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Grenzenlose Leidenschaft

SG zu Hause eine Bank

31.08.2014 -DKB Handball-Bundesliga: 29:22 – mit Sieg in Heimspiel-Pause

Die SG Flensburg-Handewitt hat auch ihr zweites Heimspiel in der DKB Handball-Bundesliga gewonnen. Sie schlug am heutigen Nachmittag die MT Melsungen mit 29:22 (16:11). „In einigen Fällen hat etwas die Disziplin gefehlt", meinte SG Coach Ljubomir Vranjes. „Aber insgesamt können wir mit Abwehr, Angriff, Torwart und ja auch mit erster sowie zweiter Welle zufrieden sein." SG Geschäftsführer Dierk Schmäschke ergänzte: „Wir ärgern uns, dass wir in Kiel verloren haben. Aber in unserer Mannschaft steckt Bewegung, sie entwickelt sich weiter."

„Wir erheben uns für die SG Flensburg-Handewitt“, schrie Moderator „Holzi“ Holst kurz vor dem Anpfiff. Und die Zuschauer folgten der Anweisung ohne Zögern. Es war klar, die „Hölle Nord“ leistete den Schulterschluss mit dem Team, das in der gleichen  Formation begann wie in den beiden ersten Partien. Der erste Jubel entbrannte nach einer „Fackel“ von Drasko Nenadic zum 1:0. Die SG hatte gleich erste Vorteile, erzielte in einer flotten Partie, in der beide Teams die schnelle Mitte pflegten, die ersten Führungen, konnte sich aber bis zum 6:6 nicht absetzen. Auf die Leistungsträger war Verlass: Anders Eggert verwandelte den nächsten Strafwurf, Mattias Andersson zeigte Paraden am laufenden Band, und Holger Glandorf erhöhte mit einem Doppelschlag auf 9:6. Melsungen nahm sein erstes Team-Time-Out.

Mattias Andersson war wieder eine Wand.

Die SG beeindruckte das gar nicht. Sie konterte nach der Unterbrechung eiskalt. Erst Lasse Svan, dann Jacob Heinl – und es hieß 11:6. Von da an bewegten sich die Hausherren mit einem netten Polster über das Parkett. Anders Zachariassen, Johan Jakobsson und Lars Kaufmann kamen ins Spiel. „Wir spielen bis Dezember alle drei Tage", erklärte Ljubomir Vranjes später. „Da ist es wichtig, dass alle Spieler mein Vertrauen spüren und fühlen." Lars Kaufmann erzielte den 16:11-Pausenstand. Die letzte Aktion gehörte aber Mattias Andersson, der das halbe Dutzend an Paraden vollmachte. 

Die zweite Hälfte begann mit sicher verwandelten Siebenmetern auf beiden Seiten. Freude auch bei Johan Jakobsson, der sein erstes Bundesliga-Tor erzielte. Doch plötzlich kam der Gast merklich auf: Die Hessen legten eine Vierer-Serie hin. Als Michael Allendorf auf 18:16 verkürzt hatte, knisterte es wieder merklich vor Spannung. „Die Grundstimmung in unserer Halle ist eine andere als in der letzten Serie", beobachtete Dierk Schmäschke. „Die Zuschauer haben registriert, dass wir junge Spieler integriert müssen und unterstützen uns dabei nach vollen Kräften."

Johan Jakobsson erzielte sein erstes SG-Tor.

Die Flügelzange befand sich auf Betriebstemperatur. Zunächst Anders Eggert von Linksaußen, dann Lasse Svan von der anderen Seite – und das Vier-Tore-Polster war wieder hergestellt. Nun lief es wieder wie geschmiert. Mattias Andersson hielt, Anders Eggert erwischte den langen Pass und drehte ihn in die Maschen. 22:16 – die „Hölle Nord“ war aus dem Häuschen! „Es ist immer das Gleiche in Flensburg, wir können hier einfach nicht gewinnen", ärgerte sich MT-Trainer Michael Roth. „Diesmal hatten wir drei Probleme. Uns fehlte der erkrankte Felix Danner vor allem in der Abwehr, wir hatten keine Durchschlagskraft im Rückraum und merkten die Belastung von vier Spielen in acht Tagen."

Der frühe Zeitpunkt in der Saison schimmerte dennoch häufiger durch. So dauerte es fünf Minuten, bis der eingewechselte Hampus Wanne den nächsten Treffer erzielte. Auch Johan Jakobsson steckte nicht auf und hämmerte den Ball zum 24:19 in die Maschen. Es sollte nichts mehr anbrennen. Zu sicher stand die SG mit Tobias Karlsson und Jacob Heinl in der Defensive. Lars Kaufmann war es vergönnt, den Schlussstand herzustellen. Die Freude, wieder in so starker Verfassung auf dem Spielfeld zu agieren, war ihm sichtlich anzumerken. Damit schloss die „Hölle Nord" bis zum nächsten Heimspiel am 1. Oktober gegen Erlangen. „Ihr spielt jetzt international, dann sehen wir uns im Herbst wieder", verabschiedete sich Michael Roth mit einem Hinweis auf die Begegnung im DHB-Pokal am 22. Oktober."

Hampus Wanne konterte. Fotos: Ki

SG Flensburg-Handewitt – MT Melsungen 29:22 (16:11)
SG Flensburg-Handewitt: Andersson (22 Paraden), Møller (bei drei 7m) – Karlsson, Nenadic (1), Eggert (7/5), Glandorf (6), Mogensen (3), Svan (3), Wanne (3), Kaufmann (3), Jakobsson (2), Heinl (1), Zachariassen
MT Melsungen: Appelgren (14 Paraden), Sandström (bei einem 7m) – Maric (4), Rnic, Sellin (1), Fahlgren (1), Schröder (2), Hildebrand (1), P. Müller (2), Allendorf (10/6), Vuckovic, M. Müller (1) 
Schiedsrichter: Fleisch/Rieber (Nellingen/Nürtingen); Zeitstrafen: 4:8 Minuten (Karlsson 2, Nenadic 2 – Maric 2, Hildebrand 2, Allendorf 2, Roth 2); Siebenmeter: 5/5:6/6; Zuschauer: 5507
Spielverlauf: 1:0 (2.), 3:1 (4.), 4:3 (5.), 6:4 (8.), 6:6 (10.), 11:6 (16.), 11:8 (17.), 12:9 (18.), 15:9 (23.), 15:11 (25.) – 16:12 (32.), 18:13 (33.), 18:16 (35.), 22:16 (42.), 22:18 (47.), 24:19 (49.), 26:20 (56.), 28:21 (59.)

Von: ki