Stripes
Stripes
Rasmus Lauge
Grenzenlose Leidenschaft

Mit Schützenfest auf Rang vier

19.10.2014 -DKB Handball-Bundesliga: 40:27 – SG nahm aus der Türkei Tempo mit

Ein erfolgreicher Sonntag in der FLENS-ARENA! Mit einem 40:27 (22:12) über den Bergischen HC schob sich die SG Flensburg-Handewitt auf den vierten Rang der DKB Handball-Bundesliga vor. Die stolze Kulisse von 5817 Zuschauern spendete stehende Ovationen und brannte ein kleines Feuerwerk ab. „Von der Nummer eins bis zur 22 – meine Mannschaft hat einen Riesen-Charakter bewiesen", strahlte SG Trainer Ljubomir Vranjes. „Man hat selten Tage wie heute, an denen es fast von selbst läuft." SG Geschäftsführer Dierk Schmäschke ergänzte: „Unsere Mannschaft hat den Drei-Tages-Rhythmus verinnerlicht, steckt selbst eine Istanbul-Tortur weg. Es stimmt mental."

In der Türkei hatte er gefehlt, nun erntete er doppelten Applaus: Anders Eggert tauchte nicht nur in der Mannschafts-Aufstellung auf, sondern stand auch in der Startaufstellung. Das erste Tor machte aber nicht der Linksaußen, sondern Jacob Heinl. Leider war das fast die letzte Aktion des Kreisläufers, denn kurz darauf lag er am gegnerischen Kreis. Nach kurzer Behandlung schlich Jacob  Heinl zur Bank, musste dann aber in der Kabine weiter verarztet werden. Die Mediziner gingen von einer Gehirnerschütterung aus. „Er war ja etwas benommen, da war klar, dass für Jacob heute Schluss war", berichtete Lubomir Vranjes.

Mattias Andersson: "Pass auf, der nächste Pass kommt bestimmt!"

Anders Zachariassen kam in die Partie und beteiligte sich an einer beeindruckenden Tempo-Demonstration seiner Teamkameraden. In den ersten zehn Minuten – es hieß 6:4 – war noch der Normalgang eingeschaltet, doch dann fielen die Tore wie reife Früchte. Lasse Svan von der rechten, Anders Eggert von der linken Seite – und zwischendurch immer wieder die ungeheure Dynamik eines Holger Glandorfs. Die 6:0-Abwehr baute sich auch mit Vertreter Anders Zachariassen zu einem Bollwerk auf. Dahinter strahlte Mattias Andersson die gewohnte Stärke aus. Die Akteure des Bergischen HC wussten kaum, wie ihnen geschah. „Angesichts unseres Pflichtspiels Nummer 17 und der Türkei-Reise hatte ich mir etwas Sorgen um die Fitness der Spieler gemacht", verriet Ljubomir Vranjes später. „Aber die waren unbegründet, das war ja eine herausragende Leistung."

Anders Zachariassen: 55 Minuten auf der Platte.

BHC-Coach Sebastian Hinze versuchte es mit zwei Team-Time-Outs kurz hintereinander, konnte den Trend aber nicht stoppen. Anders Zachariassen konterte zum 15:5. Da waren noch nicht einmal 20 Minuten gespielt. Nun entwickelte sich ein munteres Scheibenschießen. Die SG hielt das Tempo hoch. Mit einem Doppelschlag erhöhte Drasko Nenadic auf 20:10. Anders Eggert verwandelte kurz vor der Pause einen Siebenmeter. 22 Treffer in 30 Minuten – eine stolze Ausbeute.

In die zweite Hälfte tastete sich die SG zunächst hinein, um dann wieder Vollgas zu geben. Bemerkenswert die 37. Minute: Thomas Mogensen brach durch, dann schnappte sich die SG Defensive gleich zwei  Mal den Ball. Die folgenden Gegenstöße schlossen Lasse Svan und Anders Zachariassen ab. 29:16 – drei Tore in einer Minute! Die „Hölle Nord“ tobte, Sebastian Hinze zückte die grüne Karte. „Es ist bitter, wenn man so chancenlos ist", lautete sein Fazit. „Wir waren in allen Bereichen unterlegen, das Ergebnis ist auch in dieser Höhe verdient."

Lars Kaufmann: Mit Laune zum Tor.

Die Schiedsrichter benutzten kurz darauf die rote Karte. Bei einem Gegenstoß war Mattias Andersson aus seinem Gehäuse geeilt und stieß mit Nils Artmann zusammen. Die Referees erkannten gefährliches Spiel und verbannten den Schlussmann nach 41 Minuten vom Feld. Damit schlug die Stunde von Kevin Møller, der bereits kurz zuvor einen Strafwurf pariert hatte und sich nun mit einer Paraden-Serie einführte. Da war die „Hölle Nord“ aus dem  Häuschen; ebenso war sie vom ungebremsten Engagement der Offensivkräfte begeistert.

Die SG gewann auch das Wettrennen mit der „40“: Lasse Svan gab mit seinem Treffer  das Kommando für die stehenden Ovationen. „Das war – wenn auch zu unserem Nachteil – wirklich eine beeindruckende Kulisse", lobte BHC-Geschäftsführer Jörg Föste. „Diese Rückendeckung von den Rängen braucht unser Team auch gegen Melsungen", blickte Dierk Schmäschke nach vorne. Am Mittwoch geht es um 19 Uhr im DHB-Pokal gegen die MT Melsungen. Bislang sind erst rund 2500 Tickets verkauft. „Die Mannschaft darf sich noch ein paar Stunden über den heutigen Sieg freuen, ich bin gedanklich schon beim nächsten Gegner", versprach Ljubomir Vranjes einen couragierten Auftritt seiner Truppe.

Lasse Svan erzielte den 40. Treffer. Fotos: Ki.

SG Flensburg-Handewitt – Bergischer HC 40:27 (22:12)
SG Flensburg-Handewitt: Andersson (18 Paraden), Møller (7 Paraden, ab 42., bei einem 7m) – Karlsson, Nenadic (3), Eggert (5/2), Glandorf (9), Mogensen (5), Svan (7), Wanne (1), Kaufmann (4), Jakobsson (1), Heinl (1), Zachariassen (4)
Bergischer HC: Gustavsson (10 Paraden, ab 13.), Huhnstock (2 Paraden) – Preuss (2), Hoße (2), Hermann (2), N. Artmann (1), Oelze (6/2), J. Artmann (1), Gutbrod (2), Szilagyi (2), Meschke (1), Nippes (1), Gunnarsson (4), Dragas (3) 
Schiedsrichter: Blümel/Loppaschewski (Berlin); Zeitstrafen: 6:4 Minuten (Nenadic 2, Jakobsson 2, Andersson 2 – Dragas 2, Meschke 2); Siebenmeter: 2/2:5/4 (
Møller hält gegen Gunnarsson); Zuschauer: 5817

Spielverlauf: 2:0 (3.), 3:2 (6.), 5:2 (8.), 6:4 (10.), 8:5 (12.), 15:5 (19.), 15:7 (20.), 16:10 (22.), 20:10 (25.), 22:11 (30.) – 22:13 (32.), 24:13 (34.), 25:15 (35.), 26:16 (36.), 31:16 (40.), 31:18 (42.), 33:19 (47.), 33:21 (49.), 34:23 (51.), 37:23 (55.), 39:24 (57.), 39:26 (58.)    

Von: ki