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Rasmus Lauge
Grenzenlose Leidenschaft

Seit 2016 kein Vorfall mehr

13.05.2019 -Aufnahmerituale in der Flensburg Akademie

Aufnahmerituale sind grundsätzlich zu verurteilen, sobald sie ethische und moralische Grundsätze verletzen, egal wo und in welchen Zusammenhang sie stattfinden.  Wir als SG Flensburg-Handewitt verurteilen solche Rituale aufs Schärfste.

Bereits 2016 bekannt geworden
Immer wieder stehen Aufnahmerituale in verschiedenen Gruppen unserer Gesellschaft in der Kritik. Oftmals schmerzhaft und unter psychologischem Druck werden Initiationsriten ausgeführt, in denen Gruppenmitglieder durch den maximalen Kontrollverlust ihre Zugehörigkeit zur Gruppe demonstrieren. Im Jahre 2016 wurde die SG Flensburg-Handewitt über einen Vorfall im Rahmen einer Art Eingangsritual in der Flensburg Akademie informiert, bei dem sich Internatsbewohner mit einer Zange traktiert haben. Direkt nach Bekanntwerden dieses Rituals hat Lewe T. Volquardsen, Leiter der Flensburg Akademie, den sofortigen Austausch mit den Eltern des Betroffenen und der Internatsbewohner gesucht und den Fall umgehend aufgeklärt und entsprechend aufgearbeitet. Dieses auch in Zusammenarbeit mit Fachkompetenz und professioneller Unterstützung. In einer Vielzahl an intensiven Gesprächen mit den betroffenen Jugendlichen und Eltern selbst, wurden zielgerichtet Maßnahmen ergriffen, um künftige Fälle dieser Art auch in Zukunft zu vermeiden. Bisher sind keine weiteren Vorfälle in der Flensburg Akademie bekannt. 

Die richtigen Maßnahmen ergriffen
Unabhängig von diesem konkreten Vorfall hat die Flensburg Akademie eine Vielzahl von Maßnahmen in die Wege geleitet, um derartige Fälle zukünftig zu vermeiden und hat großen Wert darauf gelegt, die Persönlichkeitsentwicklung und die Wertevermittlung in den Vordergrund zu rücken. Die Prävention von körperlicher, psychischer und sexualisierter Gewalt wurde in das Betreuungskonzept eingearbeitet. Dieses orientiert sich an den Richtlinien der Deutschen Sportjugend/DOSB). Die Thematik wird dabei regelmäßig als Tagesordnung in den wöchentlichen Dienstbesprechungen aufgegriffen.
Außerdem finden regelmäßige Entwicklungsgespräche im Abstand von drei bis sechs Monaten individuell mit allen Spielern aus dem Nachwuchsbereich statt. Die Betreuungssituation für die Jugendlichen wurde verbessert, in dem kleinere Gruppen mit Paten gebildet wurden. Die Paten kommen aus dem Betreuungsbereich unserer Akademie. So ist eine deutlich engere Anbindung an die Aufsichtspersonen sichergestellt. 
Seit dem Sommer 2016 ist außerdem eine Sportpsychologin in der Akademie angestellt, die regelmäßige Einzel- und Gruppengespräche mit Spielern durchführt sowie eine Mitarbeiterin, welche die Koordination von Schule und medizinischer Versorgung der Internats- und Nachwuchsspieler gewährleistet.
Zudem wurde eine interne Erarbeitung von gemeinsamen Werten unter den Mitarbeitern initiiert. Dieser ist fortan auch das moralische Leitbild des Miteinanders in den Mannschaften. Leitlinien sind dabei Respekt – Offenheit – Leidenschaft – Loyalität – Fleiß. 


"Ich verurteile solche Rituale aufs Schärfste"
Diesen Maßnahmenkatalog stärkt auch SG Geschäftsführer Dierk Schmäschke, der zu diesem Thema eine klare Stellung bezieht und auf die fachliche Expertise der Flensburg Akademie vertraut. "Ich verurteile solche Rituale aufs Schärfste, ganz besonders natürlich, wenn jemand Schaden nimmt. Leider scheint es so zu sein, dass sich derartige Praktiken immer wieder in vielen gesellschaftlichen Bereichen im Verborgenen entwickeln und so den Betroffenen Leid zugefügt wird. Wir hören von solchen Vorfällen ja in den Medien in regelmäßigen Abständen, sei es in Schulen, Jugendgruppen aller Art, im studentischen Umfeld, in Betrieben, bei der Bundeswehr oder eben leider auch im Sport, obwohl gerade hier Fairness  und guter sozialer Umgang miteinander eine tragende Säule darstellt. Ich bedaure es sehr, dass diese Vorfälle in unserer Gesellschaft offenbar immer wieder vorkommen. Wir alle sind aufgerufen, immer aufmerksam zu sein und solch einem Verhalten konsequent entgegenzutreten. Der Vorfall liegt mittlerweile drei Jahre zurück. Wir haben eine sehr kompetente Leitung der Akademie, die sehr verantwortungsvoll mit dieser Problematik umgegangen ist."

"Öffentliche Sensibilisierung"
Lewe T. Volquardsen, Geschäftsführer der Flensburg Akademie und Gymnasiallehrer, betont insbesondere die gesellschaftliche Relevanz dieser Thematik: "Seit Bekanntwerden dieses Vorfalls von vor drei Jahren gehen wir vollumfänglich transparent mit dieser Thematik um. Eine Sensibilisierung in der Öffentlichkeit dieser Aufnahmerituale, halte ich für unabdingbar. Für uns war dabei von Beginn an wichtig, dass wir die richtigen Schlüsse daraus ziehen und entsprechende Maßnahmen ergreifen, um auch in Zukunft solche Fälle zu vermeiden. Wir haben uns ausführlich an der Aufarbeitung dieses Vorfalls in der Öffentlichkeit beteiligt und waren und sind zu jedem Zeitpunkt bereit, auch öffentlich dazu Stellung zu beziehen. Seit dem Vorfall im Jahre 2016 sind keine weiteren Vorfälle bekannt geworden. Wir sind daher der Auffassung, dass sich die Aufarbeitung als wirksam erwiesen hat. Die Vorfälle der Vergangenheit bedauern wir sehr, betrachten sie aber als intensiv aufgearbeitet. Wir sehen uns dabei mit einem Phänomen konfrontiert, dass offenbar immer wieder in verschiedensten gesellschaftlichen Bereichen auftritt. Wir glauben, durch unsere Maßnahmen für die Zukunft gut aufgestellt zu sein."

Von: sg