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Auszeit auf dem Roten Sofa: Michael Knudsen

Das Sofa sollte in die Innenstadt. Wieso?Michael Knudsen: Ich mag den Stadtkern von Flensburg sehr. Es ist einfach sehr schön hier. Ich wohne mit meiner Familie in Handewitt. Eine optimale Ecke, wenn man die Ruhe mag. Aber zum Schoppen, Kaffee trinken oder Feiern kommen wir sehr gerne in die Stadt.


Du sagst Feiern. Eigentlich machst du den Eindruck, eher introvertiert zu sein.
Michael Knudsen: Ich bin wirklich ein ruhiger Typ. Aber ich feiere sehr gerne, wenn wir ein wichtiges Spiel gewonnen haben! Dann muss es auch sein – es ist wichtig für das Mannschaftsgefühl! Sonst bin ich ein Profi, der sich auf Handball konzentriert. Auf dem Niveau, wo wir uns mit der SG bewegen, kann man auch nicht zu oft feiern.


Richtig ausgelassen hat man dich mal gesehen, als deine „Uralt-Freunde“ aus Dänemark zu Besuch in Flensburg waren.
Michael Knudsen: Ja! Das sind Freunde, die ich schon seit meiner Kindheit kenne. Wenn wir uns wieder sehen, ist es immer was Besonderes. Wir tauchen dann in unsere alte Welt ab, das muss tatsächlich gefeiert werden!


Von deinem Privatleben weiß man wenig.
Michael Knudsen: Ja, meine Familie ist für mich wirklich eine Privatangelegenheit. Ich halte meine Frau und meine Kinder bewusst aus meinem Job heraus, sie haben nichts mit Handball zu tun.


Redet ihr auch nicht darüber?
Michael Knudsen: Doch, natürlich! Aber nicht so viel. Zuhause sind andere Sachen wichtiger. Wir haben aber oft Mannschaftskollegen zu Besuch. Dann reden wir natürlich auch über Handball.


Du bist jetzt Europameister.
Michael Knudsen: Ja! Ist das nicht unglaublich? Die dänische Nationalmannschaft hat dreimal bei der Europameisterschaft und letztes Jahr bei der WM Bronze geholt. Wir haben immer super gespielt und dann ist im letzten Moment – im Halbfinale – etwas schief gelaufen. Dieses Mal ist der Knoten geplatzt. Ich bin unglaublich froh, dass wir jetzt die mentale Stärke hatten und letztendlich auch gegen Kroatien gewinnen konnten.


Ganz Flensburg hat sich für euch gefreut!
Michael Knudsen: Das ist auch total schön. Viele waren auch im Halbfinale, als wir gegen Deutschland spielten, für uns. Aber das macht diese Stadt für uns, dänischen Spieler, auch so einmalig.


So eine Goldmedaille ist eine Mannschaftsleistung. Nach der EM wollten fast alle deutschen Journalisten nur mit Lars sprechen. Habt ihr, Kasper und du, die ja auch im Kader seid, ihm das nicht übel genommen?
Michael Knudsen: Ist das wirklich so? Das ist uns nicht mal aufgefallen. Jeden Tag haben sich mindestens zehn dänische Journalisten bei mir gemeldet, es ist in unserer Heimat wirklich die Hölle los, alle wollen über Handball schreiben. Lars hat nicht nur den entscheidenden Siebenmeter im Halbfinale geworfen, er steht auch viel lieber in der Öffentlichkeit, als Kasper oder ich. Wir sind eher froh, dass er das Reden auch für uns übernimmt. (lacht)
Fotos: Bojsen


Du trägst die Nummer 77. Das ist die höchste Zahl, die bei der SG je vergeben wurde.
Michael Knudsen: Ich wollte ursprünglich die 14!

Die ist ja vergeben.
Michael Knudsen: Eben. Die 4 war naheliegend, aber auch weg. Und dann hatte der ehemalige Manager die Idee, dass ja 7 und 7 auch 14 sei, wenn man die Zahlen zusammen addiert.

Mathematisch stimmt das natürlich. Ist deine Frau nicht auch Jahrgang 77?
Michael Knudsen: Doch! Und unsere Sommerresidenz hat auch die Hausnummer 77. Eine gute Zahl.


Einar musste mal bei seinem Exklub seine „13“ abgeben, als ein Spieler kam. Du hättest versuchen können Johnny die 14 wegzunehmen.
Michael Knudsen: Als neuer Spieler willst Du niemandem etwas wegnehmen. (lacht) Und dem Handballgott schon mal gar nicht!

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