Platz vier abgesichert

08.03.2017 -VELUX EHF Champions League: 31:26 – erst nach 50 Minuten alles im Griff

Die SG Flensburg-Handewitt schlug am Abend die Kadetten Schaffhausen mit 31:26 (15:14) und hat damit in der Gruppe A der VELUX EHF Champions League mindestens Platz vier sicher. Am Samstag in Veszprém geht es nun um Rang drei. „Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden“, meinte SG Trainer Ljubomir Vranjes. „In den letzten drei Partien im laufenden Wettbewerb hatten wir ein paar Probleme, für die wir uns zu einem Gespräch zusammensetzen werden.“ Kadetten-Akteur Andrija Pendic zog eine zwiespältige Bilanz: „Wir haben zwar nicht gut gespielt, aber es war ein Erlebnis hier zu spielen. Die Zuschauer hatten ein sehr gutes Gespür dafür, wann der richtige Zeitpunkt war, um für ihre Mannschaft aufzustehen und sie zu unterstützen.“

Mattias Andersson erhielt vor seinem 300. SG-Spiel einen Blumenstrauß und stand natürlich von Beginn an im Tor. Vor ihm postierten sich Henrik Toft Hansen und Anders Zachariassen im Mittelblock. Jacob Heinl blieb auf der Bank. Den ersten SG Treffer des Tages erzielte Bogdan Radivojevic. Der Rechtsaußen besetzte zusammen mit Hampus Wanne die Flügel. Holger Glandorf und Petar Djordjic, die mit Kentin Mahé die Startaufstellung im Rückraum bildeten, erhöhten auf 3:1. Dann war es jedoch mit dem Anfangselan vorbei. Die Kadetten hielten tapfer dagegen, glichen aus und gingen beim 5:6 sogar in Führung. Und schon wieder bewegte sich der Ball gen SG Kasten. Doch Mattias Andersson glänzte mit einer Parade, und im Gegenzug schaffte Hampus Wanne den Ausgleich.

Mattias Andersson: Erstes Tor im 300. Spiel.

Einige Großchancen ließ die SG liegen. Ein Gegenstoß mündete schon in der eigenen Hälfte in einen ärgerlichen Fehlpass. Kentin Mahé setzte einen Siebenmeter an den Posten, ein Distanzwurf verfehlte das verwaiste Gehäuse. Der Schweizer Meister operierte viel mit sieben Feldspielern. „Das hat Schaffhausen gut umgesetzt“, beobachtete Ljubomir Vranjes. „Wir haben allerdings gegen diese Taktik durchaus gut in der Abwehr gestanden.“ So ergaben sich auch Möglichkeiten zu schnellen Abschlüssen, nämlich dann, wenn Keeper Nikola Marinovic nicht rechtzeitig zurückgekehrt war. Henrik Toft Hansen traf zwei Mal von der Mittellinie, unter anderem zum 9:9.

Nach und nach betraten Thomas Mogensen, Jim Gottfridsson und Rasmus Lauge das Parkett. Die SG agierte nun ohne Rechtshänder im Rückraum, musste beim 10:12 allerdings erstmals einen Zwei-Tore-Rückstand hinnehmen. Dann berappelten sich die Hausherren und lagen bei Halbzeit knapp vorne. Gegen Rasmus Lauge war Nikola Marinovic zwar noch Sieger geblieben, doch den Abpraller schnappte sich Henrik Toft Hansen und schob zum 15:14 ein.

Abpraller-König: Henrik Toft Hansen.

Der Wiederbeginn konnte als recht unglücklich abgehakt werden. Vorne misslang ein Kempa-Trick. Mattias Andersson parierte zwar einen Strafwurf von Gabor Czaszar, der Abpraller landete aber genau in den Händen des Ungarn. Die Kadetten führten wieder. Bis zum 17:18 hielt der „Spuk“ an. „Wir hatten von Anfang an Probleme mit der SG Deckung“, erkannte Kadetten-Coach Peter Kukucka. „Deshalb haben wir sehr viel mit sieben Feldspielern gespielt, doch am Ende ließ die Konzentration nach.“ Dann nahmen Rasmus Lauge, Holger Glandorf und Thomas Mogensen in der zweiten Reihe das Zepter in die Hand. Bogdan Radivojevic erhöhte auf 21:19. Jubelnd drehte der Serbe ab, das Spiel kippte n die richtige Richtung.

Holger Glandorf setzte sich sechs Mal durch.

Eine Unterzahl deutete eine bedrohliche Situation an. Aber nicht mit diesem Publikum. „Steht auf, wenn ihr Flensburg seid!“, hallte es durch das Rund. Und siehe da: Trotz eines Spielers weniger baute die SG den Vorsprung aus. Trotz des 24:21 und zweier weiterer Paraden rückten die Kadetten noch einmal heran. Ein Doppelschlag von Thomas Mogensen sorgte für Luft. „Wir sind nicht mehr dahin gegangen, wo es wehtut“, urteilte Peter Kukucka. „Daraus resultiert auch die hohe Zahl von 25 Fehlwürfen.“ Dann hatte Mattias Andersson seinen großen Aufritt: Er fing einen Wurf, schaltete blitzschnell, warf einen langen Ball, der ins leere, gegnerische Tor trudelte. 28:23 – in seinem 300. Spiel markierte der Schwede zugleich sein erstes Tor. Der Widerstand der Eidgenossen war gebrochen. In der Schlussphase gab Jannek Klein sein Heimdebüt, ein Treffer war ihm allerdings nicht vergönnt. Vielleicht klappt es ja in Veszprém.

Sieben Mal Torjubel: Bogdan Radivojevic. Fotos: Ki


SG Flensburg-Handewitt – Kadetten Schaffhausen  31:26 (15:14)
SG Flensburg-Handewitt: Andersson (17/1 Paraden, 1 Tor) – Glandorf (6), Mogensen (2), Wanne (2), Djordjic (2), Zachariassen, Toft Hansen (6), Gottfridsson, Lauge (2), Klein, Mahé (3/2), Radivojevic (7)
Kadetten Schaffhausen: Bringolf (1 Parade), Marinovic (9 Paraden) – Meister (4), Delhees, Koch (2), Küttel (1), Graubner, Pendic (9/2), Csaszar (5), Maros (4), Markovic, Liniger, Richwien (1), Brännberger, Muggli
Schiedsrichter: Leszczynski/Piechota (Polen); Zeitstrafen: 6:8 Minuten (Toft Hansen 4, Zachariassen 2 – Maros 2, Meister 2, Koch 2, Küttel 2); Siebenmeter: 3/2:3/2 (Mahé trifft Pfosten – Csaszar trifft im Nachwurf gegen Andersson); Zuschauer: 5567
Spielverlauf: 0:1 (3.), 3:1 (6.), 4:2 (7.), 4:4 (8.), 5:6 (13.), 7:7 (16.), 8:9 (19.), 10:10 (21.), 10:12 (23.), 12:12 (26.), 14:13 (27.) – 15:16 (32.), 16:17 (33.), 17:18 (35.), 20:18 (39.), 21:20 (41.), 23:20 (43.), 24:21 (46.), 24:23 (48.), 30:23 (57.), 30:25 (58.)

 

 

Von: ki