Stripes
Stripes
Rasmus Lauge
Grenzenlose Leidenschaft

SG verliert umkämpftes Landesderby

12.05.2019 -DKB Handball-Bundesliga: 18:20 – zu schwache Chancenverwertung

Die SG Flensburg-Handewitt hat den vorentscheidenden Schritt in Richtung Titelverteidigung in der DKB-Handball-Bundesliga verpasst. Das mit Spannung erwartete 99. Landesderby beim ärgsten Verfolger THW Kiel, verlor die Mannschaft von Maik Machulla mit 18:20 (11:11). So schmolz der Vorsprung des deutschen Meisters auf zwei Minuspunkte zusammen.

Die erste Halbzeit war geprägt von zwei sehr dominanten und beweglichen Abwehrreihen, mit zwei starken Torhütern dahinter. Sowohl Niklas Landin beim THW wie auch SG Keeper Benjamin Buric drückten dem Spiel ihren Stempel auf. Dabei war es der Schlussmann der Hausherren, der zunächst einige Bälle mehr zu fassen bekam. So geriet die SG nach acht Minuten mit 1:4 ins Hintertreffen. Doch die Mannschaft von Maik Machulla besann sich ihrer Stärken. Gestützt auf ebenfalls tolle Paraden von Benjamin Buric glich der Tabellenführer durch Lasse Svan beim 5:5 nach einer Viertelstunde nicht nur aus, sondern ging durch den druckvoll agierenden Holger Glandorf beim 6:5 erstmalig selbst in Führung.
Benjamin Buric: Tausendsassa im SG Tor. Fotos: Anderson-Jensen.

Verletzungsbedingter Ausfall von Tobias Karlsson
Das Machulla-Team musste auch den verletzungsbedingten Ausfall ihres Tobias Karlsson wegstecken. Der SG Kapitän musste nach einer Aktion in der Deckung das Feld verlassen und wurde in der Kabine behandelt. Die Partie war für den Schweden gelaufen. Seine Mannschaftskameraden spielten erhobenen Hauptes weiter. Beim 8:7-Vorsprung durch Rasmus Lauge musste die SG im Gegenzug auch noch eine äußerst umstrittene Zeitstrafe für den Torschützen wegstecken. Doch nach dem folgenden 8:8 durch einen verwandelten Siebenmeter von Niklas Ekberg stand die SG in der Deckung eng zusammen. Mit Geduld konnte sich der Bundesliga-Primus sogar auf 10:8 absetzen. Danach stockte die Offensive. Drei Topchancen wurden liegengelassen, zudem bekam Niklas Landin zweimal die Hand entscheidend an den Ball. So gingen die „Zebras" zwei Minuten vor der Pause mit 11:10 in Front. Jim Gottfidsson sorgte mit einem stoisch verwandelten Rückraumwurf für den 11:11-Pausenstand.

In der zweiten Halbzeit ein Kampfspiel
Nach dem Wechsel wurde die Partie immer mehr zum Kampfspiel. Zwar arbeiteten sich beide Mannschaften viele Chancen heraus, doch beide Torhüter zeigten weiter starke Leistungen. Nach und nach hatte Niklas Landin allerdings die Nase vorn. Er raubte den Außenspielern der SG den Nerv und kaufte ihnen viele „Hundertprozentige“ ab. So rannte der Tabellenführer nach dem 13:15 stets einem Zwei-Tore-Rückstand hinterher. Die SG musste so immer wieder mit einem Anschlusstreffer dranbleiben. Über 15:16 blieb es bis zum 17:18 durch Lasse Svan, der viele Chancen gegen seinen dänischen Nationalmannschaftskollegen Niklas Landin liegenließ, fünf Minuten vor dem Ende offen. Ein zu weiter Pass von Rasmus Lauge, der immer wieder versuchte die Kieler Deckung auseinanderzuziehen, landete in der rechten Ecke des Feldes im Aus. So bekam der THW Kiel zwei entscheidende Tore zu Stande, die Miha Zarabec und Domagoj Duvnjak mit Einzelaktionen zum 19:17 und 20:17 abschlossen. Dazwischen scheiterte auch Johannes Golla an Niklas Landin.

Stimmen zum Spiel
Nach 60 Minuten stand die 18:20-Niederlage, die Trainer Maik Machulla sichtlich enttäuscht kommentierte: „Wir haben heute gegen Niklas Landin verloren. Wenn man sich so viele Chancen herausspielt, von Außen aber so viele Chancen vergibt und nur 18 Tore erzielt, dann muss man die Schuld bei sich selbst suchen. Aber wir wissen wo wir herkommen. Wir haben nur in Magdeburg und Kiel verloren und spielen eine tolle Serie. So bin ich stolz auf meine Mannschaft.“ Rasmus Lauge war ebenfalls enttäuscht, aber schon wenige Minuten nach dem Abpfiff kämpferisch: „Es war unglaublich, was Niklas Landin gehalten hat. Ich finde aber, wir haben gut und konsequent gespielt und viele Möglichkeiten gehabt. Wir machen auch wenig Fehler, außer mein Pass ins rechte Eck. Aber wir haben alles in der eigenen Hand. Das ist doch geil. Wir haben noch vier Spiele und werden alles geben.“ Im Sky-Interview schaute er nach vorne: „Es tut mir leid für Tobias, dass er sich verletzt hat. Er ist in der Kabine und auf der Platte so wichtig. Ich hoffe nicht, dass seine Karriere so endet."

Letzte taktische Anweisungen für Magnus Rød.

THW Kiel - SG Flensburg-Handewitt 20:18 (11:11)
THW Kiel: Niklas Landin (14 Paraden), Wolff (1/1 Paraden) – Duvnjak (6), Reinkind, Magnus Landin (3/2), Weinhold (2), Wiencek (1), Ekberg (3/2), Rahmel, Dahmke, Zarabec (2), Bilyk, Pekeler (3), Nilsson
SG Flensburg-Handewitt: Buric (14/2 Paraden), Bergerud (bei einem 7m) – Karlsson, Golla (2), Hald, Glandorf (3), Svan (5), Wanne (2/1), Jøndal (1), Zachariassen, Johannesson (2), Gottfridsson (2), Lauge (1), Rød
Schiedsrichter: Geipel/Helbig (Leipzig/Landsberg); Zeitstrafen: 10:8 Minuten (Duvnjak 2, Ekberg 2, Wiencek 2, Dahmke 2, Weinhold 2 – Hald 4, Lauge 2, Golla 2); Siebenmeter: 6/4:1/1 (Ekberg scheitert zwei Mal an Buric – Jøndal scheitert an Wolff); Zuschauer: 10.250
Spielverlauf: 4:1 (8.), 5:3 (10.), 5:6 (16.), 8:10 (22.), 10:10 (25.) – 13:13 (37.), 15:13 (40.), 16:15 (47.), 18:17 (55.), 20:17 (59.)

Von: jös