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Rasmus Lauge
Grenzenlose Leidenschaft

Eine Runde weiter

25.10.2011 -DHB-Pokal: 29:27-Sieg im 70-Minuten-Krimi von Dutenhofen

Eng und laut war es, doch die SG Flensburg-Handewitt hat die Pokal-Aufgabe in der Sporthalle Dutenhofen mit großem Kampfgeist gemeistert. Nach Verlängerung feierte sie einen 29:27 (13:12, 25:25)-Erfolg bei der HSG Wetzlar und buchte das Ticket für das Achtelfinale. Die Auslosung findet in den nächsten Tagen statt. Spieltermin ist der 14. Dezember. „Wir haben zwar kein optimales Spiel erwischt", sagte SG-Trainer Ljubomir Vranjes. „Aber wir haben die ganze Zeit gekämpft."

Das erste Tor des Tages ging auf das Konto der HSG Wetzlar. Es war gar nicht typisch für den weiteren Verlauf in der packenden Atmosphäre von Dutenhofen. Die SG sollte danach in der regulären Spielzeit nicht mehr in Rückstand geraten, sondern führte zumeist mit einem oder zwei Treffern. Gerade von den Halbpositionen versprühte die SG ausreichend Gefahr. Lars Kaufmann und Holger Glandorf trafen regelmäßig und speisten eine solide Ausbeute der Gäste. Bereits nach gut einer Viertelstunde tauschten die Gastgeber ihre Torleute aus.

Die Abwehr stand solide, hatte lediglich einen Wetzlarer Schützen nicht so recht auf der Rolle: Philipp Müller. In den ersten 20 Minuten hatte er bereits fünf Mal eingelocht. Kurz darauf musste der HSG-Halblinke zum zweiten Mal mit einer Zeitstrafe auf der Bank Platz nehmen. Die SG konnte die Überzahl nicht nutzen, eine knappe Minute später stellten die Schiedsrichter auch Lasse Svan Hansen hinaus. Als es auf dem Feld übersichtlicher war, erzielte Holger Glandorf das 9:11.

Doch die Hessen, angepeitscht von ihren dicht am Spielfeld sitzenden Fans, ließen sich nicht abschütteln. 15:15 – mehrmals musste die SG den Ausgleich hinnehmen. „Es war das erwartet hitzige Spiel in Dutenhofen", meinte Lars Kaufmann. Es drohte sogar der Rückstand. Doch Sören Rasmussen, gerade erst eingewechselt, war zur Stelle und parierte gegen Steffen Fäth. Durchatmen auf der SG-Bank!

Danach gewann die SG die Kontrolle zurück. Lars Kaufmann stach gegen seinen Ex-Klub, Michael Knudsen erhöhte zum 15:18, und Anders Eggert zeigte von der Siebenmeter-Linie seine gewohnte Perfektion. Nun verwaltete die SG souverän einen netten Vorsprung, zumal Sören Rasmussen mit einigen blendenden Reaktionen die HSG-Schützen nervte. Mit einem Doppelschlag sorgte Petar Djordjic gegen seinen Ex-Klub für das 18:22.

Die SG musste danach allerdings einige bange Momente überstehen. Thomas Mogensen und Michael Knudsen kassierten nacheinander Zeitstrafen. Doch die Gastgeber nutzten die vierminütige Überzahl kaum – auch weil auf Sören Rasmussen Verlass war. Allerdings hatte der SG-Angriff seinen Rhythmus verloren. Zwar markierte Holger Glandorf noch das 21:24, doch dann kam Wetzlar immer mehr auf. „Wir haben es unnötig spannend gemacht, beim 20:23 hätten wir die Partie für uns entscheiden müssen", sagte Lars Kaufmann.

41 Sekunden vor Schluss war es passiert: Die Hausherren feierten den Ausgleich. Mit dem Tor von Michael Knudsen hatte die SG eine schnelle Antwort parat, doch Timo Salzer rettete die HSG sieben Sekunden vor Ultimo in die Verlängerung. In die zehn zusätzlichen Minuten startete die SG mit dem psychologischen Nachteil, einen vermeintlich sicheren Vorsprung aus der Hand gegeben zu haben. Anders Eggert scheiterte nun mit einem Siebenmeter an Nikolai Weber, und die Hessen feierten durch Philipp Müller das erste Erfolgserlebnis der Verlängerung. Es sah nicht gut um die SG aus.

Lasse Svan Hansen glich postwendend aus. Nach einer kurzen Pause machte erneut Sören Rasmussen seinen Kasten dicht. Tamás Mocsai besorgte das imminent wichtige 26:27. Das Spiel schien zugunsten der SG zu kippen, als der nächste Rückschlag zu verbuchen war. Lasse Svan Hansen schied mit seiner dritten Hinausstellung aus. Doch eine K.o-Wirkung hatte diese Schiedsrichter-Entscheidung nicht. Holger Glandorf fasste sich zwei Mal ein Herz und bescherte der SG doch noch beste Stimmung auf der langen Rückfahrt im Mannschaftsbus. „Am Ende ist immer etwas Glück dabei", atmete Ljubomir Vranjes tief durch. „Ich bin glücklich über das Weiterkommen." Es darf weiterhin vom Lufthansa Final Four in Hamburg geträumt werden.

Holger Glandorf erzielte die letzten beiden Tore. Fotos: Helfried Schmidt


HSG Wetzlar – SG Flensburg-Handewitt 27:29 (12:13; 25:25)
HSG Wetzlar: Marinovic, Weber – Schmidt (9/4), Salzer (3), Valo (1), Mraz, Müller (7), Chalkidis, Fäth (3), Harmandic (1), Friedrich, Kristjansson (1), Hahn (2)
SG Flensburg-Handewitt: Andersson, Rasmussen (bei einem 7m, ab 34.) – Karlsson, Eggert (6/6), Glandorf (7), Mogensen (4), Svan Hansen (1), Djordjic (2), Mocsai (1), Heinl, Kaufmann (5), Knudsen (3)
Schiedsrichter: Schaller/Wutzler (Leipzig/Frankenberg); Zeitstrafen: 12:16 Minuten (Müller 4, Schmidt 2, Salzer 2, Valo 2, Hahn 2 – Svan Hansen 6, Glandorf 4, Knudsen 4, Mogensen 2); Rote Karte: Svan Hansen (68; dritte Hinausstellung); Siebenmeter: 5/4:7/6 (Schmidt scheitert an Andersson – Eggert verwirft gegen Weber); Zuschauer: 1280
Spielverlauf: 1:0 (1.), 1:2 (5.), 4:4 (9.), 4:6 (12.), 6:7 (16.), 8:8 (20.), 9:9 (22.), 9:11 (25.), 10:12 (28.), 11:13 (29.) – 13:13 (31.), 15:15 (34.), 15:18 (40.), 17:20 (43.), 18:22 (47.), 20:22 (48.), 20:23 (50.), 21:24 (55.), 23:24 (58.), 24:24 (60.), 25:24 (60.) – 26:25 (65.), 26:26 (65.), 26:27 (67.), 26:28 (69.), 27:28 (69.), 27:29 (70.)

Von: ki