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Nach Blitzstart mit souveränem Sieg

23.02.2018 -DKB Handball Bundesliga: SG gewinnt 30:23 beim TV 05/07 Hüttenberg

Die SG Flensburg-Handewitt hat in der DKB Handball-Bundesliga ihren dritten Sieg im dritten Spiel nach der EM-Pause gefeiert. Beim Schlusslicht TV 05/07 Hüttenberg gewann die Mannschaft von Maik Machulla klar mit 30:23 (16:11) Toren. Dabei legte der Tabellenvierte den Grundstein für den souveränen Erfolg in der Anfangsviertelstunde. 10:3 hieß es nach fünfzehn Minuten für die Fördestädter. Von diesem 7-Tore Vorsprung zehrte die SG dann bis zum Ende der Partie. Das Machulla-Team erwischte wahrlich einen glänzenden Start in der Sporthalle Gießen-Ost. Ein Doppelpack von Hampus Wanne sowie Treffer durch Thomas Mogensen und Lasse Svan brachten nach sechs Minuten eine 4:0 Führung. Gestützt auf eine sichere und bewegliche Deckung wurden die Gastgeber immer wieder zu Fehlern im Aufbauspiel gezwungen. Zudem bekam Torhüter Mattias Andersson die Hände öfter an den Ball und stärkte somit seine Vorderleute, die über ein konzentriertes Umschalt- und Angriffsspiel weiter erfolgreich abschlossen. Nach zehn Minuten stand es 7:1. Mitte des ersten Durchgangs war mit 10:3 erstmals die 7-Tore Differenz herausgeworfen.

Danach schlichen sich dann aber auch bei der SG einige Fehler ein. Diese gab es zumeist durch eigene unkonzentrierte Pässe und Abschlüsse. Dazu packte die Defensive nicht mehr so entschlossen zu wie zuvor. Vor allem über die linke Angriffsseite kamen die Gastgeber zu Torerfolgen. Nach dem 11:6 zugunsten der SG und einer Parade von Andersson nahm Maik Machulla eine Auszeit und mahnte seine Spieler zu mehr Konzentration (21.). Zudem wechselte der Flensburger Coach auf einigen Positionen, um dem Angriffsspiel wieder mehr Druck zu verleihen. Dies funktionierte und durch fünf Tore in den letzten neun Minuten vor der Pause konnten der TV 05/07 Hüttenberg trotz einiger Schwächen in der eigenen Deckung auf Distanz gehalten werden.

Nach dem Wechsel dominierten zunächst die Abwehrreihen und Torhüter. So dauerte es viereinhalb Minuten bis Lasse Svan den Bann brach und zum 17:11 für die SG traf. Kurz darauf wackelte Thomas Mogensen die TVH-Defensive mit dem 18:11 für seine Mannschaft aus. Doch in der 39. Minute ließ der SG Spielmacher in der Deckung dann Moritz Lambrecht sehr unvorsichtig förmlich auflaufen und kassierte dafür glatt die rote Karte vom Schiedsrichtergespann Martin Thöne und Marijo Zupanovic. Eine vertretbare Entscheidung. Mogensen half dann nach kurzer Behandlungspause dem wieder einsatzbereiten Lambrecht auf und entschuldigte sich.


Anders Zachariassen war wieder mit dabei.

Dennoch war danach erneut etwas Sand im Getriebe des Flensburger Spiels. So wurden Fehler im Aufbauspiel gemacht und einige Pässe fanden nicht den jeweiligen Mitspieler. Durch diese Ballverluste kamen die Gastgeber bis auf 16:20 durch Mario Fernandes heran (44.). Doch die SG riss sich zusammen und antwortete wieder im Stile einer Spitzenmannschaft. Zwei Tore vom Kreis durch Henrik Toft Hansen und ein Treffer von Lasse Svan sorgten binnen 120 Sekunden für eine beruhigende 23:16 Führung. Danach hatte die SG immer mindestens einen 5-Tore Vorsprung inne. Nach einem Doppelschlag durch Holger Glandorf und Lasse Svan war die Messe beim 28:21 zugunsten der SG dann spätestens gelesen.

