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Auszeit auf dem Roten Sofa: Jacob Heinl

Das Sofa sollte am Strand stehen. Warum?Jacob Heinl: Weil ich hier viel Zeit verbringe, wenn das Wetter gut ist. Strand bedeutet für mich Sommer, Volleyball, Strandfußball, Freunde und Spaß.


Bist du ein „Sommermensch“?
Jacob Heinl: Absolut! Wenn das Wetter gut ist, bin ich automatisch viel besser drauf.


Am Anfang der Saison hast du ein Doppelspielrecht bekommen. Damals hast du noch über vieles bei den Profis gestaunt. Wie fühlt sich heute die Bundesliga an?
Jacob Heinl: Die Bundesliga ist einfach viel professioneller als alles, was ich bis jetzt gesehen habe. Flugreisen und Hotelübernachtungen waren für mich total neu. Auch die Organisation der Auswärtsfahrten kannte ich so nicht. Wir müssen uns um gar nichts kümmern, uns wird alles abgenommen.


Bei der deutschen Nationalmannschaft müssen die Jüngsten die Bälle schleppen.
Jacob Heinl: Ja klar, das mache ich auch! Ich frage auch jedes Mal Kalle, den Mannschaftsbetreuer, oder die Physiotherapeuten, ob ich irgendetwas tragen soll. Da sind immer irgendwelche Massage-Bänke, Taschen oder Bälle, die vom Bus ins Hotel oder in die jeweilige Halle sollen. Aber es ist für mich auch total selbstverständlich, dass ich helfe. Ich würde sie auch fragen, wenn ich älter wäre.


Gibt es irgendetwas, was du an der Bundesliga nicht magst?
Jacob Heinl: Nein. Gar nicht. Okay, die Fahrten sind vielleicht länger, aber das macht mir nichts aus. Außerdem habe ich die tollsten Hallen mit super Publikum kennen gelernt.


Hast du eine Lieblingshalle?
Jacob Heinl: Die Campushalle natürlich! Ich kriege jedes Mal Gänsehaut, wenn wir einlaufen!

Fotos: Bojsen


In der Aufstellung tauchst du seit Längerem auf, beim Spiel gegen den HSV wurdest du aber richtig ins kalte Wasser geworfen, als Michael Knudsen sich verletzt hatte. Wie hast du dich da gefühlt?
Jacob Heinl: Es ging alles so schnell! Es hieß Knudsen raus, Heinl rein. Es gab keine Zeit zum Überlegen. Ich habe erst nach dem Spiel realisiert, dass ich gerade Champions League gespielt hatte.


Drei Tage später hast du dein erstes TV-Interview gegeben. Hat man da Respekt?
Jacob Heinl: Oh ja, ich war sehr aufgeregt und nach dem Spiel gegen Essen noch voller Adrenalin.


Weißt du noch, was du erzählt hast?
Jacob Heinl: Nein. (lacht) Ich kann mich weder an die Fragen erinnern, noch daran, was ich geantwortet habe.


Bist du jetzt ein Star?
Jacob Heinl: Nein! Auf gar keinen Fall. Ich habe noch nichts erreicht. Zum Starsein gehört ein konstant gutes Spiel, dazu und vielleicht ein paar Titel. Eigentlich sind für mich bei der SG alle Stars. Ich muss noch viel arbeiten.


Erkennen dich die Leute auf der Straße?
Jacob Heinl: Das weiß ich ehrlich gesagt gar nicht. Ich wurde auf jeden Fall noch nicht angesprochen.


Bekommst du Fanpost? Und vor allem: Liebesbriefe?
Jacob Heinl: Einen Liebesbrief habe ich noch nie von Fans bekommen.


Wirst du in der Mannschaft akzeptiert?
Jacob Heinl: Sie sind alle sehr nett zu mir. Sie geben mir viele Tipps und ich bekomme wirklich viel Unterstützung. Etwas Besseres kann man sich das als Nachwuchsspieler gar nicht wünschen. Die SG ist eine super Mannschaft und wirklich mein Traumverein. Es ist Wahnsinn, dass ich jetzt mitspiele. Vor einem Jahr habe ich die Spieler nur im Fernsehen gesehen.


Weißt du eigentlich, seit wann du bei der SG spielst?
Jacob Heinl: Die Frage hast du mir schon mal gestellt. Was habe ich da gesagt?


Du konntest dich nicht mehr erinnern.
Jacob Heinl: Ja, ich muss rechnen. Kurz vor der E Jugend fing ich bei der SG an. Was kommt da noch? Ich glaube, wir hießen „Mini-Buben“. Ich muss etwa sieben Jahre alt gewesen sein. Aber so genau kann ich die Frage immer noch nicht beantworten. (lacht)


Wie lauten deine Ziele? Hast du eine Mannschaft, wo du noch unbedingt hin möchtest?
Jacob Heinl: Es ist für mich immer noch wie ein Traum, bei der SG zu spielen. In Deutschland gibt es für mich nur eine Mannschaft, und das ist die SG. Ich möchte noch sehr lange für die SG spielen, wenn es möglich ist.


Wer ist jetzt dein Zimmerkollege?
Jacob Heinl: Torge Johannsen. Wir haben das deutsche Zimmer. (lacht)


Im Sommer habe ich dich gefragt, ob du dich im Bus bewusst auf den Platz von Jan Holpert gesetzt hast.
Jacob Heinl: Ja! Ich wusste damals noch nicht mal, dass es Holpis Platz war! (lacht) Aber ich sitze immer noch da. Es ist mein Platz geworden. Es ist eine große Ehre für mich, ihn im Bus „beerbt“ zu haben.


Du bist ja auch fast genauso lange bei der SG wie Jan Holpert.
Jacob Heinl: (lacht) Na, ich weiß nicht, ob man das unbedingt vergleichen kann. Aber den Platz im Bus mag ich.


Was hast du sportlich in dieser Saison noch vor?
Jacob Heinl: Ich möchte so viel, wie möglich spielen und mich stetig weiter entwickeln. Außerdem ist die Deutsche Meisterschaft ein großer Traum von mir. Und ich möchte mit dem Junior-Team in die zweite Liga aufsteigen. Das ist mir auch sehr wichtig!

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