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Rasmus Lauge
Grenzenlose Leidenschaft

Krimi ohne Sieger

26.02.2012 -TOYOTA Bundesliga: 32:32 – Nachlässigkeiten in der Abwehr

Die Frage darf gestellt werden: War es ein gewonnener oder ein verlorener Punkt? „Wir sind nicht unzufrieden", meinte SG-Trainer Ljubomir Vranjes. „Melsungen hat ein sehr gutes Spiel gemacht." Zumindest machte sich die SG Flensburg-Handewitt am Sonntagabend nicht mit leeren Händen auf den Heimweg. Bei der MT Melsungen gab es ein 32:32 (16:17). Es war das erste Remis in dieser Saison.

Als die Sonne über Kassel allmählich hinter dem Horizont versank, war es an der Zeit für Handball-Glanzlichter in der Rothenbach-Halle. Für die ersten waren die Melsunger Per Sandström, der einen Wurf von Lars Kaufmann parierte, und Nenad Vuckovic verantwortlich. Doch Holger Glandorf antwortete im Gegenzug mit dem 1:1-Ausgleich. Der Linkshänder war der beste SG-Akteur in der Anfangsphase, in der die hessischen Hausherren zunächst knapp die Nase vorn hatten.

Mit einem trockenen Wurf aus zehn Metern erzielte Thomas Mogensen das 4:5. Erstmals bejubelten die mitgereisten Fans an diesem Sonntag einen SG-Vorsprung. Es entwickelte sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit wechselnden Führungen und sehenswerten Treffern. Mit dabei auch Petar Djordjic, der sich nach knapp einer Viertelstunde erstmals ins Getümmel warf. Lasse Svan Hansen und Anders Eggert bot sich die Chance, ihre Farben mit zwei Toren nach vorne zu bringen. Sie fanden ihren Meister aber in Per Sandström. Am eigenen Kreis hatte die SG immer wieder Probleme mit Nenad Vuckovic.

Die SG wechselte die Torhüter. Mattias Andersson kam für Sören Rasmussen. Der auffälligste Schlussmann stand allerdings weiterhin auf der anderen Seite. Dennoch gelang Lasse Svan Hansen das 11:13. Die Führung verteidigte die SG bis zur Pause, verpasste es aber das Zwei-Tore-Polster zu konservieren. Mit der Halbzeit-Sirene scheiterte Thomas Mogensen an Per Sandström, der bereits seine achte Parade zeigte. Schade, für die SG wäre im ersten Durchgang mehr drin gewesen. „Wir haben gekämpft und vorne gute Lösungen gefunden", bilanzierte Ljubomir Vranjes. „Hinten lief es aber nur teilweise optimal."

Gleich nach Wiederbeginn lochte Lars Kaufmann zwar zum 16:18 ein, doch die SG ließ in dieser Phase zu viele Chancen liegen. Sogar eine Überzahl blieb ungenutzt und endete 0:2. Die Zuschauer in der Rothenbach-Halle durften sich plötzlich wieder über eine führende Heimsieben freuen. Das Gefühl vom Ende der ersten Hälfte, dass die SG Oberwasser gewinnen würde, war verschwunden. Gerade die Defensive war nicht gut postiert. Ljubomir Vranjes tauschte erneut zwischen den Pfosten. Sören Rasmussen war kurz nach seiner Rückkehr sofort zur Stelle und wehrte einen Siebenmeter von Michael Schweikardt und eine Rückraum-Fackel von Grigoris Sanikis ab. Seine Vorderleute leisteten sich aber eine sechsminütige Auszeit. Die SG geriet mit 25:27 in Rückstand.

Lasse Svan Hansen löste zwar die Blockade, die SG rannte aber nun den Melsungern hinterher. Nach 54 Minuten hieß es 30:28, die Überraschung lag in der Luft. Die SG blieb cool. Viktor Szilagyi, Petar Djordjic und Michael Knudsen drehten das Ruder um – die Gastgeber retteten sich in eine Auszeit. Felix Danner glich aus, Tamás Mocsai kassierte eine Zeitstrafe. Hektik pur, die Torhüter standen nun auf beiden Seiten im Mittelpunkt.

Lasse Svan Hansen behielt die Nerven und besorgte 46 Sekunden vor dem Abpfiff das 31:32. Melsungen verwandelte postwendend einen Siebenmeter. Ljubomir Vranjes legte die grüne Karte auf den Kampfrichter-Tisch. Die letzten taktischen Anweisungen! Doch es brachte nichts mehr. Der Krimi kannte keinen Sieger. Melsungens Coach Michael Roth war überglücklich: „Wir haben mit einem starken Gegner nicht nur mitgehalten, sondern auch einen Big-point eingefahren."

 

MT Melsungen – SG Flensburg-Handewitt 32:32 (16:17)
MT Melsungen: Kelentric (bei einem 7m), Sandström (19/1 Paraden) – Schöngarth, Vasiliakis (6), Hildebrand (2), Danner (5), Sanikis (1), Karipidis (2/1), Vuckovic (9/3), Zufelde (5), Sania, Schweikardt (2/2)
SG Flensburg-Handewitt: Andersson (2 Paraden; 23. bis 41., bei einem 7m), Rasmussen (7/1 Paraden) – Karlsson, Eggert (3/2), Glandorf (7), Mogensen (5), Svan Hansen (6), Djordjic (2), Mocsai, Szilagyi (2), Kaufmann (4), Knudsen (3)
Schiedsrichter: Harms/Mahlich (Magdeburg/Stendal); Zeitstrafen: 6:10 Minuten (Karipidis 2, Sania 2, Zufelde 2 – Karlsson 4, Glandorf 2, Mocsai 2, Kaufmann 2); Siebenmeter: 7/6:3/2 (Schweikardt vergibt gegen Rasmussen – Sandström pariert gegen Eggert); Zuschauer: 2200
Spielverlauf: 2:1 (3.), 3:2 (6.), 4:3 (8.), 4:5 (10.), 6:5 (12.), 6:7 (13.), 7:8 (14.), 8:9 (17), 9:10 (18.), 10:11 (22.), 11:13 (25.), 12:14 (26.), 13:15 (27.), 14:16 (29.), 15:17 (30.) – 16:18 (31.), 19:18 (34), 20:19 (37.), 21:20 (38.), 21:22 (39.), 22:23 (39.), 24:23 (41.), 24:25 (42.), 27:25 (48.), 28:26 (51.), 29:27 (53.), 30:28 (54.), 30:31 (57.), 31:32 (60.)

Von: ki