Nach dem 30:23 Auswärtssieg waren die Analysen beider Trainer und von SG Rückraumshooter Holger Glandorf bei Sky unterschiedlich. Hüttenbergs Trainer Emir Kurtagic zollte seiner Mannschaft und vor allem der SG Respekt. „Ich bin mit unserer Leistung einverstanden. Nur in den ersten zehn Minuten hatte meine Mannschaft wohl zu viel Respekt. Flensburg hat das aber auch stark gemacht und uns im Angriff zu Fehlern gezwungen und selbst Tore gemacht. Das war eine super Phase von ihnen. Nach dem 15:19 habe ich ein bisschen gehofft, doch Flensburg ist einfach zu gut und hatte dann einen 4:1 Lauf“, so Kurtagic. SG Coach Maik Machulla hingegen war wesentlich kritischer. „Am Anfang haben wir gezeigt, warum wir hierhergekommen sind. Nach dem schnellen 7:1 war ich irritiert, da wir zu fahrlässig waren. Denn einige Spieler wollten danach zu viel und wir waren nicht mehr so konzentriert“, so Machulla über die schleichende Fehlerkette nach überragenden zehn Minuten. Holger Glandorf, der durch seine zwei Treffer und nunmehr insgesamt 2272 Toren mit Martin Schwalb in der ewigen Bundesliga-Torschützenliste auf Platz vier gleichzog, versuchte die Waage nach den sechzig Minuten zu finden. „Wir wollten von Anfang an Gas geben, haben 7:1 geführt, genau wie wir uns das vorgestellt haben. Dann war ein kleiner Hänger drin, was bei unserem Pensum aber auch nicht unnormal ist.“ Angesprochen auf den vierten Platz der ewigen Bundesliga-Torschützenliste antwortete Glandorf: „Das ist was Schönes. Handball ist ein Mannschaftssport. Ich bin nicht alleine der, der die Tore wirft. Ich brauche dabei auch die Hilfe von Mannschaftskollegen. Aber es zeigt sicherlich, dass ich in meiner Karriere schon was geleistet habe. Aber ich mache mir nicht so viel daraus. Wichtig ist, dass wir die zwei Punkte heute mitgenommen haben.“


Jubel über die nächsten zwei Punkte.
Fotos: I
ngrid Anderson-Jensen

TV 05/07 Hüttenberg – SG Flensburg-Handewitt 23:30 (11:16) 
TV Hüttenberg: Ritschel (7/1 Paraden), Schomburg (1 Parade) – Stefan, Sklenak (3), Wernig (1/1), Lauer, Rompf (4), Worner, Lambrecht (1), Zörb (2), Fernandes (2), Johansson (4), Roth, Mappes (3/1), Hofmann (2), Hahn (1).
SG Flensburg-Handewitt: Andersson (15/1 Paraden), Möller (n.e.) – Karlsson, Glandorf (2), Mogensen (2), Svan (8), Wanne (5), Steinhauser, Zachariassen (1), Toft Hansen (3), Gottfridsson, Lauge Schmidt (3), Mahé (3/3), Röd (3).  
Schiedsrichter: Thöne/Zupanovic (Lilienthal/Berlin) 
Zuschauer: 1.930 (in der Sporthalle Gießen-Ost)
Spielfilm: 0:4 (6.), 1:7 (10.), 3:10 (15.), 6:11 (21.), 10:14 (28.), 11:16 (30.) – 11:18 (37.), 14:18 (40.), 16:20 (44.), 16:23 (46.), 19:26 (52.), 23:30 (60.) 
Siebenmeter: 3/2:3/2 (Wernig scheitert an Andersson – Mahé an Ritschel)
Zeitstrafen: 10:8 Minuten (Hofmann 2x, Lambrecht, Zörb, Johansson – Svan, Zachariassen, Lauge, Karlsson)
Rote Karte: Mogensen (39., grobes Foulspiel)