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Rasmus Lauge
Grenzenlose Leidenschaft

NRW bleibt das Lieblingsziel

26.10.2013 -DKB Handball-Bundesliga: 30:28 – es glückt der fünfte Auswärtssieg

Die SG Flensburg-Handewitt steht zumindest für 24 Stunden wieder auf dem Treppchen der DKB Handball-Bundesliga. Mit dem 30:28 (14:13) beim starken Aufsteiger Bergischer HC schraubten die Nordlichter ihre Ausbeute auf fünf Auswärtssiege, die sie kurioser Weise allesamt in Nordrhein-Westfalen einsammelten. „Unter diesen Voraussetzungen war das heutige Ergebnis ein großer Erfolg", freute sich SG-Geschäftsführer Dierk Schmäschke. „Auf die Super-Stimmung in der Halle hat unsere Mannschaft mit der entsprechenden Leidenschaft geantwortet."

Nach der Verletzung von Holger Glandorf war Steffen Weinhold der einzige Linkshänder im SG-Rückraum. Der 27-Jährige begann entsprechend engagiert und war der auffälligste Akteur in den ersten Minuten. Zunächst holte er einen Siebenmeter heraus, dann war er bis zum 4:4 selbst zwei Mal der Vollstrecker. Neben ihm bildeten Thomas Mogensen und Drasko Nenadic die zweite Reihe. Dem Serben war es vergönnt, mit dem 4:5 die erste SG-Führung des Tages zu markieren.

Von langer Dauer war sie aber nicht. Vor der stimmungsvollen Kulisse in der Wuppertaler Unihalle bestätigten die Bergischen Löwen ihre gute Tabellenstellung. Eine wichtige Figur in der Offensive war wie erwartet der ehemalige SG-Spieler Viktor Szilagyi. Nach seinem 9:8 handelte sich der Österreicher allerdings eine Zeitstrafe ein, ebenso sein Kollege Fabian Gutbrod. In doppelter Überzahl schlug die Stunde von Lasse Svan, der erstmals nach seiner Daumen-Blessur wieder mitmischte. Das 9:11 war bereits sein dritter Treffer.

Dann dominierten die Torhüter das Geschehen. Vor allem Mattias Andersson stand nun im Fokus und brillierte. Binnen Kürze parierte er zwei Siebenmeter. Dierk Schmäschke: „Er hat wieder sehr konstant gehalten." Dennoch vermochten die Vorderleute diesen Rückenwind nicht zu nutzen. Die Gastgeber rückten wieder heran und glichen 30 Sekunden vor dem Pausentee aus. SG-Coach Ljubomir Vranjes nahm noch eine Auszeit. Genau die richtige Maßnahme: Im letzten Angriff des ersten Durchgangs schlüpfte Thomas Mogensen durch die BHC-Deckung und warf zur Halbzeit-Führung ein.

Zwar fing sich die SG direkt nach Wiederbeginn das 14:14 ein, und Mattias Andersson musste einen Wurf von Emil Berggreen entschärfen, aber dann schwamm sich der Gast allmählich frei. Er hatte das Zepter nun fest in der Hand und bastelte an einem Polster. Drasko Nenadic traf aus dem Rückraum, Lasse Svan konterte zum 16:19, und Thomas Mogensen fasste sich gleich zwei Mal ein Herz. 19:23! Die mitgereisten SG-Schlachtenbummler stimmten immer hoffnungsvollere Gesänge an. „Wir wussten, dass wir eine kampfbetonte und enge Partie durchstehen mussten", meinte Steffen Weinhold. „Der entscheidende Faktor, weshalb wir uns schließlich absetzen konnten, war unsere stabile Abwehr."

Ein paar Klippen waren noch zu umschiffen. Eine Viertelstunde vor Schluss beantragte die BHC-Bank das Team-Time-Out. Kurz darauf schied SG-Abwehrchef Tobias Karlsson nach seiner dritten Hinausstellung aus. Die Löwen verkürzten, doch nach dem 24:26 konnten sie nicht mehr zulegen. „Die Mannschaft hatte schon den Ausfall von Holger Glandorf sehr gut weggesteckt", beobachtete Dierk Schmäschke, „und nach dem Ausscheiden von Tobias Karlsson ackerte sie noch mehr." Das 24:28 von Jacob Heil wirkte beruhigend. Daran änderten auch die beiden vergebenen Strafwürfe von Anders Eggert nichts mehr. Der Däne rehabilitierte sich für diesen kleinen Blackout umgehend und schloss mit dem 26:30 den SG-Torreigen an der Wupper. Der Rest war Jubel, der die Handball-Asse in die Länderspiel-Unterbrechung begleiten wird.

Michael Knudsen ackerte am Kreis und in der Abwehr.
Fotos: Beate Haar

Bergischer HC – SG Flensburg-Handewitt 28:30 (13:14)
Bergischer HC: Gustavsson (8 Paraden), Huhnstock (39.-46.) – Hoße (2), Hermann (1), Sabljic, Hegemann, Miljak (2), Oelze (7/4), Wöss (4), Weiß (3), Gutbrod, Szilagyi (5), Berggren (4)
SG Flensburg-Handewitt: Andersson (10/2 Paraden) – Karlsson, Nenadic (4), Eggert (3/1), Mogensen (5), Svan (7), Weinhold (8), Heinl (2), Gottfridsson, Knudsen (1)
Schiedsrichter: Hartmann/Schneider (Magdeburg/Barleben); Zeitstrafen: 8:8 Minuten (Hermann 2, Sabljic 2, Gutbrod 2, Szilagyi 2 – Karlsson 6, Svan 2); Rote Karte: Karlsson (47., dritte Hinausstellung); Siebenmeter: 7/4:3/1 (Oelze und Szilagyi scheitern an Andersson, Oelze verwirft – Eggert trifft den Pfosten und wirft daneben); Zuschauer: 3187
Spielverlauf: 1:0 (1.), 2:2 (4.), 4:3 (7.), 4:5 (8.), 7:5 (11.), 7:7 (13.), 9:8 (18.), 9:11 (22.), 10:12 (26.), 12:12 (29.), 13:13 (30.) – 14:14 (32.), 14:16 (35.), 16:17 (37.), 16:19 (39.), 18:20 (40.), 18:22 (43.), 20:23 (45.), 22:24 (47.), 23:25 (48.), 24:26 (49.), 24:28 (53.), 25:29 (54.), 26:30 (58.)

Von: ki