Auszeit auf dem roten Sofa: Dane Sijan
Bei deinem ersten Interview in Flensburg hast du gesagt, du wärst ein typischer serbischer Torwart. Was hast du damit gemeint?Dane Sijan: Ich meine damit, dass alle serbischen Keeper in ihrer Bewegungen irgendwie ähnlich sind. Es ist kein Zufall. Wir hatten alle die gleiche serbische Handballschule. Eine gute Schule, ganz speziell für Torwarte. Man lernt dort sich gezielt auf den Ball hin zu bewegen. Ich finde, dass man meine Landsleute sofort im Kasten erkennt. Sie stehen immer konzentriert und „hampeln“ nicht herum. Das würde bei mir ja auch komisch aussehen.
Obwohl es viele bekannte serbische Spieler gibt, ist eure Nationalmannschaft nicht wirklich erfolgreich. Würdest du wie Àrpád Sterbik oder Nenad Puljezevic eine andere Nationalität annehmen, um zum Beispiel bei den Olympischen Spielen dabei zu sein?
Dane Sijan: Nein. Niemals. Ich bin ein stolzer Serbe, meine Nationalität ist wichtig für mich. Ich will nicht mit Heimat und solche Dingen anfangen, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass ich in einer Halle eine andere Hymne als meine eigene singen muss.
Du hast Jelena, deine Freundin, nach genau fünf Wochen Beziehung nach Flensburg mitgenommen. Wie kann man nach so kurzer Zeit so sicher sein?
Dane Sijan: Jelena ist meine große Liebe! Da war mir schnell klar, dass ich mit ihr in Flensburg leben will. Ich wusste das wirklich zu 100 Prozent.
Und wie hat sie reagiert, als du sie gefragt hast?
Dane Sijan: Sie hat sofort ja gesagt. Aber wenn ich ehrlich bin, war das ja auch keine Frage. Ich sagte ihr, dass sie mitkommt. Und darauf hat sie dann ja gesagt. (lacht)
Triffst du alle deine Entscheidungen so schnell?
Dane Sijan: So schnell war das nicht. Das mit Jelena habe ich in den fünf Wochen genau überlegt! (lacht) Und eigentlich war sie immer irgendwie in meinem Leben. Wir kennen uns seit unserer Kindheit, wir wohnten in Serbien 300 Meter voneinander entfernt. Als wir dann ein Paar wurden, ging alles vielleicht ein wenig schneller, als bei anderen, die sich noch erst kennen lernen müssen. Wenn man den richtigen Partner findet, dann sollte man nicht zu lange warten. 
Foto: Bojsen
Was machst Du in Deiner Freizeit?
Dane Sijan: Ich habe keine Freizeit. (lacht) Also nicht so viel… Wenn wir mal kein Training haben – und auch keine Termine mit der Nationalmannschaft anstehen – dann besuche ich mal meine Freunde in Dänemark oder mache Kurzreisen mit meiner Freundin.
War da nicht auch was mit Fischen?
Dane Sijan: Oh ja! Das ist mein Lieblings-Hobby, aber ich komme im Moment nicht dazu. Ich habe schon unter den unmöglichsten Umständen gefischt. Zum Beispiel, als Serbien bombardiert wurde. Da saß ich mit meinem Freund in meinem Boot und wir warteten, dass die Fische anbeißen. Alle haben uns für verrückt erklärt. Na ja, normal war das vielleicht wirklich nicht…
Als du nach Flensburg kamst, war das Abnehmen eines deiner Ziele…
Dane Sijan: Ich habe auch abgenommen. Zehn oder zwölf Kilo sind runter. Ich müsste noch ein bisschen mehr abspecken, aber es fällt mir nicht so leicht. Ich liebe einfach zu essen.
Womit kann man dich „bestechen“? Hast du ein Lieblingsgericht?
Dane Sijan: Ich habe viele Lieblingsgerichte! Ich liebe die jugoslawische Küche. Jelena und ich essen jede Woche mindestens drei Mal im Restaurant Macedonia. Es ist unsere „Mensa“, ausgelagerte Küche oder „Mini- Jugoslawien“. Ich mag da alles. Mann kann mich mit vielen Gerichten bestechen, es ist für mich fast leichter zu beantworten, was ich nicht mag.
Und was wäre das?
Dane Sijan: Ich hasse Champignons. Und alle Pilzarten. Diese komischen Dinge schmecken nach nichts! Sie sehen auch merkwürdig aus.







