"Auszeit" auf dem roten Sofa: Glenn Solberg
Dein Name fällt immer, wenn man von großen Spielerpersönlichkeiten spricht. Mit dem Handball hast du aufgehört. Was machst du jetzt?Glenn Solberg: Ich stehe sozusagen zwischen zwei Jobs. Die letzten Jahre habe ich als Sales Manager bei einer Versicherungsfirma gearbeitet. Es hat viel Spaß gemacht! Auch weil ich mein eigenes Team hatte. Ich arbeite unheimlich gerne mit Menschen zusammen.
Wann hattest du zuletzt einen Ball in der Hand?
Glenn Solberg: Am 3. Mai vergangenen Jahres. Das war mein letztes Spiel. Jetzt schaue ich Handball nur noch im Fernsehen.
Kann man so einfach mit dem Sport aufhören?
Glenn Solberg: Ich habe nicht ganz mit dem Sport aufgehört. Jetzt spiele ich Fußball. Unsere Mannschaft ist in der siebten Division. Das ist die letzte Liga. Schlechter geht es bei uns in Norwegen nicht! (lacht)
Mischt da auch dein Freund, Frode Haagen mit?
Glenn Solberg: Klar! (lacht)
Macht ihr immer noch alles zusammen?
Glenn Solberg: Ja, eigentlich schon. Er ist einfach mein bester Freund. Und Fußball spielt er auch gerne. 
Foto: Christoph Schellhaus
In dieser Saison hat der THW Kiel Interesse an deiner Person signalisiert. Du solltest aushelfen.
Glenn Solberg: Sie haben mich angerufen und wollten mich „reanimieren“ (lacht). Aber ich habe meine Profi-Karriere letztes Jahr beendet. Das wäre auch aus familiären Gründen nicht gegangen. Meine Kinder sind noch zu klein, um sie für Monate allein zu lassen. Meine Frau ist Rechtsanwältin. Sie hat acht Jahre lang ihre Karriere hinter meiner gestellt, als wir im Ausland lebten. Sie arbeitet jetzt und macht ihren Job sehr gerne.
Es ist trotzdem schwer vorzustellen, dass dich Handball nicht mehr reizt!
Glenn Solberg: Natürlich finde ich Handball noch toll! Ich habe auch sehr viele schöne Erinnerungen!
Zum Beispiel?
Glenn Solberg: Die Campushalle ist grandios. Diese Atmosphäre kann man nicht vergessen. Vor allem, wenn die SG gegen den THW spielt. Für mich ist das immer noch die „allerschönste“ Halle. Wir haben gegen die Kieler auch immer gewonnen. (lacht) Auch die Fans sind toll. Sie haben für mich bei meinem letzten Bundesliga-Spiel so ein tolles Plakat gemacht…
Weißt du noch, was drauf stand?
Glenn Solberg: Natürlich. „Glenn, ohne dich fehlt uns das Herz“. Das fand ich sehr schön. Diese Geste werde ich mein ganzes Leben nicht vergessen. Das Bild hat mein Herz festgehalten – wenn du verstehst.
Klar. Deinen Abschied haben wir alle noch in Erinnerung.
Glenn Solberg: Damals ist es mir wahnsinnig schwer gefallen, Flensburg und die Bundesliga zu verlassen. Im Nachhinein bin ich froh, dass in der Zeit Spieler war und nicht heute.
Wie meinst du das?
Glenn Solberg: Vielleicht schätze ich das falsch ein, aber ich habe den Eindruck, dass heute die ganze Liga aus verschiedensten Gründen unter einem extremen Druck steht. Unsere Mannschaft hatte damals noch so viel Spaß! Es war irgendwie einfacher, habe ich das Gefühl.
Hast du noch Kontakt zu deinen ehemaligen Mannschaftskollegen?
Glenn Solberg: Natürlich. Obwohl viele inzwischen auch aufgehört haben, wie Sören Stryger zum Beispiel. Am häufigsten spreche ich mit Lars Christiansen.
Schaust du noch die Spiele der SG?
Glenn Solberg: Das mache ich immer, wenn ich kann! Aber leider nur im Fernsehen.
Und wann kommst du mal in die Campushalle?
Glenn Solberg: Na hoffentlich bald!







