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Rasmus Lauge
Grenzenlose Leidenschaft

Die SG packt 38 Geschenke aus

26.12.2013 -DKB Handball-Bundesliga: 38:28 – 2013 endet mit Glanz

Zweite Bescherung: Die SG Flensburg-Handewitt hat am zweiten Feiertag den SC Magdeburg mit 38:28 (18:12) bezwungen. Damit geht sie als Tabellenzweiter der DKB Handball-Bundesliga in die Europameisterschafts-Pause. „Ich weiß nicht, wen ich heute loben soll", strahlte SG-Trainer Ljubomir Vranjes. „Also lobe ich die ganze Mannschaft, die in 30 Pflichtspielen nur drei Mal verloren hat." SG-Geschäftsführer Dierk Schmäschke ergänzte: „Das Team hat sehr gute Fortschritte gezeigt, wir befinden uns voll auf dem Weg der Verjüngung und Fortentwicklung. Und Ljubo hat einen ausgezeichneten Job gemacht, er ist sehr geduldig geblieben."

Was für eine Weihnachts-Kulisse in der FLENS-ARENA! Zum zweiten Mal in dieser Serie meldeten die Kassierer: „Ausverkauft!“ Und die Hallen-Moderatoren hatten jede Menge Tore zu verkünden. 7:7 hieß es nach knapp zwölf Minuten. Ob das alles passende Geschenke für die Fan-Seele waren? Zumindest der erste Treffer des Tages stach wie maßgeschneidert: Drasko Nenadic garnierte damit seine just erfolgte Vertragsverlängerung. Pech hatte Anders Eggert: Der Linksaußen musste frühzeitig auf der Bank am Knöchel behandelt werden. Fast unbemerkt schlich Hampus Wanne auf die Platte und drückte den Ball zum 8:7 ins Netz. Es folgten Sequenzen, in denen Mattias Andersson der König der „Hölle Nord“ war. Zunächst entmachtete er Robert Weber beim Strafwurf, dann entzauberte der Keeper Yves Grafenhorst beim Gegenstoß. Zwischendurch konterte Drasko Nenadic zum 9:7. Als Thomas Mogensen weiter erhöhte, reagierte SCM-Trainer Uwe Jungandreas mit einem Team-Time-Out.

Der Gast tauschte die Torhüter. Bei der SG mischten nun Steffen Weinhold und Jacob Heinl mit. Der SCM konterte kurzfristig klug. Mit einem lupenreinen Hattrick verkürzte Yves Grafenhorst auf 11:10. Doch was der Tabellensiebte konnte, vermochte die SG auch zu zeigen. Mit Tempo-Handball stürmten die Hausherren der Halbzeit entgegen. Vor allem Lasse Svan hatte seinen Spaß: Vier der letzten sechs Treffer vor dem Seitenwechsel gingen auf seine Kappe. „Wir konnten die ersten 20 Minuten offenhalten, weil wir vorne beim Torewerfen mitgemacht haben", sagte SCM-Trainer Uwe Jungandreas. „Im Auge liegt mir aber die Abwehr, die einfach zu passiv gearbeitet hat. Wir konnten den Spielrhythmus des Gegners nicht unterbrechen." Ljubomir Vranjes bekannte: „Wir hatten ein paar Probleme mit der Magdeburger Offensive. Aber 20 Minuten sind nicht 60 Minuten – und der SCM war in dieser Phase auch wirklich gut."

Holger Glandorf war nicht zu stoppen.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs stellte die SG ihre Anhängerschaft ein wenig auf die Geduldsprobe. Es dauerte fast fünf Minuten, bis Holger Glandorf mit seinem unwiderstehlichen Antrieb den Torreigen eröffnete. Da waren die Magdeburger auf 18:15 herangerückt. „Ich hatte etwas Bedenken, dass der Mannschaft nun etwas die Luft ausgehen könnte", verriet Ljubomir Vranjes später. „Wir sind schließlich am Ende eines anstrengenden Jahres. Aber die Konzentration konnte noch einmal hochgehalten werden. Zudem war es unser Glück, dass wir nach der Partie in Göppingen neun Tage Pause hatten. Wir konnten so etwas an der Explosivität arbeiten – das brachte ein Plus in der Durchschlagskraft und in der Beweglichkeit der Abwehr."

