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EM-Halbfinale

27.01.2012 -Europameisterschaft: Unsere Dänen in Belgrad wollen jetzt alles

Anders Eggert, Lasse Svan Hansen und Thomas Mogensen von der SG Flensburg-Handewitt stehen mit Dänemark im Halbfinale der Europameisterschaft in Serbien. Vor der Partie spricht das SG-Trio über die EM-Erlebnisse.

Nach eurem Einzug ins Halbfinale der EM habt ihr kaum ganze Sätze herausgekriegt. „Fantastisch“, „unglaublich“. Mehr konntet ihr gar nicht sagen. Habt ihr inzwischen realisiert, dass euch womöglich nur noch zwei Spiele vom Europameistertitel trennen?
Lasse Svan Hansen: Inzwischen haben wir begriffen, dass wir das Halbfinale spielen. Es ist aber immer noch unglaublich, dass wir hier stehen. Spiele werden durch Kleinigkeiten entschieden. Wir sind ja nicht rühmlich in die Hauptrunde eingezogen, dort hat dann aber alles geklappt hat. Unglaublich. (lacht)
Thomas Mogensen:
 Wir haben natürlich alle gehofft, dass wir das schaffen. Es war trotzdem wie ein Wunder. Der Weg ins Halbfinale war schwer, jetzt läuft aber alles gut.
Anders Eggert: 
Keine Mannschaft hat nur gute Spiele gezeigt – das ist bei so einem Turnier auch unmöglich. Ich freue mich, dass wir hier stehen.

Und was habt ihr jetzt vor?
Lasse Svan Hansen: Alle haben jetzt Selbstvertrauen getankt. Jetzt wollen wir alles.
Anders Eggert:
 Unser Ziel war am Anfang der Europameisterschaft: Keine schlechtere Platzierung, als bei der letzten WM zu erreichen. Das wäre also Platz zwei bis eins.
Thomas Mogensen:
 Zuerst wollen wir Spanien schlagen.
Anders Eggert:
 Man darf nicht vergessen, dass alle vier Mannschaften den Titel wollen. Es gibt bekanntlich nur einen Gewinner…

Die deutsche Nationalmannschaft hat eine Reise in den Medien hinter sich, die man auch als „von der Hölle in den Himmel und wieder zurück“ beschreiben könnte. Die dänischen Journalisten gingen mit euch zeitweise auch sehr kritisch um.
Anders Eggert:
 Das stimmt. Aber in einigen Spielen haben wir auch nicht unsere beste Leistung gezeigt, so war die Kritik zum Teil berechtigt. Jetzt mögen die Journalisten uns ja wieder. (lacht)
Lasse Svan Hansen: Wenn man mit vier Punkten in die Hauptrunde einzieht und dort nur einen Punkt schafft, ist das natürlich sehr bitter. Es ist auch für die Mannschaft nicht lustig, wenn so etwas passiert.

Bis jetzt gab es viele Ergebnisse, die Experten so nicht vorhergesagt hätten. Welche Mannschaft hat euch besonders überrascht?
Lasse Svan Hansen:
 Ungarn. Sie haben sehr hart gekämpft, sehr gut gespielt. Wie sie die Franzosen geschlagen haben, das war stark. Ich hatte das Gefühl, dass ihre Kräfte am Ende nicht gereicht haben, sonst hätten sie es noch weiter im Wettbewerb geschafft. Ich habe auf jeden Fall von Tamás Mocsais Team sehr guten Handball gesehen.
Thomas Mogensen: Eine negative Überraschung ist natürlich Frankreich. Positiv waren für mich die Spanier. Sie haben bis jetzt super gespielt. Serbien war für mich auch immer ein Halbfinalfavorit. Sie waren die „Underdogs“.
Anders Eggert:
 Mich hat Serbien überrascht. Das muss ich sagen. Ich habe sie auch nicht gut genug gekannt. Viele Spieler sind große Stars, wie Ilic, Vujin oder Sesum. Die Mannschaft als Team hatte ich aber nicht so auf dem Schirm. Sie haben eine tolle Leistung gezeigt. Alles in allem finde ich, dass alle vier Teams zu Recht im Halbfinale stehen.

Inzwischen sind etliche Fans aus Flensburg in Belgrad angereist. 
Thomas Mogensen: Wir haben sie gesehen. Es ist einfach unglaublich, dass sie so viel Zeit verbringen um uns zu unterstützen.
Lasse Svan Hansen:
 Ich finde es auch toll, dass sie trotz ihres deutschen Passes mit Dänemark-Trikots und -Flagge uns die Daumen drücken. Eine Wahnsinns-Unterstützung.
Anders Eggert: Es war auch sehr praktisch, dass sie dabei waren. Bei einem Spiel habe ich von Ingrid aus dem Fanclub Wikinger den Ball zurückgekriegt. Sie hatte ihn während des Spiels gefangen. (lacht)

Von: Zita Newerla