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Rasmus Lauge
Grenzenlose Leidenschaft

Rückrunden-Start geglückt

14.12.2013 -DKB Handball-Bundesliga: 35:28 – mit einem Sieg zur Weihnachtsfeier

Die SG Flensburg-Handewitt ist in die Rückrunde der DKB Handball-Bundesliga erfolgreich gestartet. Mit einem 35:28 (18:14) über GWD Minden verteidigte sie die Tabellenspitze. „Ich habe gute Dinge gesehen – aber auch einfache Fehler", bilanzierte SG-Coach Ljubomir Vranjes und erklärte: „Wir hatten heute unser Pflichtspiel Nummer 28 und befinden uns mitten im knallharten Dezember."

Das letzte 2013er Wochenende in der „Hölle Nord" zog die Handball-Interessierten noch einmal magisch an. Eine weihnachtliche Stimmung auf der Nordtribüne fand recht bald ihr Gegenstück auf dem Spielfeld. Der erste Angriff der Mindener hatte zwar noch eine fast qualvolle Länge, doch dann konnte die SG aufs Gaspedal treten. Kaum zu stoppen Holger Glandorf, der mit seinem zweiten Treffer das 3:1 besorgte. Ein erstes Kabinett-Stückchen zum 5:3: Anders Eggert zuckte kurz mit dem Handgelenk, dann flog ein herrlicher Heber in die Maschen.

Handball sei Arbeit, hatte Ljubomir Vranjes vor der Partie betont. Das zeigte sich ganz deutlich in den nächsten Minuten. Die Mindener um Shooter Nenad Bilbija setzten der SG mächtig zu, die nun einige Angriffe ausließ. Nach einem verpatzten Angriff-Abwehr-Wechsel tauchte Aleksandar Svitlica völlig frei vor dem SG-Gehäuse auf und schloss zum 7:9 ab. „Ich habe meinen Spielern zu ihrer Leistung gratuliert", sollte GWD-Trainer Goran Perkovac später sagen. „Wir haben uns gegen die SG-Abwehr, die nicht ganz so stark war wie sonst, gut aus der Affäre gezogen."

Nach diesem Rückstand lief es wieder besser. Die SG kam zu mehreren Ball-Eroberungen. Mit einem weiten Pass bediente Drasko Nenadic den wartenden Anders Eggert, der diese Chance nicht ausließ. Nun rollten die Gegenstöße. Lasse Svan steuerte auf das 11:9 zu. GWD-Coach Goran Perkovac nahm kurz darauf das erste Team-Time-Out des Tages. „Unsere Konzentration war besser als zuletzt in Aue", beobachtete Ljubomir Vranjes. „Ich fühle mich zugleich darin bestätigt, dass sich Minden in den letzten Monaten gut entwickelt hat."

Die Westfalen meldeten sich zurück, während die SG die Torhüter tauschte. Nach dem 12:12 hatten die Gäste bereits die Fühler zum Achtungserfolg ausgestreckt. Die SG packte eine Schippe drauf. Zwischen Lasse Svan und Anders Eggert entlud sich die „dänische Welle“ zum 15:13. Michael Knudsen reagierte blitzschnell und verwertete einen Abpraller. Ein großer Vorteil: Der eingewechselte Sören Rasmussen entschärfte gleich einige Würfe. Der Vorsprung wuchs auf vier Tore an. Schade: Ein blitzschnell vorgetragener Gegenstoß von Lasse Svan fand erst eine Sekunde nach dem Halbzeit-Pfiff seinen erfolgreichen Abschluss.

Holger Glandorf war nicht zu stoppen.

Den holte Drasko Nenadic mit einem kräftigen Pfund gleich nach Wiederbeginn nach. Und auch Lasse Svan erhielt neue Gelegenheiten: Mit einem Doppelschlag erhöhte der dänische Linkshänder auf 21:15. Zur Verzückung der singenden Fans bewegte sich ihre Mannschaft nun mit einem Sechs-Tore-Polster über das Parkett der FLENS-ARENA. Als sich kurzfristig eine formtechnische Delle auftat, bat Ljubomir Vranjes zur „Reparatur“ an die Seitenlinie. Es reichte. „Hätten wir uns am Ende nicht ein paar Fehler zu viel erlaubt, wäre sogar noch ein besseres Ergebnis möglich gewesen", meinte Goran Perkovac. So oder so: Minden trat definitiv als starker Kontrahent auf. 

Ljubomir Vranjes hatte diesmal keine breite Bank zur Verfügung. Drasko Nenadic, Thomas Mogensen und Holger Glandorf spielten die 60 Minuten durch. In der Schlussphase erhielten mit Hampus Wanne und Bogdan Radivojevic frische Flügel-Akteure ihre Einsatzzeiten. Beide durften noch zu jeweils einem Siebenmeter antreten – und verwandelten diese zur Einstimmung auf den Abend. „Wir können ganz entspannt zu unserer Weihnachtsfeier gehen", sagte SG-Geschäftsführer Dierk Schmäschke. „Zwar gibt es keinen Grund, in Euphorie auszubrechen, aber wir können doch festhalten: Neben den Rhein-Neckar-Löwen sind wir die einzige Mannschaft, die im neuen Jahr noch auf allen drei Hochzeiten tanzen wird." 

Schluss-Akkord: ein Siebenmeter von Hampus Wanne.
Fotos: N. Kirschner


SG Flensburg-Handewitt – GWD Minden  35:28 (18:14)
SG Flensburg-Handewitt: Andersson (4 Paraden), Rasmussen (8 Paraden, ab 21.) – Karlsson, Nenadic (9), Eggert (5), Glandorf (6), Mogensen (2), Svan (7), Wanne (1/1), Heinl (2), Radivojevic (1/1), Knudsen (2)
GWD Minden: Persson (1/1 Paraden, bei drei 7m), Vortmann (14 Paraden) – Steinert (3), Kunkel (3), Südmeier, Tesch (1), Oechsler (1), Schmidt (1/1), Svitlica (6), Bilbija (5), Doder (5), Rambo (3)
Schiedsrichter: Hörath/Hofmann (Zirndorf/Münchberg); Zeitstrafen: 4:8 Minuten (Heinl 4 – Oechsler 4, Steinert 2, Tesch 2); Siebenmeter: 5/4:2/1 (Eggert verwirft gegen Persson – Svitlica trifft den Pfosten); Zuschauer: 5717
Spielverlauf: 0:1 (1.), 3:1 (5.), 4:2 (7.), 5:3 (8.), 5:5 (10.), 6:7 (12.), 7:9 (14.), 11:9 (17.), 11:11 (21.), 12:12 (22.), 14:12 (23.), 14:13 (24.), 17:13 (28.) – 19:14 (31.), 21:15 (33.), 21:17 (35.), 22:18 (37.), 24:18 (38.), 25:19 (40.), 26:20 (42.), 26:22 (46.), 28:23 (47.), 29:24 (49.), 30:25 (53.), 31:27 (55.), 35:27 (60.)

Von: ki