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SG darf sich noch nicht zurücklehnen

(sh:z; Jan Wrege) Der Einstieg in die K.o.-Runde der Champions League ist geglückt. Die SG Flensburg-Handewitt hat sich mit dem 26:25 (15:13)-Sieg im ersten Achtelfinale bei Meschkow Brest eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel am kommenden Sonntag (19.30 Uhr) in der Flens-Arena geschaffen. Dabei beeindruckte der Tabellenführer der Handball-Bundesliga mit Nervenstärke, als Weißrusslands Meister in der Schlussphase drauf und dran war, die zuvor von der SG dominierte Partie zu drehen.

„Ich bin sehr glücklich, dass wir gewonnen haben. Es ist gut, was wir hier gemacht haben. Wir hatten ein paar Schwierigkeiten in der ersten Halbzeit, sind aber cool geblieben und haben unseren Plan verfolgt“, sagte SG-Trainer Ljubomir Vranjes, der in einer Woche erneut starke Gegenwehr von Brest erwartet: „Ein Tor Vorsprung ist nichts, wir müssen zu Hause Vollgas geben.“

In der Victoria-Halle in Brest bereiteten 3500 Zuschauer dem Favoriten einen heißen Empfang. Von Beginn an herrschte tolle Stimmung, die vom Hallensprecher sowie von Grunge-Rock-Klängen von Nirvana angeheizt wurde. Die  Weißrussen zeigten, dass sie Top-Teams wie die Rhein-Neckar Löwen, Vardar Skopje und Pick Szeged nicht zufällig besiegt hatten. Ihr Prunkstück ist die Abwehr mit großen, athletisch starken Spielern, die dennoch erstaunlich flink auf den Beinen sind.

Bis kurz vor der Pause tat sich der SG-Angriff, in dem Spielmacher Thomas Mogensen und Rechtsaußen Bogdan Radivojevic wegen leichter Blessuren fehlten, schwer mit diesem Bollwerk, obwohl Meschkow-Keeper Ivan Pesic zunächst weit unter Form agierte. Doch mit vier Holztreffern, weiteren Fehlwürfen am Tor vorbei und technischen Fehlern machten sich die Gäste das Leben zusätzlich schwer.

Auch im Angriff spielten die Weißrussen auf gutem internationalen Niveau. Der 2,15 Meter große und 135 Kilogramm schwere Linkshänder Dainis Kristopans war nicht nur in der Abwehr eine Bank, sondern auch vorn schwer zu halten. Pavel Atman war bis zu seinem verletzungsbedingten Ausscheiden ein torgefährlicher Angriffslenker. So führte Brest mit 8:4 (14.) und 9:5 (17.), bevor SG-Torhüter Mattias Andersson warm lief und die Flensburger mit viel Tempo im Angriff die Brest-Defensive zu mehr und mehr Kraftaufwand zwangen.

Das zeigte Wirkung. Nach 26 Minuten lag die SG wieder gleichauf (12:12) und schaffte bis zum Seitenwechsel sogar die erste Zwei-Tore-Führung. Nach Wiederbeginn dominierte der Champions-League-Sieger von 2014 zunächst klar, obwohl Tobias Karlsson nach 36 Minuten nach einem Zusammenprall mit Iman Jamali das Feld verlassen musste. Beim Abwehrchef bestand Verdacht auf Gehirnerschütterung, weshalb er vorsorglich nicht mehr eingesetzt wurde. Die SG hatte da schon vier Tore vorgelegt, und der Vorsprung wuchs sogar auf 25:20 (51.) an.

Dann wurde es hektisch. Zum einen ging den Gästen in der Offensive etwas die Linie verloren, zum anderen hielt Pesic auf einmal bärenstark. Brest kämpfte sich Tor um Tor zum Ausgleich in der 58. Minute. Der Schlusspunkt gehörte jedoch den Flensburgern, die sich offenbar daran erinnerten, wie sie kürzlich in letzter Sekunde gegen Paris verloren hatten. Hampus Wanne  und Torschütze Holger Glandorf inszenierten einen zauberhaften Kempa-Trick von links nach rechts zum Siegtreffer – allerdings regelgerecht ohne Kreis-Eintritt wie PSG.