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Interview der Woche

30.03.2019 -Petar Djordjic: „Auf dem Spielfeld ist kein Platz für Erinnerungen“

Ein Akteur beim HC Meshkov Brest hat eine Vergangenheit bei der SG Flensburg-Handewitt: Petar Djordjic. Zwischen 2010 und 2017 absolvierte er insgesamt 177 Partien im SG Trikot und erzielte dabei 408 Tore. Die Redaktion sprach mit dem 28-Jährigen.

28:30 endete die erste Partie im Achtelfinale der VELUX EHF Champions League. Wie siehst du die Ausgangslage für das Rückspiel?
Petar Djordjic: Als wir mit acht Toren zurücklagen, sah es wirklich sehr schlecht aus für uns. Irgendwie schafften wir es noch, auf zwei Tore heranzukommen. Dank des 6:0-Laufs sind wir letztendlich mit einem positiven Gefühl aus der Partie gegangen und konnten uns sagen: Wir leben noch! Wenn wir in Flensburg eine sehr gute Leistung abliefern, ist noch alles möglich.

Wie läuft es für dich in Brest sportlich wie auch privat?
Petar Djordjic: Aus sportlicher Sicht war Brest in jedem Fall die perfekte Entscheidung. Ich genieße großes Vertrauen und stehe viel auf dem Spielfeld. Gerade mit den anderen Spielern vom Balkan gibt es viel Kontakt. Auch meine Frau hat Freunde gefunden, sodass für meine Familie Brest auch gut war.

Du benutzt die Vergangenheitsform. Ist im Sommer etwas Schluss beim HC Meshkov?
Petar Djordjic: Ich konzentriere mich nun voll auf das Rückspiel in Flensburg und das Final Four der SEHA-League, das gleich am Dienstag und Mittwoch folgt. Dann werde ich eine Entscheidung treffen, wie es weitergeht. Mein Vertrag in Brest läuft aus.

Inwieweit verfolgst du das Geschehen in Flensburg?
Petar Djordjic: Ich schaue mir natürlich Bundesliga-Spiele und vor allem Begegnungen der VELUX EHF Champions League an. Ich habe Maik Machulla und einigen Spielern am Samstag gesagt, wie mich die aktuelle Leistung der SG beeindruckt. Eine makellose Bilanz in der DKB Handball-Bundesliga ist eine erstaunliche Geschichte – gerade wenn man auch noch in der VELUX EHF Champions League bestehen muss. Mein Gefühl sagt mir, dass es für die SG mit der Meisterschaft klappt.

Welche Erinnerungen hast du an deine Zeit in Flensburg?
Petar Djordjic: Die fünfeinhalb Jahre bei der SG werden immer einen großen Teil meiner Karriere einnehmen. Ich kam praktisch als Kind und brachte meine Laufbahn bei der SG ins Rollen. Meine Eltern wohnen noch immer in Flensburg. Allerdings ist es so, dass sie uns in Brest besuchen oder wir uns alle zusammen in der serbischen Heimat treffen. Mein bislang letztes Mal in Flensburg war daher tatsächlich das Spiel im November 2017. Heute sind die Voraussetzungen aber andere: Statt Punkten in der Gruppenphase geht es um den Einzug ins Viertelfinale. Deshalb dürfen Erinnerungen und Gefühle auf dem Spielfeld keinen Platz haben.

Von: ki