Jim Gottfridsson tankt sich durch. Fotos: Ki

So war die Mini-Aufholjagd des SCM schnell vorbei: Die SG hatte das Heft wieder fest in der Hand. Die Würfe von Holger Glandorf, Thomas Mogensen oder Drasko Nenadic schmetterten nur so ins Netz. 23:16! Die SG befand sich nun in einem kleinen Weihnachts-Rausch. Bis auf 26:17 zog sie davon und raubte der Partie damit die letzte Spannung. „Wir sind in die Tempo-Gegenstoß-Falle gelaufen", registrierte Uwe Jungandreas. „Und das ist in Flensburg tödlich." Anders Eggert kehrte nur für Siebenmeter auf das Parkett zurück. Kurz bevor er seinen Versuch zum 28:21 sicher verwandelte, inszenierte Ljubomir Vranjes ein kleines Wechselspiel: Steffen Weinhold und Jacob Heinl betraten im Block die Spielfläche. Wenig später war auch die Zeit für Jim Gottfridsson gekommen: Mit dem 30:22 führte sich der junge Schwede glänzend ein. 

Nun ging es auch um die Galerie: Hampus Wanne entließ den Ball aus seiner magisch wirkenden Hand – und das Wurfutensil legte sich ganz sanft in die Maschen. Die FLENS-ARENA war aus dem Häuschen. Die letzten zwei Minuten begleitete die „Hölle Nord“ das Geschehen mit stehenden Ovationen. Lasse Svan besorgte den Schluss-Akkord und stellte praktisch mit dem Abpfiff die erste Zehn-Tore-Führung des Nachmittags her. Ein tolles sportliches Finale für 2013! Dann hatte Kapitän Tobias Karlsson das letzte Wort an die Zuschauer: „Danke für die tolle Hinrunde! Euch einen schönen Urlaub – und wir sehen uns alle wieder im Februar!“ 

Lasse Svan: Das letzte SG-Tor in 2013.

SG Flensburg-Handewitt – SC Magdeburg  38:28 (18:12)
SG Flensburg-Handewitt: Andersson (20/1 Paraden) – Karlsson, Nenadic (5), Eggert (6/4), Glandorf (5), Mogensen (2), Svan (7), Weinhold (3), Wanne (3), Heinl (2), Gottfridsson (4), Radivojevic, Knudsen (1)
SC Magdeburg: Eijlers (6 Paraden), Quenstedt (3 Paraden, bis 16.) – Weber (3/1), Kneer (5), Janke, Ackermann, Haaß (1), Hartfiel, Vogel (1), Jurecki (3), Grafenhorst (5), Bezjak (5/1), Rojewski (5)
Schiedsrichter: Pritschow/Pritschow (Stuttgart); Zeitstrafen: 6:12 Minuten (Karlsson 2, Mogensen 2, Radivojevic 2 – Rojewski 6, Kneer 2, Landsberg 2, Haaß 2); Rote Karte: Rojewski (59., dritte Hinausstellung); Siebenmeter: 4/4:3/2 (Weber scheitert an Andersson); Zuschauer: 6300 (ausverkauft)
Spielverlauf: 0:1 (1.), 2:1 (2.), 3:3 (5.), 5:4 (6.), 7:5 (9.), 7:7 (12.), 11:7 (18.), 11:10 (20.), 14:10 (23.), 16:11 (28.) – 18:15 (34.), 20:15 (36.), 23:16 (40.), 26:17 (43.), 26:20 (45.), 29:21 (48.), 30:23 (49.), 33:24 (53.), 34:26 (56.), 36:27 (57.), 37:28 (59.)

 

Von: ki