Stripes
Stripes
Karlsson
Grenzenlose Leidenschaft

SG siegt in Minden

03.12.2017 -DKB Handball-Bundesliga: 34:30 – Zitterpartie nach der Pause

Die SG Flensburg-Handewitt ist wieder an der Spitze der DKB Handball-Bundesliga. Sie gewann am Sonntagmittag bei GWD Minden mit 34:30 (18:13). „Schön, dass wir die Tabellenführung verteidigt haben. Das war doch ein guter Auftakt für den schweren Dezember“, meinte SG Geschäftsführer Dierk Schmäschke. SG Trainer Maik Machulla bilanzierte: „Die ersten 15 Minuten der zweiten Hälfte haben mir nicht gefallen. Aber es ist alles andere als selbstverständlich, in Minden einen Sieg einzufahren. Dieses Team zeigt sich zu Hause stets sehr aggressiv.“

Der Mittelblock stellte sich von selbst auf: Nur Tobias Karlsson und Anders Zachariassen erklärten sich für die besonderen Defensivaufgaben als einsatzbereit. Rasmus Lauge stand erstmals seit seiner krankheitsbedingten Pause wieder in der Startaufstellung und übernahm sofort viel Verantwortung. Die ersten drei Treffer gingen auf die Kappe des Dänen. Holger Glandorf steckte durch auf Anders Zachariassen, der zum 2:5 traf. Die Mindener hatten etwas Wurfpech, blieben aber mehrfach auch an der 6:0-Deckung der SG hängen. Lasse Svan sorgte für das erste Vier-Tore-Polster, während die Grün-Weißen bereits nach acht Minuten ihr erstes Team-Timeout nahmen. „Unser Spiel hat gleich sehr gut funktioniert“, lobte Maik Machulla. „GWD hat in der Abwehr gar keinen Zugriff auf unser Spiel bekommen.“

Hampus Wanne traf neun Mal.

An der Dominanz änderte sich auch nach der kurzen Unterbrechung nichts. Die SG markierte in reger Folge ihre Tore. Hampus Wanne erhöhte aus dem linken Flügel zum 6:11. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten die Gäste jeden Angriff erfolgreich abgeschlossen. „Super Flensburg, super Flensburg-Handewitt!“, sangen die trotz Schneefalls in Niedersachsen zahlreich angereisten Fans. GWD-Trainer Frank Carstens kritisierte seine Defensive: „Das war zu passiv, so schafft man beim Gegner keine Rhythmusstörungen.“ Dann sahen die 2727 Zuschauer einen ersten Fehlpass der bis dahin absolut souveränen Mannschaft. Auch erste Fehlwürfe schlichen sich ein. Die Mindener verkürzten bis auf 13:16. Dann intervenierte Maik Machulla mit seiner grünen Karte. Anders Zachariassen und Rasmus Lauge brachten die SG bis zur Halbzeit wieder deutlicher in Führung.

Nach Wiederbeginn sah es zunächst so aus, als ob die SG ihr souveränes Spiel fortsetzen könnte. Rasmus Lauge schloss aus der zweiten Reihe zum 14:20 ab. Doch im Handball kann so verdammt schnell gehen: Einige Unaufmerksamkeiten kamen der SG teuer zu stehen. Sie kassierte sechs Gegentreffer in fünf Minuten. Plötzlich hieß es 19:20. Die SG wankte nun, die anvisierte Tabellenführung drohte in die Weser zu kippen. „Es war klar, dass es nicht so wie in den ersten 30 Minuten weitergehen konnte“, meinte Maik Machulla. „Aber plötzlich waren wir gar nicht mehr fokussiert. Mit den ersten fünf Minuten nach der Pause bin ich so gar nicht einverstanden.“

Rasmus Lauge zeigte viel Elan. Fotos: Ki

Die Kampa-Halle war aus dem Häuschen, als die Hausherren gar den 24:24-Ausgleich erzielten. Maik Machulla operierte nun kurzzeitig mit sieben Angreifern. Ausgerechnet jetzt scheiterte Lasse Svan an Kim Sonne, die Mindener schienen nun endgültig auf die Überholspur zu wechseln. Zum Glück war Mattias Andersson in dieser Phase ein ganz wichtiger Rückhalt. Nach einem Gegenstoß über den phänomenalen Hampus Wanne lag der Favorit wieder vorn. Holger Glandorf, Rasmus Lauge und Simon Jeppsson bildeten nun die Rückraumachse. Die SG bekam wieder die Kontrolle über das Geschehen und zog auf drei Treffer davon. Die Gastgeber versuchten es mit einer vorgezogenen Abwehrspitze gegen Rasmus Lauge. Doch die Nordlichter ließen sich nun nicht mehr aus dem Tritt bringen. Anders Zachariassen verwandelte einen Gegenstoß zum 27:32. SG Fahnen prägten eine Ecke der Halle: Die Schlachtenbummler hatten allen Grund mit ihren Lieblingen zu feiern. Respekt hatten sich aber auch die Westfalen verdient. „Minden hat wirklich Riesenfortschritte in der Entwicklung der Mannschaft gemacht“, fand Dierk Schmäschke.

58 Minuten im Einsatz: Anders Zachariassen.

 

GWD Minden – SG Flensburg-Handewitt  30:34 (13:18)
GWD Minden: Christensen (1 Parade), Sonne (8 Paraden) – Doder (1), Rambo (4), Svitlica (8/4), Gullerud (5), Südmeier (2), Michalczik (4), Pusica (2), Cederholm, Mansson, Korte (3), Zvizej (1) 
SG Flensburg-Handewitt: Andersson (14 Paraden), Møller (bei zwei 7m) – Karlsson, Glandorf (3), Mogensen (2), Svan (5), Wanne (9), Jeppsson, Zachariassen (6), Lauge (9/3), Mahé
Schiedsrichter: Grobe/Kinzel (Braunschweig); Zeitstrafen: 6:6 Minuten (Mansson 2, Rambo 2, Doder 2 – Karlsson 4, Zachariassen 2); Siebenmeter: 4/4:3/3; Zuschauer: 2727
Spielverlauf: 0:1 (2.), 1:3 (5.), 2:3 (6.), 2:6 (8.), 4:7 (10.), 5:8 (11.), 5:10 (13.), 6:11 (15.), 8:12 (18.), 9:14 (19.), 10:15 (20.), 12:15 (23.), 13:16 (26.) – 14:18 (31.), 14:20 (32.), 19:20 (36.), 19:22 (36.), 21:22 (37.), 22:24 (41.), 24:24 (43.), 24:27 (48.), 26:30 (53.), 27:32 (56.), 29:32 (59.), 29:34 (60.)

 

Von: ki