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Wieder im Liga-Betrieb

16.04.2014 -DKB Handball-Bundesliga: 23:19 – die Abwehr bringt die Sicherheit

Die SG Flensburg-Handewitt verteidigte ihre Position in der DKB Handball-Bundesliga. Sie schlug am Abend die HSG Wetzlar mit 23:19 (10:8). Da gleichzeitig der THW Kiel bei den Rhein-Neckar Löwen verlor, liegt die SG nur noch einen Zähler hinter der Tabellenspitze. „Vorrangiges Ziel war es, dass die Mannschaft wieder auf Kurs kommt und positiv denkt", meinte SG-Geschäftsführer Dierk Schmäschke. „Wir dürfen nicht vergessen, dass in dieser Saison noch einiges möglich ist. In jedem Fall kämpfen wir um einen Platz in der nächsten VELUX EHF Champions League."

So ein Wiedereinstieg in den Liga-Betrieb ist drei Tage nach einem unglücklichen Ende beim Final 4 schwer – das weiß ein erfahrener Handball-Kenner. Und diese Weisheit bestätigte sich gerade in den ersten zehn Minuten einmal mehr. Zunächst profitierte die SG noch von Fehlern der Hessen im Angriff, Jacob Heinl und Holger Glandorf konterten zum 2:1. Doch dann fiel der Gastgeber in ein Loch, während sich HSG-Schlussmann Andreas Wolff immer mehr zum Schrecken der Schützen aufbaute. Auch in der Offensive traf Wetzlar nun besser. Als Jens Tiedtke nach etwas mehr als zehn Minuten zum 2:5 einwarf, legte SG-Coach Ljubomir Vranjes bereits seine grüne Karte auf den Kampfrichter-Tisch.

Nach der kurzen Unterbrechung saß Wochenend-Vielspieler Thomas Mogensen vorerst auf der Bank. Die Gastgeber agierten überzeugend in der Abwehr und gewannen dadurch an Sicherheit im Vorwärtsdrang. „Die Flensburger Abwehr setzt in dieser Saison Maßstäbe", sollte HSG-Trainer Kai Wandschneider später sagen. „Ich habe zwei starke Abwehrreihen und drei gute Torhüter gesehen", ergänzte Ljubomir Vranjes und lobte damit auch die Wetzlarer.

Zurück in den Spielfilm: Der eingewechselte Drasko Nenadic stibitzte den Ball, Lasse Svan schloss den Tempo-Gegenstoß zum 5:5-Ausgleich ab. In einer recht torarmen Angelegenheit legte Anders Eggert erst in der 24. Minute wieder für die SG vor. 7:6 – per Siebenmeter! Ljubomir Vranjes verteilte die Spielanteile mehr als noch am Wochenende. „Wir mussten die Kräfte dosieren", erklärte der SG-Trainer. „Die Beine und die Körper waren müde, einige Spieler sind auch angeschlagen. Aber alle wollten zwei Punkte gewinnen, sodass ich mit der Mannschaft insgesamt sehr zufrieden sein konnte."

Thomas Mogensen kehrte nach gut 20 Minuten aufs Parkett zurück und vertrat nun Jim Gottfridsson, Steffen Weinhold löste Holger Glandorf ab. Die SG kassierte zwar noch den 8:8-Ausgleich, doch die letzten beiden Treffer des ersten Durchgangs gingen an die Hausherren: Steffen Weinhold aus der zweiten Reihe, dann schloss Michael Knudsen nach einer Parade von Mattias Andersson einen Konter ab.

Steffen Weinhold auf Kurs.

Die SG wollte schnell weiterspielen, tauchte nach recht kurzer Pause wieder aus den Kabinen auf. Einer der Ungeduldigen, nämlich Anders Eggert, erhöhte gleich auf 11:8. Einmal noch robbte sich der Gast heran, doch nach dem 11:10 hatte die SG ihren Schwung gefunden. Besonders gut lief es nun auf der rechten Angriffsseite. Holger  Glandorf zeigte seine Dynamik gleich drei Mal, Lasse Svan traf von Außen zum 16:11. „Die SG hat ein paar mehr Zweikämpfe gewonnen als wir und lief auch einige Gegenstöße mehr", musste Kai Wandschneider erkennen.

Dennoch versuchte er diesen Lauf, mit einem Team-Time-Out zu stoppen. Vergebens – gleich der nächste Angriff endete mit einem Ballverlust. Und Holger Glandorf sauste mit Sieben-Meilen-Stiefeln auf das Wetzlarer Gehäuse zu. 17:11! Die SG dominierte nun das Geschehen. Gelegenheit für Ljubomir Vranjes die Rotation noch mehr anzufeuern als im ersten Durchgang. Bogdan Radivojevic mischte nun mit, auch Olafur Gustafsson, der sogleich das 22:16 markierte. Die SG hatte zwei wichtige Punkte eingefahren und erntete dafür stehende Ovationen. Die passende Begleitung für den letzten Angriff: Olafur Gustafsson steckte auf Jacob Heinl durch, der zum 23:18 vollendete. „Ich bin sehr stolz auf die Einstellung der Mannschaft", schloss Dierk Schmäschke. „Nach der schmerzhaften Niederlage vom Sonntag geht der Blick wieder nach vorne."

Die Abwehr stand hervorragend. Fotos: Ki


SG Flensburg-Handewitt – HSG Wetzlar  23:19 (10:8)
SG Flensburg-Handewitt: Andersson (12/1 Paraden) – Karlsson, Nenadic (2), Eggert (6/4), Glandorf (6), Mogensen (1), Svan (2), Weinhold (1), Heinl (3), Gustafsson (1), Gottfridsson, Radivojevic, Knudsen (1)
HSG Wetzlar: Dahl (4 Paraden, ab 40.), Wolff (9 Paraden) – Tiedtke (2), Prieto, Weber (2), Tönnesen (4), Fäth (2), Bliznac (1), Klesniks, Reichmann (2), Laudt (3), Harmandic, Hahn (1), Rompf (2)
Schiedsrichter: Behrens/Fasthoff (Düsseldorf); Zeitstrafen: 2:4 Minuten (Heinl 2 – Prieto 2, Tiedtke 2); Siebenmeter: 4/4:2/1 (Andersson hält gegen Reichmann); Zuschauer: 5577
Spielverlauf: 1:0 (1.), 2:1 (7.), 2:5 (11.), 5:5 (16.), 5:6 (23.), 7:6 (24.), 8:8 (27.) – 11:8 (31.), 11:10 (33.), 14:10 (37.), 17:11 (40.), 18:13 (44.), 20:14 (48.), 20:16 (51.), 22:16 (53.), 22:18 (57.), 23:18 (60.)

Von: ki