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Rasmus Lauge
Grenzenlose Leidenschaft

Wieder Leidenschaft

05.12.2012 -DKB Bundesliga: 35:29 – SG eilt zur frühen Entscheidung

Der Weg führt immer weiter nach oben. Mit einem souveränen 35:29 (17:10) über die MT Melsungen kletterte die SG Flensburg-Handewitt an die vierte Stelle der DKB Bundesliga. „Die Mannschaft macht derzeit einen unglaublichen Job, ruft stets 100 Prozent Leistung und Leidenschaft ab“, rieb sich SG-Coach Ljubomir Vranjes nach dem Schlusspfiff die Hände. „Das musste einmal gesagt werden. Handball ist nicht so einfach, wie viele denken.“

Eine schöne Überraschung gab es bereits vor dem Anpfiff: SG-Legende Lars Christiansen weilte in der Flens-Arena. Er erwies sich als Glücksbringer. Seine alte Mannschaft erlaubte den Melsungern zwar das 1:1, doch dann betonte die SG immer mehr ihren Machtanspruch. Olafur  Gustafsson traf zum 2:1, Holger Glandorf packte eins drauf – damit waren die beiden auffälligsten Angreifer bereits in Erscheinung getreten. Der isländische Neuzugang erfreute Ljubomir Vranjes aber nicht nur wegen der fünf Tore: „Das Abwehrverhalten von Olafur passt gut zu uns.“

Überhaupt war die Defensive einmal mehr der Faustpfand für den Erfolg. „Sie hat da weitergemacht, wo sie in Montpellier aufgehört hatte“, erklang es aus dem Trainer-Mund. Tobias Karlsson und Jacob Heinl im Mittelblock waren immer wieder ein Hindernis für die hessischen Angriffsbemühungen. Der ehemalige SG-Mann Patrik Fahlgren konnte kaum Akzente setzen und verschwand nach 20 Minuten auf der Bank. Auch der rechte Rückraum erwies sich ohne Alexandros Vasilakis (Rücken- und Rippenstauchung) als Baustelle. „Wir wollten das Spiel breit aufziehen, sind aber immer wieder in der Mitte am Block hängen geblieben“, sagte ein enttäuschter MT-Trainer Michael Roth. „Uns wurden die Grenzen aufgezeigt.“

Ganz anders die SG, die schnell ihre Gegenstöße aufzog und auch das Glück des Tüchtigen hatte. Anders Eggert scheiterte an Mikael Appelgren, doch Lasse Svan Hansen staubte ab. 5:2! Kurz darauf nahm Melsungen die erste Auszeit, blieb aber ratlos. Anders Eggert zauberte einen Extrem-Dreher ins Netz. 9:4 – verzückte Begeisterung in der „Hölle Nord"! Mattias Andersson hielt großartig, auf der anderen Seite hatte der gerade eingewechselte schwedische Landsmann Per Sandström Pech. Er parierte exzellent gegen Zaubermaus Anders Eggert, doch Michael Knudsen ergatterte den Abpraller. 12:4!

Nach 19 Minuten bereits das zweite Team-Time-Out der Gäste. Sie erlebten aber nur einen kurzen Frühling. Die SG dominierte weiter deutlich. Nun agierten Steffen Weinhold als Regisseur und Florian von Gruchalla auf Rechtsaußen. Zu Beginn der zweiten Hälfte versuchte es Melsungen mit einer 5:1-Deckung gegen Holger Glandorf. Eine Wende war aber nicht möglich. Nach 48 Minuten hieß es 29:20, und Ljubomir Vranjes brachte zwei Youngster: Morten Dibbert und Malte Voigt. „Ich konnte wechseln – das war gut“, meinte der Coach. „Ich muss allen Spielern bei dieser hohen Belastung Pausen geben.“

Thomas Mogensen tankte sich mehrmals durch.

In der Schlussphase freute sich MT-Keeper Mikael Appelgren über einige Paraden, seine Vorderleute betrieben Ergebnis-Kosmetik. Was niemanden wirklich interessierte: Melsungen gewann den zweiten Durchgang mit 19:18. „Daran werden wir uns wieder aufrichten“, schmunzelte Michael Roth und fasste zusammen: „Heute haben wir hier Lehrgeld bezahlt.“ Derweil hatte SG-Geschäftsführer Dierk Schmäschke verbales Schulterklopfen parat: „Auf unsere Mannschaft können wir richtig stolz sein.“ Da störte den Spielern bei der Fahrt nach Hause auch das Schneegestöber nicht mehr.

Am Ende wieder Jubel, Trubel, Heiterkeit. Fotos: Ki

 

SG Flensburg-Handewitt – MT Melsungen  35:29 (17:10)
SG Flensburg-Handewitt: Andersson (16 Paraden) – Karlsson, Eggert (4/3), Glandorf (8), Mogensen (5), Svan Hansen (4), Weinhold (3), Dibbert, Heinl (3), Gustafsson (5), Voigt, von Gruchalla (2), Knudsen (1)
MT Melsungen: Appelgren (10 Paraden), Sandström (3 Paraden; 17.-34.) – Stenbäcken (7), Mansson (2), Kubes (1), Fahlgren (2), Schröder (2), Hildebrand (1), Danner (2), Karipidis (2/2), Allendorf (6), Vuckovic (4)
Schiedsrichter: Harms/Mahlich (Magdeburg/Stendal); Zeitstrafen: 2:2 Minuten (Karlsson 2 – Schröder 2); Siebenmeter: 3/3:2/2; Zuschauer: 5038
Spielverlauf: 1:0 (1.), 1:1 (4.), 3:1 (5.), 3:2 (6.), 7:2 (12.), 8:4 (15.), 12:4 (19.), 12:7 (22.), 14:7 (23.), 15:9 (26.), 16:10 (29.) – 17:11 (31.), 19:12 (32.), 21:13 (35.), 22:15 (37.), 23:17 (39.), 25:18 (41.), 27:19 (45.), 29:20 (49.), 30:21 (51.), 30:23 (53.), 33:23 (56.), 33:27 (58.), 35:28 (59.)

Von: ki