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Unglückliches Ende in Veszprém

23.09.2017 -VELUX EHF Champions League: 27:28 – die SG verpasste Coup in Ungarn

Nur knapp verfehlte die SG Flensburg-Handewitt ihren ersten Sieg bei Telekom Veszprém seit 2001. Am Ende verlor sie ihre erste Auswärtspartie in der diesjährigen VELUX EHF Champions League mit 27:28 (14:15). „Natürlich sind wir enttäuscht über das Ergebnis“, meinte SG Trainer Maik Machulla. „Unser Team hat wirklich einen tollen Job abgeliefert und hatte sicherlich etwas Zählbares verdient. Aber so ist nun einmal unser Sport.“ Auch SG Geschäftsführer Dierk Schmäschke hob die gute Moral hervor: „Niemandem ist ein Vorwurf zu machen: Alle haben gekämpft. Wir haben ganz deutlich gesehen, dass wir in jeder Halle Europas bestehen können, wenn wir zusammenstehen.“

Mit großem Getöse begrüßte die Veszprém-Arena das erste Heimspiel in der VELUX EHF Champions League. Ein Akteur der SG erntete ebenfalls Applaus: Kentin Mahé, ab Juli in Ungarn unter Vertrag. Der Franzose stand diesmal auch in der Startaufstellung und begann in der zweiten Reihe mit Magnus Rød und Rasmus Lauge. Gegen einen großen Rückraum dauerte es länger, bis sich der Gast aus der DKB Handball-Bundesliga gut in Szene setzen konnte. Erst nach knapp sieben Minuten war es Magnus Rød vergönnt, den ersten Treffer für die SG zu erzielen. Da hatten die Hausherren bereits drei Treffer auf dem Konto. „Die Vorbereitung war schwer, da wir binnen 48 Stunden zwei Spiele zu bestreiten hatten“, erwähnte Maik Machulla. „Ich bin stolz auf die Jungs, wie sie mit diesen widrigen Bedingungen umgegangen sind.“

Kentin Mahé begann an zukünftiger Wirkungsstätte.

Zunächst sah es so aus, als ob Veszprém und ihr Trainer Ljubomir Vranjes zu einem lockeren Sieg kommen könnten. Doch nach dem 4:1 stabilisierte sich die 6:0-Deckung, und Mattias Andersson wurde zunehmend zum Faktor. „Alle haben ihre Aufgaben gut gelöst, unser Torwart aber ganz besonders“, lobte Dierk Schmäschke. Hampus Wanne stibitzte einen Ball und sprintete zum 4:4 durch. Rasmus Lauge setzte einen Siebenmeter an die Latte. Geistesgegenwärtig erhaschte Tobias Karlsson den Abpraller und erzielte sein erstes Tor seit 13 Monaten.

Die SG war nun in der Partie, kam aber zunächst nie über einen Gleichstand hinaus, da die Hausherren immer vorlegten. Nach einer guten Viertelstunde tauchte Thomas Mogensen auf dem Spielfeld auf und begeisterte mit einer Energieleistung. Die Treffer acht bis elf gingen auf die Kappe des routinierten Dänen. Simon  Jeppsson glänzte mit einem langen Querpass auf Hampus Wanne, der zum 12:12 vollendete. Nicht in Griff bekam die SG den Spielmacher Mate Lekai, der mit seinem fünften Tor für seine Farben das 14:12 markierte. Mit Henrik Toft Hansen und Holger Glandorf verkürzten zwei frisch eingewechselte Kräfte.

Lasse Svan: 18:22! Fotos: Dávid Vörös.

Der Pausentee schmeckte Mattias Andersson offenbar richtig gut. Mit einigen Paraden nervte er die Schützen des ungarischen Meisters. Die Vorderleute räumten für Hampus Wanne ab, der mit dem 15:16 für die erste SG Führung an diesem Tag sorgte. Die Gegenstöße rollten auch: Henrik Toft Hansen stellte mit einem Doppelschlag das 16:18 her. Lasse Svan erhöhte aus spitzem Winkel weiter. Ljubomir Vranjes packte sich die grüne Karte, aber sein Ex-Team verteidigte das Polster – auch in Unterzahl. Dann rollte der nächste Konter: Hampus Wanne scheiterte zwar an Mirko Alilovic, aber Lasse Svan war im Nachsetzen erfolgreich: 18:22! „Wir mussten alles tun, um dieses Spiel zu gewinnen“, gab Ljubomir Vranjes später zu Protokoll. „Man kann auch der SG gratulieren, sie hat es uns sehr schwer gemacht.“

Die Defensive mit Tobias Karlsson und Henrik Toft Hansen fightete, Mattias Andersson entschärfte – zum Teil auf sensationelle Weise – mehrere freie Bälle. Die Veszprém-Arena kühlte zwischenzeitlich ab, verwandelte sich aber in ein Tollhaus, als die Gastgeber die Partie noch umdrehten. Die SG war aber selbst nach dem 28:26 durch Laszlo Nagy nicht bezwungen. Maik Machulla brachte einen siebten Feldspieler, Rasmus Lauge verkürzte. Der letzte Angriff von Veszprém zog sich in die Länge. Als Momir Ilic an Mattias Andersson scheiterte, verblieben nur noch drei Sekunden zum Gegenstoß. Das war zu wenig. Die SG schrammte unglücklich an einem Remis vorbei. „In dieser Atmosphäre ist es ohnehin schwer“, meinte Dierk Schmäschke. „Hinzu kam, dass wir eine Reise und ein sehr anspruchsvolles Auswärtsspiel in Melsungen zu verkraften hatten, während sich unser Gegner eine Woche lang vorbereiten konnte.“

Die SG räumte für Hampus Wanne ab.

Telekom Veszprém – SG Flensburg-Handewitt 28:27 (15:14)
Telekom Veszprém: Mikler (5 Paraden, ab 42.), Alilovic (10 Paraden) – Schuch, Ilic (1), Nilsson (2), Nagy (8), Ugalde (2), Marguc (1), Terzic, Gajic, Sulic (1), Blagotinsek (3), Tönnesen (1), Lekai (9), Manaskov, Accambray
SG Flensburg-Handewitt: Andersson (19 Paraden) – Karlsson (1), Glandorf (2), Mogensen (4), Svan (5), Wanne (4), Jeppsson, Heinl, Zachariassen, Toft Hansen (4), Lauge (3), Mahé (2/1), Rød (2)
Schiedsrichter: Nikolic/Stojkovic (Serbien); Zeitstrafen: 2:8 Minuten (Blagotinsek 2 – Svan 2, Rød 2, Karlsson 2, Jeppsson 2); Siebenmeter: 0:2/1 (Lauge trifft Latte); Zuschauer: 5019 (ausverkauft)
Spielverlauf: 3:0 (7.), 4:1 (9.), 4:4 (12.), 5:5 (14.), 7:6 (17.), 8:8 (19.), 10:9 (23.), 11:11 (25.), 12:12 (27.), 14:12 (28.), 15:13 (29.) – 15:16 (33.), 16:16 (35.), 16:19 (39.), 18:20 (41.), 18:22 (42.), 19:23 (47.), 22:23 (51.), 22:24 (52.), 25:24 (54.), 26:26 (57.), 28:26 (59.)

 

Von: ki