)-Erfolg über GWD Minden kletterte die SG Flensburg-Handewitt auf den dritten Rang der TOYOTA Bundesliga, da die Füchse Berlin am Sonntag in Berlin verloren. „Ich bin sehr zufrieden mit der Mannschaft“, strahlte SG-Trainer Per Carlén. „Das war ein schönes Weihnachtsgeschenk für die Zuschauer und alle im Umfeld, die uns unterstützen.“
Das Spiel gegen den THW Kiel war zwar abgehakt, doch Per Carlén setzte fast auf die gleiche Startaufstellung wie beim Pokal-Knüller. Mit zwei Ausnahmen: Johan Sjöstrand hütete diesmal von Anfang an das SG-Gehäuse, Anders Eggert flitzte auf Linksaußen. Der 27-jährige Däne hatte gleich Pech, als er beim Siebenmeter einen Heber auf die Latte legte. Besser machte es Lars Christiansen. Nachdem Jacob Heinl einen Gegenstoß zum 3:3 abgeschlossen hatte, vollstreckte der Routinier sicher zum 4:3, zugleich die erste Führung der Hausherren.
Zwar nutzte die SG eine 6:4-Überzahl nicht, doch die SG verschaffte sich direkt danach ein kleines Polster, das beim 8:5 – Michael Knudsen hatte sich gekonnt am Kreis durchgesetzt – erstmals drei Tore betrug. Mehr sprang zunächst nicht heraus. Obwohl Johan Sjöstrand mit einem gehaltenen Siebenmeter bereits seine fünfte Parade verbuchte. Obwohl Anders Eggert seine Strafwürfe inzwischen mit viel „Geschick“ verwandelte. Beim 10:7 prallte der Wurf von THW-Schlussmann Nikolaos Katsigiannis ab und trudelte vom Innenpfosten ins Netz.

Oscar Carlén umläuft die Mindener Abwehr. Fotos: N. Kirschner

Die Mindener Mannschaft bewies zunächst, dass in ihr mehr Potenzial steckt, als der Tabellenplatz aussagt. Gerade Barna Putics imponierte mit einer enormen Wurfkraft. Den schönsten Treffer bejubelte aber die SG. Per Kempa-Pass bediente Lasse Svan Hansen den einfliegenden Anders Eggert, der locker zum 14:11 einnetzte. Dem eingewechselten Alexander Pettersson war es schließlich vergönnt, sechs Sekunden vor der Halbzeit-Sirene zu erhöhen und die erste Vier-Tore-Führung herzustellen. „Gegen Kiel haben wir das Tempo herausgenommen, gegen Minden mussten wir wieder zu unserem normalen Spiel zurückkehren“, erklärte Per Carlén. „Für diese Umstellung brauchten wir etwa eine Halbzeit.“
Der Pausentee wirkte für die SG erfrischend, ein Akteur betrat die Spielfläche sogar hundertprozentig frisch: Lasse Boesen. Als er zum ersten Mal den Ball bekam, stieg er hoch und feierte mit seinem ersten Tor nach längerer Verletzungspause einen tollen Einstand. Seine Kollegen drehten nun auf, während die Gäste dem SG-Wirbel nichts mehr entgegenzusetzen wussten. Immer wieder scheiterten sie am glänzenden Johan Sjöstrand oder liefen sich in der SG-Deckung fest. „Die Flensburger hatten ihre Deckung stabilisiert, mit Tobias Karlsson gab es im Innenblock einen Qualitätssprung“, beobachtete GWD-Trainer Richard Ratka. „Wir sind ungeduldig geworden – das ist in Flensburg das Todesurteil.“
Nach zehn Minuten ohne Gegentreffer bejubelte die „Hölle Nord“ ein 19:11, das Handball-Fest war eröffnet. Thomas Mogensen sorgte mit dem 23:13 für den ersten zweistelligen Vorsprung und perfektionierte mit zwei weiteren Toren einen „Hattrick“. Der Torhunger der SG war nicht gestillt. Vor allem Anders Eggert verzauberte die Kulisse mit sensationellen Kabinettstückchen. Ein Top-Spin-Wurf sprang sogar über den am Boden liegenden GWD-Keeper Svenn-Erik Medhus hinweg ins Gehäuse. „Unsere physische Stärke war zum Schluss überragend“, schnalzte Per Carlén mit der Zunge. Auch SG-Geschäftsführer Holger Kaiser zog ein sehr positives Fazit. „Mit den Top-Mannschaften sind wir spielerisch auf Augenhöhe“, sagte er. „Wir sind sehr zufrieden mit der Arbeit von Per Carlén und Ljubomir Vranjes und können uns auf eine tolle restliche Saison freuen.“

Anders Eggert verzauberte die "Hölle Nord"

SG Flensburg-Handewitt – GWD Minden  35:21 (15:11)
SG Flensburg-Handewitt: Sjöstrand (19/1 Paraden) – Karlsson (1), Carlén (4), Eggert (11/4), Fahlgren, Mogensen (6), Svan Hansen (3), Christiansen (1/1), Johannsen (1), Heinl (1), Pettersson (3), Boesen (2), Knudsen (2)
GWD Minden: Katsigiannis (7/1 Paraden), Medhus (1 Parade; ab 45.) – Klesniks, Henriksson (3), Gylfason (2), Just (4/1), Schäpsmeier (1), Ingimundarson (4), Madsen (2), Schmidt (1), Putics (4)
Schiedsrichter: Blümel/Loppaschewski (Berlin); Zeitstrafen: 8:8 Minuten (Heinl 4, Karlsson 2, Carlén 2 – Henriksson 4, Klesniks 2, Schäpsmeier 2); Siebenmeter: 7/5:1/0 (Eggert auf die Latte, Christiansen scheitert an Katsigiannis – Schmidt scheitert an Sjöstrand); Zuschauer: 5723
Spielfilm: 1:2 (3.), 4:3 (7.), 6:4 (12.), 8:5 (16.), 10:7 (18.), 12:9 (23.), 13:11 (27.) – 19:11 (36.), 19:13 (37.), 25:13 (46.), 27:15 (50.), 30:15 (53.), 34:18 (57.)


Weitere Berichte
21.12.2009 – SG spielte Minden an die Wand (Flensborg Avis; Marc Peetz)
18.12.2009 – Weihnachten in der „Hölle Nord“ (Homepage, Vorschau)

Von: ki