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27.03.2013 -DKB Handball-Bundesliga: 22:27 – böses Erwachen in Lemgo

Die SG Flensburg-Handewitt hat es mal wieder erwischt. Erstmals seit dem 10. November und 14 ungeschlagenen Partien in der DKB Handball-Bundesliga verlor sie mit 22:27 (7:14) beim TBV Lemgo. „Wir hatten uns eigentlich gut auf die Partie vorbereitet und waren auch auf ein offensives Abwehrsystem eingestellt", rätselte SG-Linkshänder Steffen Weinhold. „Aber trotzdem haben wir zu viele Fehler gemacht."

Das war gar nicht die Anfangsphase der SG. Wurfpech paarte sich mit einer fehlenden Geduld im Angriff. Da half auch kein gehaltener Siebenmeter von Mattias Andersson. Die SG geriet in Rückstand, da vorne fast nichts funktionierte. Erst nach knapp sechs Minuten besorgte Lars Kaufmann den ersten SG-Treffer, nach zehn Minuten hieß es 4:1. In der Lipperlandhalle brandete erste Begeisterung auf. „Wir hatten nichts zu verlieren und waren von Anfang an präsent", freute sich TBV-Keeper Carsten Lichtlein. „Wir wussten um die große Belastung der Flensburger und haben darin unsere Chance gewittert."

Nach zehn Minuten betrat Anders Eggert erstmals das Spielfeld. In der Anfangsphase hatte die SG mit zwei Kreisläufern operiert, wobei Michael Knudsen über Linksaußen einlief. Mit einem Siebenmeter feierte Anders Eggert einen erfolgreichen Einstand und durfte kurz darauf auch beim Positionsangriff ran. Nach einer Auszeit mischte nun auch Olafur Gustafsson mit. Rund lief es aber keineswegs bei der SG. Immer wieder stand Carsten Lichtlein im Weg. „Er hat gut gehalten", bemerkte SG-Trainer Ljubomir Vranjes. „Aber wir haben noch mehr verworfen." 9:4 – das sah gar nicht gut aus. Lediglich der eingewechselte Steffen Weinhold verkörperte Durchschlagskraft. Mit seinem vierten Treffer markierte der Linkshänder das 10:7. Kurzfristig schien es so, als ob die Gäste allmählich ihren Rhythmus finden würden.

Ein Trugschluss, die SG rutschte in das nächste Tief. Die Verunsicherung nahm von Minute zu Minute zu. Auch eine Überzahl brachte kein Oberwasser. Im Gegenteil: Die SG rannte in zwei weitere Treffer. Sieben Tore Rückstand und nur sieben Tore erzielt – der Pausentee schmeckte diesmal besonders bitter. Aber schlecht war er den Nordlichtern nicht bekommen. Mit dem Torewerfen klappte es plötzlich besser. Florian von Gruchalla mischte jetzt mit und verkürzte von Rechtsaußen auf 15:10. Gegen die westfälische 5:1-Deckung kam die SG nun besser zurecht und beschloss, selbst dieser Defensivformation zu vertrauen. Florian von Gruchalla operierte als vorgezogene Spitze. Thomas Mogensen schloss energisch zum 17:13 ab – der TBV Lemgo nahm eine Auszeit.

„Handball kostet Kraft, man muss etwas investieren, wenn man etwas erreichen will", meinte Ljubomir Vranjes und setzte ab sofort auf zwei Spitzen. Anders Eggert war der Auserwählte. Die SG rückte noch einmal heran. Thomas Mogensen rutschte durch, dann schnellte Olafur Gustafsson in die Höhe und schloss zum 21:19 ab. Sieben Minuten vor dem Abpfiff keimte Hoffnung auf. Doch eine Wende sollte sich nicht mehr einstellen. So herrschte nach dem Schlusspfiff Party-Stimmung in der Lipperlandhalle, während den SG-Akteuren nur der Blick nach vorne blieb. „Am Sonntag in Berlin wollen wir uns schon wieder ganz anders präsentieren", kündigte Steffen Weinhold an.

Thomas Mogensen zieht ab. Fotos: TBV Lemgo.

 

TBV Lemgo – SG Flensburg-Handewitt 27:22 (14:7)
TBV Lemgo: Lichtlein (23/1 Paraden) – Niemeyer (1), Kehrmann (2), Strobel (4), Hermann (2), Pekeler (3), Schneider (4), Dietrich (2), Haenen (2), Zieker (7/2)
SG Flensburg-Handewitt: Andersson (15/1 Paraden) – Karlsson, Eggert (4/3), Glandorf (1), Mogensen (3), Svan Hansen, Weinhold (4), Heinl (3), Gustafsson (1), von Gruchalla (2), Kaufmann (2), Knudsen (2)
Schiedsrichter: Fleisch/Rieber (Nellingen/Nürtingen); Zeitstrafen: 8:2 Minuten (Hermann 4, Schneider 2, Zieker 2 – Karlsson 2); Siebenmeter: 3/2:4/3 (Zieker scheitert an Andersson – Lichtlein hält gegen Eggert); Zuschauer: 4860
Spielverlauf: 2:0 (5.), 4:1 (10.), 7:2 (15.), 8:4 (17.), 10:5 (21.), 10:7 (23.) – 14:9 (33.), 16:10 (35.), 17:11 (36.), 17:13 (38.), 18:14 (41.), 20:14 (44.), 21:15 (46.), 21:19 (53.), 22:20 (54.), 25:20 (58.), 26:22 (60.)

Von: ki