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Rasmus Lauge
Grenzenlose Leidenschaft

15.03.2011 -TOYOTA Bundesliga: 33:26 – souveräner Auftritt

Die SG Flensburg-Handewitt hat am Abend nichts anbrennen lassen, die MT Melsungen mit 33:26 (18:13) bezwungen und die Bilanz in der TOYOTA Bundesliga auf 33:15 Punkte aufgestockt. Es war also – wie bislang immer gegen die Hessen – ein erfolgreicher Abend. Dennoch war Ljubomir Vranjes nicht hundertprozentig zufrieden. „Dass meiner Mannschaft die Spritzigkeit fehlte, kreide ich mir selbst an", sagte er. „Ich habe in den letzten Tagen sehr hart trainieren lassen. Für die Melsungen-Partie wohl etwas zu hart, für die Zukunft war diese Intensität aber sehr wichtig."
Wenn es Wett-Quoten auf eine Startaufstellung geben würde, wären sie bei der SG derzeit nicht besonders hoch. In der gewohnten Besetzung der letzten Wochen agierte die SG im Angriff, in der Abwehr kam Kapitän Tobias Karlsson für Spielmacher Patrik Fahlgren. Spannend bis zum Anpfiff blieb nur die Torhüter-Frage. Den Vorzug erhielt einmal mehr der zuletzt überragende Dan Beutler. Den ersten Treffer markierte ein alter Bekannter: Andrej Klimovets, nun in Diensten der MT Melsungen. Seine Zeit in Flensburg hat man nicht vergessen. Es gab Beifall. Die Führung der Hessen war aber nur eine kurze Momentaufnahme. Die SG nahm schnell das Zepter in die Hand. Zwei Gegenstöße schloss Lasse Boesen mit mächtigen Würfen ab. 4:1 – die SG hatte eine erste Überzahl gnadenlos ausgenutzt. Überhaupt hagelte es gleich zu Beginn Zeitstrafen. Die Gastgeber machten aber auch leicht dezimiert eine gute Figur gegen die offensive Melsunger Deckung und verteidigten den Vorsprung.

Artistische Einlage von Jacob Heinl. Fotos: N. Kirschner

Dann überrannten sie den Gast. Vor allem Lasse Boesen und Anders Eggert, begünstigt durch zahlreiche Siebenmeter, warfen sich in einen Torrausch. Bis auf 10:3 düste der SG-Express davon, musste aber auch eine Schrecksekunde verdauen: Lasse Svan Hansen knickte mit dem Fuß um, musste behandelt werden. Der Rechtsaußen spielte nach einigen Minuten der Schonung zum Glück weiter. Zur Überbrückung rückte Tamás Mocsai auf den Flügel, Lasse Boesen ging in den rechten Rückraum.
Melsungen versuchte den Vorwärtsdrang der SG zu stoppen, nahm die Auszeit und stellte die Deckung auf ein 6:0-System um. Ljubomir Vranjes verteilte die Einsatzzeiten – so weit möglich – und schickte Petar Djordjic und Viktor Szilagyi auf die Platte. Die SG kontrollierte das Geschehen. Mit einem herrlichen Rückhand-Wurf markierte Jacob Heinl das 13:6, Lasse Boesen besorgte gar das 15:6. Ein sattes Polster, das bis zur Halbzeit Schrammen verpasst bekam, weil sich in den letzten Minuten vor dem Pausentee die Nachlässigkeiten häuften. „Ich habe zwar hart trainieren lassen", meinte Ljubomir Vranjes. „Ich kann aber nicht verstehen, warum man trotz Müdigkeit den Ball nicht ins Tor bekommt, wenn man frei vor ihm auftaucht."

Anders Eggert stand auch in der Abwehr seinen Mann.

Nach Wiederbeginn war auf Anders Eggert einmal mehr Verlass. Siebenmeter sind ganz einfach seine Sache. Bis auf die herausgeholten Strafwürfe hatte der SG-Angriff aber zunächst etwas Ladehemmung. Die Melsunger konnten keinen Profit daraus schlagen. Ihnen stand Sören Rasmussen mehrmals im Weg. Der Torwartwechsel zur Halbzeit machte sich schnell bezahlt. „Es ist gut zu wissen, dass beide Torleute in Form sind", stellte Ljubomir Vranjes fest.
Patrik Fahlgren brach mit einem satten Wurf zum 22:15 den Bann für die SG-Schützen. Die Hessen versuchten es nun mit einer 5:1-Abwehr. Schnell wurde aber klar, dass das Fell verteilt war. „Ich bin dennoch nicht unzufrieden", sagte MT-Trainer Michael Roth. „Gerade in der zweiten Halbzeit haben wir gut mitgehalten. In der jetzigen Situation können wir gut damit leben, nicht mit mehr als zehn Toren verloren zu haben."
Der Sieg war frühzeitig in trockenen Tüchern. In der Schlussphase gab es aber noch zwei bemerkenswerte Aktionen. Zum einen feierte Youngster Morten Dibbert sein Bundesliga-Debüt, verpasste seinen ersten Treffer nur knapp. Zum anderen landete ein doppelter Kempa-Trick über die Stationen Lasse Svan Hansen und Anders Eggert im Netz. Natürlich war der Linksaußen auch an diesem Kabinettstückchen beteiligt. „Was soll ich über Anders Eggert sagen?", schmunzelte Ljubomir Vranjes. „Einfach nur Weltklasse!"

Premiere: Lennart Carstens gibt R.SH ein Interview.

SG Flensburg-Handewitt – MT Melsungen  33:26 (18:13)
SG Flensburg-Handewitt: Beutler (7 Paraden), Rasmussen (13/2 Paraden; 31.-56, bei einem 7m) – Karlsson (1), Eggert (16/11), Fahlgren (3), Svan Hansen (5), Djordjic, Mocsai (1), Heinl (1), Szilagyi (1), Boesen (5), Carstens, Dibbert
MT Melsungen: Kelentric (2/1 Paraden), Feshchanka (9 Paraden), Lechte (3 Paraden) – Brovka (1), Schöngarth (2), Mansson (2), Klimovets (2), Schweikardt (5), Torbica, Karipidis (4/2), Allendorf (5/3), Vuckovic (3), Sania (2)
Schiedsrichter: Brauer/Holm (Hamburg/Hagen); Zeitstrafen: 4:12 Minuten (Mocsai 2, Heinl 2 – Mansson 6, Klimovets 2, Schweikardt 2, Allendorf 2); Rote Karte: Mansson (53.; dritte Hinausstellung); Siebenmeter: 12/11:8/6 (Eggert trifft im Nachwurf gegen Kelentric – Allendorf und Karipidis scheitern an Rasmussen); Zuschauer: 5860
Spielverlauf: 0:1 (1.), 4:1 (5.), 5:3 (6.), 10:3 (13.), 11:4 (15.), 12:6 (17.), 15:6 (20.), 16:7 (21.), 16:10 (27.), 18:11 (29.) – 20:13 (35.), 21:14 (38.), 22:16 (4.), 23:18 (43.), 25:18 (44.), 26:20 (46.), 27:21 (47.), 30:21 (51.), 31:22 (53.), 32:23 (57.), 32:26 (60.)


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Von: ki