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"Auszeit" auf dem roten Sofa: Hauke Mommsen

Das Sofa haben wir für dich in die Campushalle gestellt.
Hauke Mommsen: Ja, war doch gemütlich.

Freut mich, dass du dich auf dem „Roten Sofa“ wohl fühlst - als bekannter Mannschaftsarzt.
Hauke Mommsen: Ist das jetzt ein Witz?

Auf keinen Fall. Hast du dich schon mal „gegoogelt“?
Hauke Mommsen: Nein. Sollte ich das?

Zu deinen Namen gibt es mehrere hundert Treffer.
Hauke Mommsen: Oh. Tatsächlich? Das ist interessant. Vielleicht sollte ich mal nachsehen.

Wie erklärst du deine große Präsenz im Internet?
Hauke Mommsen: Als Mannschaftsarzt der SG ist man automatisch eine öffentliche Person. Das merkt man allerdings erst, wenn man den Job macht. (lacht) Viele Leute rufen mich an, in der Damp Akademie werde ich oft auf die Spieler angesprochen, es kommt auch vor, dass jemand ein Autogramm von mir haben will.

Du „treibst dich“ ja auch in anderen Sportarten rum…
Hauke Mommsen: Das stimmt. In diesem Jahr war ich mal mit der Deutschen Handball Nationalmannschaft der Frauen unterwegs, außerdem helfe ich öfter auf Schalke aus.

Du hast auch zwei Bücher mitgeschrieben.
Hauke Mommsen: Das kann ja auch ein Grund für „meine Internet-Auftritte“ sein. Mir ist eigentlich viel wichtiger, dass wir den Handballsport sportmedizinisch bekannt gemacht haben. Unser Medical Team setzt bundesweit Maßstäbe, ich werde in meiner Funktion als Mannschaftsarzt auf Kongresse eingeladen, wo ich mit Vertretern aus anderen Sportarten diskutieren darf. Das ist nicht nur eine Ehre, das ist eine große Anerkennung für unsere sportmedizinische Betreuung bei der SG.

Das Medical Team ist überall dabei. Würdest du sagen, dass ihr ein Teil der Mannschaft seid?
Hauke Mommsen: Auf jeden Fall. Wir betreuen die Spieler in jeder erdenklichen Situation. Wir fühlen uns für die Jungs verantwortlich, nicht nur in medizinischer Hinsicht. Manchmal sind wir auch Psychologen, Erzieher oder  einfach nur Vertrauenspersonen. Für mich ist das die höchste Beziehungsebene, die man haben kann. Dass wir so eng mit den Spielern leben und arbeiten, hat nicht nur Vorteile. Wenn ein Spiel verloren ist, leiden wir genauso..

Foto: Christoph Schellhaus

Unter deiner „Herrschaft“ hat sich auch das Bild des Medical Teams verändert. Arbeitest du lieber mit Frauen zusammen?
Hauke Mommsen: Bei der Betreuung von den Spielern kann man nicht nur Alphatiere haben. Unser Team funktioniert sehr gut, jeder hat seine Stärken und genau die bringt er oder sie ein.

Einige Bundesligisten behaupten, wir hätten die „schönste Bank“. Zumindest, was die medizinische Abteilung betrifft.
Hauke Mommsen: Ja, das kann ich bestätigen und hoffe, dass es nicht nur für die Frauen gilt. (lacht)

In der Mannschaft findet momentan ein Umbruch statt. Wie erlebst du das neue Team?
Hauke Mommsen: Sehr positiv. Oft ist es Außenstehenden nicht klar, wie die Mannschaft im Alltag funktioniert. Wie viel die Jungs arbeiten! Dan zum Beispiel hat die Teilnahme an der Weltmeisterschaft abgesagt, damit er in der Rückrunde für die SG stark ist. Er hat so lange warten müssen, um endlich die Nummer 1 in der Schwedischen Nationalmannschaft zu sein- aber es ist Dan Beutler wichtiger, für seinen Verein zu spielen. Oder Michael Knudsen! Er hatte während den Olympischen Spielen eine Blinddarmoperation und hat sich in sechs Wochen wieder zu seiner Form hochgearbeitet. Das ist wirklich Wahnsinn! Es gibt auch noch andere Beispiele. Ich wünsche diesem jungen Team, dass sie vom Umfeld und von dem Publikum die Chance bekommen, richtig zusammen zu wachsen.

Machst du dir darüber Sorgen?
Hauke Mommsen: Der Erfolgsdruck ist in Flensburg sehr groß. Wir alle können uns noch an die Meisterschaft in 2004 erinnern. Das war ein sehr gutes Gefühl! Oscar Carlen, Lasse Svan oder Thomas Mogensen haben absolut das Zeug zum Meister… Aber sie brauchen noch Zeit. In zwei drei Jahren haben wir in Flensburg wieder etwas zu feiern. Da bin ich mir sicher!

Wann hast du zuletzt Urlaub gemacht?
Hauke Mommsen: Oh.. Keine Ahnung.. Es ist lange her. Zuletzt habe ich mal ein Wochenende auf Sylt verbracht. Drei Wochen im Stück war ich noch nie weg, glaube ich. Wieso fragst du?

Du bist immer „auf Achse“. Handballspiel, Hochschule, Vorträge, Fortbildungen, Kongresse, Behandlungen…
Hauke Mommsen: Für mich fängt der Schmerz nicht um 9 Uhr an und hört um 16 Uhr auf. Wenn ich so denken würde, hätte ich den falschen Beruf! Ich bin zwar den ganzen Tag mit Krankheiten umgeben, aber es ist ein tolles Gefühl, wenn ich helfen kann.

Hast du auch mal eine lustige Geschichte erlebt?
Hauke Mommsen: Mehrere!

Auch welche, die nicht deiner Schweigepflicht unterliegen?
Hauke Mommsen: Klar. Ich hatte mal einen Patienten, der mich als SG-Mannschaftsarzt kannte. Er war so ehrfürchtig bei der Untersuchung, dass er mir während dessen nicht sagte, dass ich das falsche Bein abtaste… Beim Röntgen fiel uns das erst auf.

Zum Glück nicht erst bei der OP!
Hauke Mommsen: Soweit wäre es bestimmt nicht gekommen.

Es war doch noch etwas mit Christian Berge!
Hauke Mommsen: Oh ja… Besser gesagt mit seinem Hund. Christian rief mich mitten in der Nacht leicht panisch an, dem Hund ginge es sehr schlecht. Als ich vorbeigefahren bin, stellte sich heraus, dass der Hund eine ganze Packung Voltaren gegessen hat. Er hat sich schlichtweg den Magen verdorben. Das war mein Ausflug in die Welt der Tiermedizin… (lacht)

Ich habe nur noch eine Frage.
Hauke Mommsen: Okay. Leg los!

Wo lässt du deine Haare schneiden?
Hauke Mommsen: (lacht) Bei einem Friseur in Handewitt. Der Haarschnitt kostet 4,99 Euro! Gut, nicht? 

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