Auszeit auf dem roten Sofa: Dan Beutler
Das Sofa sollte unbedingt in die Innenstadt. Wieso?Dan Beutler: Ich bin ein Cityboy! Ich lebe auch in der Stadt und liebe das Stadtleben.
Könntest du dir vorstellen, wie so viele deiner Mannschaftskollegen, in Handewitt zu wohnen?
Dan Beutler: Nein. Das ist nicht meine Ecke. Ich meine, wenn man Kinder hat und Ruhe will, dann ist es sicher optimal. Aber ich will keine Ruhe.
Das klingt so endgültig. Hast du immer in der Großstadt gewohnt?
Dan Beutler: Ich bin in einer ganz kleinen Stadt aufgewachsen. Meine Eltern leben immer noch da. Ich besuche sie auch sehr gerne und genieße es dann auch. Aber ich könnte momentan nicht in so einer Kleinstadt wohnen.
Du siehst immer sehr modisch aus.
Dan Beutler: Danke!
Bitte! Gibst du eigentlich mehr Geld für die Miete oder für Klamotten aus?
Dan Beutler: Für Klamotten! (lacht) Eindeutig! Es ist die falsche Frage… (lacht) Ich liebe Klamotten und Fashion. Ich habe inzwischen zu viele Sachen. Aber ich interessiere mich für Mode und es macht mir auch sehr viel Spaß, so dass ich immer irgendetwas kaufen muss. Vor allem, wenn ich in Malmö, Göteborg oder Kopenhagen bin. Da habe ich meine Stammläden, wo ich immer hin muss!
Ist es eine kleine Schwäche?
Dan Beutler: Es ist eine große Schwäche! (lacht) Aber es gibt kaum Schöneres, als ausgefallene Sachen, die sonst niemand hat. Dafür gebe ich wirklich gerne Geld aus.
Muss für dich Kleidung teuer sein oder von einem bestimmten Hersteller?
Dan Beutler: Eigentlich nicht. Ich habe meine Lieblingslabels, aber ich muss nicht, wie eine Litfasssäule, von Kopf bis Fuß in einer Marke herumlaufen. Ich mische alles.
Fotos: Bojsen
Wann warst du das letzte Mal bei H&M zum Beispiel?
Dan Beutler: Vor einem Monat vielleicht.
Und bei C&A?
Dan Beutler: Ohh… Das weiß ich nicht.
Viele Kollegen von dir aus der schwedischen Nationalmannschaft spielen in Kiel. Hast du eine andere Einstellung zu den Spielen gegen den THW als die anderen SG Spieler?
Dan Beutler: Nein! Ich mag Kiel nicht… Begegnungen mit dieser Mannschaft bedeuten immer Krieg. Egal, ob da meine Kumpels oder Affen spielen, es ist definitiv Krieg. Ich will nicht sagen, dass die Zebras Affen sind, aber es ist wirklich egal, wer im THW-Trikot aufläuft. Es geht für mich immer um alles.
Du bist letztes Jahr 30 geworden. Hattest du eine Krise?
Dan Beutler: (lacht) Mein Alter ist mir egal. Ich denke oft, dass ich der gleiche Mensch, wie vor fünf Jahren bin. Okay, ich habe mich bestimmt weiterentwickelt. Aber einen so großen Unterschied zwischen 25 und 30 gibt es für mich nicht. In manchen Situationen fühle ich mich zum Beispiel überhaupt nicht erwachsen. Ich werde meine Krise bestimmt mit 40 Jahren kriegen. (lacht)
Laut „Bundesliga-Buschfunk“ haben Torwarte oft einen „Knall“. Würdest du das unterschreiben?
Dan Beutler: Ich bin bestimmt nicht verrückt. Torwarte sind vielleicht speziell, aber das hat mit der Position zu tun. Am Ende stehst du eben alleine da. Vor allem ist es in der Bundesliga ganz extrem. Die Liga ist wahnsinnig schnell, die Gegenspieler schießen von überall. Du kannst dich auch nicht wirklich auf deine Abwehr verlassen. Bei dem Spieltempo sind die Leute am Ende des Spiels einfach müde. Dann heißt es: Du alleine gegen den Ball. Wieso sollte man einen Knall haben?
Ich glaube, man meint damit, dass ihr euch auf die Gefahr hinzu bewegt. Andere laufen weg, wenn etwas mit einer Geschwindigkeit von 120 Stundenkilometer auf sie zufliegt.
Dan Beutler: Das finde ich normal. Für mich sind die ganzen Rückraumspieler nicht normal. Die werden doch während des ganzen Spiels verprügelt. Ich stehe in meinem Kreis, bei mir zerrt niemand am Trikot die ganze Zeit herum. Oder die Kreisläufer! Das sind wirklich total verrückte Leute!
Du bist zum 1000-mal von den Fans zum besten Spieler des Monats gewählt worden. Was bedeutet das für dich?
Dan Beutler: Es bedeutet mir viel! So ein Ergebnis ist eine Bestätigung, dass du deine Arbeit gut machst. Eine Quittung deiner Bemühungen sozusagen. Wir haben hier sowieso unglaubliche Fans, die eine tolle Atmosphäre in der Halle machen. Ich möchte nirgendwo spielen, wo die Leute in 60 Minuten nur müde klatschen. Oder nicht mal das. Das könnte ich nicht.
War das eine der Gründe, dass du bei der SG bis 2012 verlängert hast?
Dan Beutler: Natürlich!







