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Tag der Torhüter

26.02.2017 -VELUX EHF Champions League: 23:26 – das letzte Quäntchen fehlte

Die SG Flensburg-Handewitt kassierte die zweite Auswärtsniederlage in der VELUX EHF Champions League. Nach dem 26:23 (14:12) beim FC Barcelona rangiert sie weiterhin an vierter Stelle der Gruppe A. Der „Palau Blaugrana“ erlebte einen Tag der Torhüter, den Gonzalo Perez de Vargas und Kevin Møller inszenierten. „Für Kevin freue ich mich“, sagte Ljubomir Vranjes im Sky-Interview. „Gerade für ihn hätte ich mir gewünscht, wenn sich auch einige Spieler im Angriff mehr reingehängt hätten, und zwar vor allem beim Abschluss.“

Der SG Coach hatte nicht nur die aktuelle Aufgabe im Blick, sondern auch die kommenden Wochen. Dementsprechend rotierte er, verteilte die Spielanteile und Belastungen. Zum Konzept gehörten drei Rechtshänder im Rückraum, wo Jim Gottfridsson, Kentin Mahé und Rasmus Lauge begannen. Am Kreis startete Anders Zachariassen, die Flügel besetzten Hampus Wanne und Bogdan Radivojevic. Anders Eggert tauchte zunächst nur zu den Siebenmetern auf und hatte bereits beim zweiten Versuch Pech mit dem Innenpfosten. Der Angriff haderte mit seiner Effizienz, während die recht offensiv interpretierte 6:0-Abwehr und Torwart Kevin Møller Signale sendete. Nach dem 4:1 für Barcelona – es waren acht Minuten gespielt – nahm die SG Bank ihre erste Auszeit.

Die SG lief einem Rückstand hinterher, verlor aber nicht weiter an Boden. Die Defensive zeigte sich alternativ in einem 5:1-Verband mit Kentin Mahé als Spitze und bald mit Jacob Heinl anstelle von Henrik Toft Hansen im Mittelblock der 6:0-Version. Nach einer Viertelstunde mischte Holger Glandorf einige Minuten mit. In dieser Phase rückte die SG heran. Hampus Wanne vollendete einen Gegenstoß zum 8:8. Diese Partie bewies allerdings auch, dass fehlende Konzentration teuer zu stehen kommen kann. Zwei Ballverluste vorne – und Barcelona war auf drei Treffer enteilt. Die beiden Keeper, Kevin Møller auf der einen und Gonzalo Perez de Vargas auf der anderen Seite, lieferten sich ein spektakuläres Duell. So hatten die beiden Treffer des eingewechselten Petar Djordjic durchaus Gewicht. „Ich bin nicht zufrieden mit den freien Würfen“, ärgerte sich Ljubomir Vranjes. „Sicherlich kann man vor der spanischen Torhüter-Leistung Respekt haben, dennoch muss ein Schütze im direkten Duell ein paar Prozent besser sein.“

Anders Zachariassen spielte viel am Kreis.

Kurz vor der Pause bekam Jannek Klein eine Bewährungschance. Mit Beginn der zweiten Hälfte stand Anders Eggert auf der Platte, ansonsten kehrte Ljubomir Vranjes zur Startaufstellung zurück. Das erste Glanzlicht setzte Kevin Møller, indem er Kiril Lazarov einen Siebenmeter abkaufte. Alles konnte er aber auch nicht ausbügeln, was seinen Vorderleuten misslang. Diese hatten große Schwierigkeiten, ihren Rhythmus wiederzufinden und fielen auf 18:12 zurück. Ljubomir Vranjes trommelte seine Jungs zusammen. Es war eine harte Geduldsprobe: Erst nach etwas mehr als zehn Minuten brach Lasse Svan vom rechten Flügel den Bann und erzielte den ersten SG Treffer des zweiten Durchgangs.

Plötzlich kam wieder Leben in die SG Bude. Anders Zachariassen entdeckte die Lücke in der aufgerückten Barca-Deckung, Henrik Toft Hansen und Anders Eggert erfreuten sich an Balleroberungen und die daraus resultierenden Konter. 18:16 – ging noch etwas? Leider knickte der positive Spielfilm. Während der SG ein Kempa-Trick nicht ganz glückte, versprühte Barcelona wieder größte Effizienz und zog auf 22:16 davon. Das war schon so etwas wie eine Vorentscheidung. Die Hoffnung auf einen Punktgewinn kehrte nicht mehr zurück. Dafür hatte Robin Breitenfeldt drei Minuten vor Ende seinen großen Auftritt und feierte seinen Königsklassen-Einstand. „Unter dem Strich bleibt ein komisches Gefühl“, meinte SG Geschäftsführer Dierk Schmäschke. „Wenn die Chancenverwertung gerade bei den sogenannten Hundertprozentigen nur etwas besser gewesen wäre, hätten wir ins Barcelona gewinnen können.“ Der SG Tross reist am morgigen Montag über Hannover nach Minden, wo am Mittwoch das nächste Auswärtsspiel der DKB Handball-Bundesliga ansteht.

Die Abwehr stand gut. Fotos: Paco Largo-FCB.

 

FC Barcelona – SG Flensburg-Handewitt 26:23 (14:12)
FC Barcelona: Pérez de Vargas (21 Paraden) – Tomás (2), Sorhaindo (2), Andersson (2), Arino (3), N´Guessan (1), Syprzak (1), Mem (2), Morros, Jicha (1), Jallouz (3), Lazarov (2/1), Rivera (4/3), Entrerrios (2), Nøddesbo (1)
SG Flensburg-Handewitt: Andersson (bei einem 7m), Møller (23 Paraden) – Eggert (3/2), Glandorf (1), Svan (1), Wanne (3), Djordjic (2), Heinl, Zachariassen (1), Toft Hansen (2), Gottfridsson (1), Lauge (2), Klein, Breitenfeldt, Mahé (1), Radivojevic (6)
Schiedsrichter: Nikolov/Nachevski (Mazedonien); Zeitstrafen: 4:4 Minuten (Jicha 2, N´Guessan 2 – Zachariassen 2, Heinl 2); Siebenmeter: 5/4:3/2 (Lazarov scheitert an Møller – Eggert trifft Pfosten); Zuschauer: 4107
Spielverlauf: 2:0 (2.), 4:1 (8.), 5:2 (10.), 6:3 (12.), 7:4 (17.), 7:6 (19.), 8:8 (20.), 9:9 (23.), 12:9 (25.), 12:11 (28.), 13:12 (30.) – 18:12 (39.), 18:16 (44.), 22:16 (48.), 23:17 (50.), 23:19 (52.), 24:20 (55.), 25:22 (58.)

Von: ki