SG mit Torhunger

29.03.2017 -DKB Handball-Bundesliga: 37:29 – schnell alles klar gemacht

Die SG Flensburg-Handewitt hat in der DKB Handball-Bundesliga den nächsten Sieg eingefahren. Der Tabellenführer schlug den HSC 2000 Coburg mit 37:29 (22:13). „Ich bin echt zufrieden“, bilanzierte SG Trainer Ljubomir Vranjes. „Alle diejenigen, die vor so einem Spiel von einer klaren Angelegenheit sprechen, bedenken den Terminplan nicht. Die Spieler haben Blessuren, sind müde – dann ist es nicht so einfach.“

Die FLENS-ARENA gratulierte Mattias Andersson zum 39. Geburtstag. Im Kasten durfte diesmal allerdings Kevin Møller sein Können zeigen. Der Däne wusste sich gleich auszuzeichnen. Vorne ging die Post ab. Die Anspiele erreichten Anders Zachariassen, der sicher abschloss. Anders Eggert faszinierte mit einem Zauberdreher. Dann der nächste Gegenstoß: Holger Glandorf zog aus vollem Lauf ab. 6:1 nach nicht einmal sechs Minuten – das brachte wirklich Spaß. „Da konnte einem schon Angst und Bange werden“, verriet HSC-Coach Jan Gorr später. „Dann hat meine Mannschaft zum Glück über weite Strecken das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Eine Weiterentwicklung im Vergleich zur ersten Saisonhälfte ist deutlich zu erkennen.“

Wieder 60 Minuten dabei: Anders Eggert.

In der Tat: Coburg wachte auf und profitierte davon, dass die SG Abwehr nicht immer ganz solide stand. Tobias Karlsson fehlte. „Wir haben leider keine gute Nachrichten erhalten“, teilte Ljubomir Vranjes in der Pressekonferenz mit. „Er konnte am Dienstag nicht trainieren. Auch heute blieb er zu Hause und hat viel geschlafen.“ Henrik Toft Hansen und Anders Zachariassen bildeten zunächst den Mittelblock. Nach einer Viertelstunde stabilisierte Jacob Heinl das Zentrum. Da hatte der Gast auf 10:8 verkürzt. Nun drehte die SG wieder auf. Thomas Mogensen steuerte zusammen mit Kentin Mahé den Angriff. Holger Glandorf, Lasse Svan, Anders Eggert und Kentin Mahé – mit einer Vierer-Serie baute die SG den Vorsprung auf 14:8 auf.

Coburg rettete sich in ein Team-Timeout. Die SG blieb dominant, leistete sich nur kurz ein paar Unaufmerksamkeiten. Nach dem 17:13 lief aber wieder alles rund für die Hausherren. Mark Bult zeigte, was ein „niederländischer Hammer“ ist. Auch Bogdan Radivojevic mischte nun mit. Nach einem Wurf von Henrik Toft Hansen herrschte Rätselraten: Tor oder nicht? „Der zählt“, verkündete schließlich Hallensprecher „Holzi“ Holst. Mit 22:13 ging es in die Kabinen. Die SG hatte Torhunger demonstriert. „Abwehrtechnisch war ich nicht ganz zufrieden, wir haben doch viele Treffer von den Außenpositionen kassiert“, meinte Jan Gorr. „Es ist aber auch herausragend, mit welcher Präzision und Breite Flensburg auftrumpft.“

Niederländischer Hammer: Mark Bult.

Nach dem Seitenwechsel hatten die Franken wieder Energie getankt und holten schnell drei Treffer auf. Bogdan Radivojevic setzte für die SG den ersten Akzent im zweiten Durchgang. Es entwickelte sich ein munteres Spielchen, in dem der Tabellenführer stets alles im Griff hatte, sich aber nicht weiter absetzen konnte. „Es war gerade in der zweiten Hälfte zu erkennen, dass unser Gegner einen volleren Terminkalender hat als wir“, erklärte Jan Gorr. Als Coburg, das am Wochenende spielfrei hatte, auf 27:22 verkürzte, antwortete die SG prompt. Bogdan Radivojevic machte die 30 voll.

Bogdan Radivojevic trumpfte auf.

Nach dem 34:26 benutzte Ljubomir Vranjes erstmals an diesem Abend seine grüne Karte. Eine kurze Besprechung: Dann sahen die Zuschauer noch einmal Kentin Mahé und Mark Bult. Und erstmals auch Petar Djordjic. Der Serbe war hochmotiviert und ließ beim 35:27 die Puppen tanzen. Gleich danach erhob sich das Publikum und spendete stehende Ovationen. Alle waren zufrieden! Da ging es unter, dass Jacob Heinl praktisch mit dem Schlusspfiff seine dritte Zeitstrafe kassierte. „So, jetzt machen wir einen Tag frei und dann bereiten wir uns zwei Tage auf Brest vor“, gab Ljubomir Vranjes die Marschroute aus. SG Geschäftsführer Dierk Schmäschke bekräftigte: „Erst ab jetzt können wir uns auf die VELUX EHF Champions League fokussieren. Gegen diesen starken Gegner aus Weißrussland müssen wir alle zusammenhalten – Spieler wie auch Fans.“

Thomas Mogensen steuerte den Angriff. Fotos: Ki.

 

SG Flensburg-Handewitt – HSC 2000 Coburg  37:29 (22:13)
SG Flensburg-Handewitt: Møller (16/2 Paraden) – Karlsson, Eggert (4/2), Glandorf (5), Mogensen (1), Svan (5), Djordjic (2), Heinl Zachariassen (3), Toft Hansen (2), Lauge, Bult (4), Mahé (5), Radivojevic (6)
HSC 2000 Coburg: Krechel (6/1 Paraden), Kulhanek (3 Paraden, 20.-46.) – Barsties, Hagelin, Wucherpfennig (4), Kelm, Weber (2), Coßbau (5/1), Riehn (1), Büdel (7/1), Harmandic (4), Lilienfelds, Kirveliavicius (6)
Schiedsrichter: Thiyagarajah/Thiyagarajah (Gummersbach); Zeitstrafen: 6:2 Minuten (Heinl 6 – Riehn 2); Rote Karte: Heinl (60., dritte Hinausstellung); Siebenmeter: 3/2:4/2 (Eggert scheitert an Krechel – Møller hält zwei Mal gegen Büdel); Zuschauer: 6024
Spielverlauf: 3:0 (3.), 6:1 (6.), 7:3 (8.), 8:5 (10.), 9:7 (12.), 10:8 (14.), 14:8 (18.), 15:10 (20.), 17:11 (22.), 17:13 (23.) – 22:16 (34.), 24:17 (37.), 25:19 (38.), 27:19 (41.), 27:22 (43.), 30:22 (46.), 31:24 (48.), 33:24 (50.), 34:25 (52.), 34:27 (53.), 35:28 (57.), 37:28 (60.)

 

 

Von: ki