Auszeit auf dem Roten Sofa: Thomas Mogensen
Das Sofa haben wir für dich „ins Grüne“ gestellt.Thomas Mogensen: Ja, ich fand das witzig. Aus meinem Haus schaut man auf diese grüne Wiese!
Du wohnst neben deinem Freund Anders Eggert. War das ein wichtiges Kriterium in das Haus einzuziehen?
Thomas Mogensen: Es war sehr praktisch, dass etwas in seiner Nähe frei war. Wir kennen uns schon so lange, haben schon in der Jugend-Nationalmannschaft zusammengespielt. Mit ihm hat man immer viel Spaß, außer vielleicht, wenn er mal für seine Gäste Spaghetti Bolognese kocht und zum Würzen statt Pfeffer, Zimt benutzt. (lacht) Das war natürlich ein Versehen a la Anders. Aber im Ernst: Als ich nach Flensburg kam, hat er mir, wie die anderen Mannschaftskollegen auch, viel geholfen. Wenn man die Sprache noch nicht kennt und diese viele Papierarbeit erledigen muss, ist man ohne Unterstützung echt aufgeschmissen!
Aber inzwischen hast du dich hier gut eingelebt!
Thomas Mogensen: Ja, das kann man so sagen. Ich fühle mich hier von Anfang an wohl! Viele Spieler wohnen um uns herum. Die Mannschaft funktioniert auch außerhalb des Spielfeldes fantastisch, und wir haben die beste Halle der Welt!
Apropos Halle: Die Herzen der Fans hast du dir spätestens beim Heimspiel gegen Kiel erobert. Du hast wie ein junger Gott gespielt. Als hättest du gar kein Respekt…
Thomas Mogensen: Doch, Respekt habe ich immer vor dem Gegner! Aber ich will immer mehr als 100 Prozent geben. Deswegen bin ich auch bei der SG. Als Kind hatte ich bestimmt Talent, aber als Jugend-Nationalspieler war ich nicht mal unter den fünf besten der Mannschaft. Mit viel Ehrgeiz habe ich mir das erarbeitet, was ich heute kann. Ich bin ein gutes Beispiel dafür, dass Talent nicht alles ist. Auf die Einstellung kommt es fast noch mehr an! (lacht) Schließlich bin ich neben Anders Eggert der einzige, der aus unserer Altersklasse heute in der Bundesliga spielen darf.
Das hört sich ja richtig nach einer Auszeichnung an!
Thomas Mogensen: Es ist auch eine Ehre! Zum Beispiel, als wir gegen den THW gespielt haben, bin ich vor dem Anpfiff in die Campushalle gegangen, um die ganze Stimmung aufzusaugen. Sie ging mir so richtig unter die Haut. Ich war nervös und stand unter Strom. Das war positiver Spannung pur! Als ich eingewechselt wurde, habe ich relativ schnell ein Tor gemacht. Dann war für mich alles klar. Es war ein geiles Spiel, ich durfte 45 Minuten durchspielen und konnte acht Tore machen. Ich habe da richtig Selbstvertrauen getankt!
Fotos: Bojsen
Wir haben dich nach dem Spiel Thomas „Terrier“ Mogensen getauft.
Thomas Mogensen: (lacht) Das wusste ich nicht, aber es ist witzig! So bin ich auch. Ich laufe viel und spiele aggressiv. Und wenn ich in Form bin, kann mich kaum einer stoppen. Ich will auch, dass die Gegner wissen: Wenn sie versuchen, meine Abwehr durchzubrechen, tut das richtig weh!
Ganz schön kämpferisch! Welchen Beinahmen hättest du dir eigentlich gegeben?
Thomas Mogensen: Keine Ahnung. Vielleicht sollte ich Mia, meine Freundin fragen. Sie hat immer sehr gute Ideen. Aber Terrier ist schon ganz OK.
Hattest du ein Vorbild, als du zu der SG gekommen bist?
Thomas Mogensen: Ich fand immer Johnny Jensen cool. Auch wie er die Fans in das Spiel einbezieht! Das versuche ich auch immer. Wenn 6000 Leute sich mit dir über dein Tor freuen, gibt es, glaube ich, kaum etwas Schöneres! (strahlt über das ganze Gesicht)
Die Unterstützung deiner Eltern hast du immer sicher. Sie sind fast jedes Mal in der Halle.
Thomas Mogensen: Ja, so ist es! Meine Mutter erkennt man aus der Ferne, weil sie immer mein Fan-Trikot trägt.
Stimmt es, dass es eine Gruppe Spieler-Eltern gibt, die sich für die Spiele verabreden, um die Söhne zu bejubeln und sich auch regelmäßig außerhalb des Spielbetriebs treffen?
Thomas Mogensen: Ja, es ist bei der Weltmeisterschaft der Jugend-Nationalmannschaft in Brasilien entstanden. Wir waren fast noch Kinder, und es reisten insgesamt 32 Eltern mit. Sie haben sich in den drei Wochen so gut verstanden, dass sie beschlossen haben, sich häufiger zu treffen. Manchmal fahren sie zu den Spielen um uns anzufeuern. Aber sie verabreden sich auch ohne uns. Unsere Eltern veranstalten immer drei Mal im Jahr eine große Party irgendwo in Dänemark. Für die Organisation ist dann ein Elternpaar zuständig. Sie grillen, gehen in Musicals und haben viel Spaß.
Kriegt man immer alle zusammen? Die besagten Eltern wohnen in Dänemark recht verstreut.
Thomas Mogensen: Alle können nicht immer dabei sein. Manchmal kommen nur vielleicht sechs Leute zusammen, oft aber viel mehr. Es ist total zwanglos und ein gutes Beispiel dafür, dass Sport verbindet. Meine Eltern und die von Anders Eggert sind sehr enge Freunde geworden. Seine Mutter trägt in der Halle ein Fan-Trikot mit der Nummer 7…
Du siehst für dein Alter so „normal“ aus.
Thomas Mogensen: Das hoffe ich doch! (lacht) Aber was meinst du damit?
Viele junge Spieler wollen neben den sportlichen Leistungen auch mit Styling auffallen. Ausgefallene Frisuren, abgespacete Klamotten-Experimente können auch zu Popularität beitragen.
Thomas Mogensen: Ich habe zwei Mal versucht meine Haare abzurasieren. Da sah so bescheuert aus, dass ich inzwischen keine Lust mehr auf Experimente habe. (lacht) Und ich will auch viel lieber ein Vorbild sein, weil ich ein guter Typ bin, der gut Handball spielt. Nicht, weil ich fünf Ringe in der Nase habe!







