Auszeit auf dem Roten Sofa: Anders Eggert
Du wolltest, dass das Rote Sofa vor Deinem Haus im Garten steht. Warum hier?
Anders Eggert: Ich habe einen sehr schönen Garten! Und ich bin natürlich auch ein bisschen stolz auf mein Haus. Es ist mein Reich, ich fühle mich hier sehr wohl.
Laut einer Statistik wohnen nur 19 Prozent der Menschen in Deutschland in ihren eigenen vier Wänden. Warum wolltest du unbedingt ein eigenes Haus?
Anders Eggert: Als ich nach Flensburg kam, habe ich erst bei Kasper gewohnt. Das war eine sehr witzige WG. Dann wurde meine Mietwohnung fertig. Eine sehr schöne Wohnung in einer sehr guten Ecke. Trotzdem fühlte ich mich dort nicht richtig zuhause. Hier bin ich einfach „angekommen“. Es ist MEINS!
Eigentum bedeutet immer Verantwortung. Bist du nicht zu jung dafür? Sonst nimmst du auch nichts so richtig ernst.
Anders Eggert: Klar, aber das ist gerade das Schöne! Ein Haus zu haben, fühlt sich so richtig erwachsen an. Ich mag das.
Fühlst du dich inzwischen in Flensburg Zuhause?
Anders Eggert: Ja. Es hat bei mir ein halbes Jahr gedauert, aber jetzt kenne ich mich in Flensburg aus. Dazu kommt natürlich, dass wir eine Super-Mannschaft und die schönste Halle überhaupt haben. Schon beim Einlaufen kriegt man Gänsehaut! Ich fühle mich Zuhause und möchte am liebsten meine ganze Karriere hier bleiben.
Du hast wahnsinnig schnell Deutsch gelernt. Als du zum Verein kamst, konntest du gerade 15 Wörter, fünf Wochen später hast du schon fließend gesprochen. Wie hast du das geschafft? Wolltest du dich auch schnell in der Sprache „Zuhause“ fühlen?
Anders Eggert: Das ist sehr wichtig für mich gewesen! Ich wollte mich so schnell verständigen können, wie es geht. Vielleicht ist das der Grund. Außerdem spreche ich auch gerne „viel“. Es ist ein wenig blöd, wenn mich dabei die Anderen nicht verstehen. (lacht) Wenn man die Sprache des Landes, wo man lebt, nicht lernt, isoliert man sich total. Das könnte ich nicht aushalten, dazu bin ich viel zu gerne unter Menschen.
Du bist der „Spaßvogel“ der Mannschaft, der sich über ziemlich alles lustig macht. Gibt es etwas, worüber du keine Witze machst? Wo du auch mal ernst wirst?
Anders Eggert: Wenn ich vor einer wichtigen Entscheidung stehe, kann ich keine Witze darüber machen. Als ich zum Beispiel zur SG gewechselt habe. Da war ich ernst! Aber ich mag lustige Sachen. Und ich fühle mich mit Spaß wohler. Sogar vor den Spielen. Das finden die Anderen oft nicht so komisch. Alle konzentrieren sich, die Gesichter werden kurz vor dem Anpfiff ernst und ich könnte noch Witze erzählen. Das hat nicht damit zu tun, dass ich keinen Respekt habe. Den habe ich absolut, aber ich habe irgendwie keinen Hass in mir, denke ich.
Wirst du dann auch nie sauer?
Anders Eggert: Oh doch! Ich war auf meinen Küchenbauer sauer! Er hat vier Monate gebraucht und er ist immer noch nicht fertig. Eigentlich bin ich immer noch sehr sauer. (lacht)
In deiner ersten Saison bei der SG Flensburg-Handewitt wolltest du Titel gewinnen und unbedingt Mannschaftskapitän werden. Willst du das immer noch?
Anders Eggert: Die Titel will ich noch. Kapitän möchte ich nicht mehr werden.
Wieso?
Anders Eggert: Ich habe das in der Vorbereitung, beim Hummel Charity-Cup, ausprobiert und festgestellt, dass der Job zu seriös für mich ist. Trotzdem möchte ich gerne erwähnen, dass wir dort gewonnen haben. Ich war also ein Super-Kapitän. (lacht)
War dir mal irgendetwas peinlich?
Anders Eggert: Oh, ja! Zum Beispiel bei der Weltmeisterschaft. Ich war mit der dänischen Nationalmannschaft unterwegs, obwohl ich nicht spielte. Nach einem Sieg stand ich mit den Spielern herum. Von Kopf bis Fuß rot-weiß angezogen natürlich – mit Fan-Hut und alles, was dazu gehört (lacht)! Ein Reporter sprach mich an und wollte meine Meinung zum Spiel hören. Ich dachte, er erkennt mich und will mich als Experten befragen. Ich versuchte sehr qualifizierte Antworten auf die Fragen zu geben. Als das Interview gelaufen ist, wollte er noch wissen, wie man meinen Namen schreibt. Später wurde der Beitrag im dänischen Fernsehen gesendet. Da haben mich alle meine Freunde gesehen, wie ich Rede und Antwort stand. Unter dem Bild stand geschrieben: Anders Eggert – dänischer Handballfan. Alle haben sich totgelacht. Aber so richtig peinlich war mir das auch nicht. Ich fand es nur lustig.
Deine Eltern sind bei fast jedem Spiel. Hat Handball in der Familie eine besondere Bedeutung?
Anders Eggert: Das kann man wohl sagen! Meine ganze Familie hat mit dieser Sportart zu tun. Mein Vater ist Handballtrainer, meine Mutter ist Handballtrainerin. Mein Vater hat sowohl meinen Bruder, als auch mich trainiert, später hat mich meine Mutter trainiert.
Du bist als Handballer viel erfolgreicher als dein Bruder.
Anders Eggert: Ja, das stimmt.
Dann könnte man sagen, dass deine Mutter die bessere Trainerin war?
Anders Eggert: Ich weiß nicht, ob das stimmt. Aber ich glaube, meine Mutter würde das sehr gerne lesen. Es wäre bestimmt witzig, wenn du das schreiben würdest! (lacht)







